Ludwigshafen RHEINPFALZ Plus Artikel Mehr Platz fürs Wohnen und Gewerbe

Wachsende Stadt: Bis zum Jahr 2035 sind in Ludwigshafen 7200 neue Wohnungen erforderlich.
Wachsende Stadt: Bis zum Jahr 2035 sind in Ludwigshafen 7200 neue Wohnungen erforderlich.

Welche Flächen soll Ludwigshafen in den kommenden Jahren für neue Gewerbe- und Wohngebiete reservieren? Die Bevölkerung der größten Stadt der Pfalz mit aktuell rund 177.000 Einwohnern und auch die Wirtschaft wachsen. Die Stadtverwaltung hat am Montag Vorschläge auf den Tisch gelegt, wo neue Wohnungen und Gewerbebetriebe entstehen könnten.

Hintergrund: Der Verband Region Rhein-Neckar will für die Kommunen in der Metropolregion einen einheitlichen Regionalplan schaffen, der unter anderem neue Wohn- und Gewerbegebiete ausweist. Die Stadt Ludwigshafen muss im Sommer zu den Vorschlägen des Verbands Stellung beziehen.

Wegen des Bevölkerungswachstums seien bis 2035 rund 7200 neue Wohnungen in Ludwigshafen erforderlich, erläuterte Volker Spangenberger, Leiter des Bereichs Stadtentwicklung, dem Bauausschuss. Durch schon geplante Neubauprojekte, etwa in Süd, würden weitere 5600 Wohnungen im kommenden Jahrzehnt gebaut. Durch die geplante City West entlang der neuen Stadtstraße, die als Ersatz für die abzureißende Hochstraße Nord gebaut wird, könnten bis 2035 bis zu 1000 neue Wohnungen entstehen. Unterm Strich bleibe ein ungedeckter Bedarf von etwa 1400 Wohnungen, was eine Fläche zwischen 17 und 21 Hektar entspräche, meinte der Stadtentwickler.

Unterschiedliche Berechnungen

Damit bleibt die Stadt deutlich unter den Berechnungen des Regionalverbands, der in einer Studie von 60 Hektar zusätzlicher Wohnbauflächen in Ludwigshafen ausgeht. Laut Verwaltung sei dabei aber die Stadtentwicklung zu wenig berücksichtigt worden. Dennoch brauche man neue Baugebiete. Die Stadt schlägt dafür mehrere Flächen vor: am südlichen Ortsrand von Oppau, im Oggersheimer Ortsteil Melm, im Westen von Ruchheim, am Ortsrand von Maudach, eine kleinere Fläche in der Gartenstadt sowie im Süden von Rheingönheim.

Es gehe dabei nicht um einen konkreten Bebauungsplan, sondern darum, Möglichkeiten für die Entwicklung zu schaffen, betonte Spangenberger und bemühte einen Vergleich aus der Fußballwelt: So würden vor einer WM erst einmal 40 Spieler benannt, von denen dann 23 wirklich in den WM-Kader berufen werden. Wer dann letztlich auf dem Platz stehe, werde bei der Aufstellung fürs Spiel entschieden. Übertragen auf die Planungsprozesse entspräche die Nominierung für die WM dem Regionalplan, bei dem der Verband Region Rhein-Neckar federführend ist. Die Berufung in den Kader entspreche dem Flächennutzungsplan der Stadt und die Mannschaftsaufstellung dann dem Bebauungsplanverfahren für ein konkretes Bauprojekt, bei dem ebenfalls die Stadt maßgeblich ist.

Kein Gewerbegebiet bei Ruchheim

Unter diesem Vorbehalt stellte Spangenberger auch die Pläne für neue Gewerbegebiete vor: Der Verband Region Rhein-Neckar habe einen Bedarf an neuen Gewerbeflächen von bis zu 125 Hektar ausgemacht. Die stadteigene Wirtschaftsentwicklungsgesellschaft (WEG) ist auf 117,5 Hektar bis 2035 gekommen. Die Verwaltung hat dabei das im Regionalplan noch vorgesehene Gewerbegebiet Nördlich der A 650 außen vorgelassen, weil es nach Protesten in Ruchheim nicht verwirklicht werden soll. Potenzial sehen die Stadtplaner am östlichen Ortsrand von Edigheim, auf einer kleineren Fläche in der Melm, auf einem größeren Areal am Oggersheimer Kreuz, in einer Ausweitung des Maudacher Gewerbegebiets sowie einem Anschluss an das Vögele-Werk in Rheingönheim Richtung Limburgerhof und auch auf der anderen Seite der B 9. Vorbehalte gebe es gegen die von Frankenthal geplante Erweiterung ihres Gewerbegebiets „Am Römig“.

Die Stadtratsfraktionen haben nun bis Mitte Juli Zeit, ihre Positionen zu den Verwaltungsvorschlägen zu erarbeiten. Oberbürgermeisterin Jutta Steinruck (SPD) stellte klar, dass Voraussetzungen für mehr Wohnbau- und Gewerbeflächen geschaffen werden müssten.

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