Firmenporträt RHEINPFALZ Plus Artikel Mehr Bewusstsein für Gesundheit in Unternehmen schaffen

Wollen zusammen mit Unternehmen für mehr Gesundheit und weniger Stress am Arbeitsplatz sorgen: Patrick Hüter (links) und Philipp
Wollen zusammen mit Unternehmen für mehr Gesundheit und weniger Stress am Arbeitsplatz sorgen: Patrick Hüter (links) und Philipp Münzer.

Der Firmenname klingt eher wie der eines Reiseunternehmens: „Expedition gesundes Unternehmen“. Aber irgendwie ist es auch eine Reise, die Patrick Hüter und Philipp Münzer mit ihren Kunden machen. Sie begleiten Unternehmen, die mehr für die Gesundheit ihrer Beschäftigten tun wollen.

Wie erfolgreich sie mit ihrem Start-up sind, werden Patrick Hüter (28) und Philipp Münzer (30) wohl erst in einiger Zeit sagen können. Denn der vormalige Pflegepädagoge und der Biologielaborant stehen gerade erst am Anfang ihrer Expedition. „Unser Unternehmen gibt es seit September vorigen Jahres, es ist also alles noch ganz frisch“, erzählen Hüter und Münzer beim Gespräch mit der RHEINPFALZ in einem Büro des Mannheimer Kreativwirtschaftszentrums C-Hub im Stadtteil Jungbusch. Frisch ja, was aber nicht heißt, dass Hüter und Münzer nicht längst ganz genau wüssten, was sie wollen und wem sie ihr Produkt anbieten.

Bei „Expedition gesundes Unternehmen“ gehe es darum, insbesondere kleine und mittelständige Unternehmen dabei zu unterstützen, mehr für die Gesundheit ihrer Beschäftigten zu tun. Die Idee dazu kam Hüter aus seinen Erfahrungen in früheren Berufen, unter anderem war er zunächst Gesundheits- und Krankenpfleger. Dort, in der Pflege, kämen die Mitarbeiter im Schnitt pro Jahr auf 25 krankheitsbedingte Fehltage, wobei ein kranker Mitarbeiter das Unternehmen rund 400 Euro pro Tag koste. Viel Geld, viel Stress, was letztlich allen schade: den Beschäftigten ebenso wie auch den Firmen, wissen Hüter und Münzer.

Firmen müssen selbst aktiv werden

Deshalb haben die beiden Jungunternehmer ein Modul entwickelt, mit dem sie Betriebe und deren Beschäftigte bei der Gesundheitsförderung unter die Arme greifen wollen. Und weil dieses Modul nicht starr ist und jeder Firma, die die „Expedition“ bucht, einfach eins zu eins übergestülpt wird, setzen sich Hüter und Münzer zunächst mit ihren jeweiligen Kunden zusammen und besprechen, wie sie diesen helfen können. Was den Unternehmen dabei klar sein müsse ist, dass sie und die Beschäftigten gefordert sind, selbst aktiv zu werden. „Dass ein Unternehmen sagt: So, wir haben Euch gebucht, jetzt macht mal, geht nicht“, betont Hüter.

Er und Münzer sehen sich viel mehr als Mediatoren, die die Mitarbeiter der Unternehmen sensibilisieren möchten für Themen wie Stressabbau, Ernährung, Bewegung oder auch Suchtprävention und mit diesen entsprechende Ziele erarbeiten. „Ein Mitglied eines Teams, das jeweils aus 15 bis 20 Mitarbeitern besteht, wird zudem als Gesundheitsbeauftragter auserkoren, der dann zum Multiplikator wird, also besonders qualifiziert wird und sein Wissen dann an alle anderen weitergibt“, erläutern Hüter und Münzer ihr Konzept.

Gespräche und Schulungen auf digitalem Weg

Die „Expedition gesundes Unternehmen“ ist dabei zunächst eine rein digitale Reise. Hüter und Münzer veranstalten ihre Workshops mit den Unternehmen digital, und auch die Schulung der Gesundheitsbeauftragten der jeweiligen Kunden-Unternehmen passiert in Form von E-Learning und digitalen Live-Seminaren. Außerdem erhalten die Beschäftigten der Firmen, die sich für eine Gesundheits-„Expedition“ mit dem Mannheimer Start-up entscheiden, persönliche Zugänge zu einer sogenannten Expeditionsbase, in der sie alle relevanten Informationen zu der „Reise“, die zu mehr Gesundheit und weniger Stress am Arbeitsplatz wie auch im Alltag führen soll, finden.

Ist ein halbes Jahr um, gibt es ein weiteres Gespräch mit dem Mitarbeiter-Team. „Bei diesem Erfahrungsaustausch überprüfen wir, ob die gesteckten Ziele erreicht werden konnten und ob weitere gesteckt werden können“, erklärt Hüter. Nach einem Jahr, so lange dauert der gemeinsame Prozess mindestens, werde dann geschaut, wie weit die Gesundheits-„Expedition“ das jeweilige Unternehmen gebracht hat und ob alle Ziele erreicht werden konnten. Wenn es danach noch weitergehen sollte, könnten Schwerpunktthemen in den Fokus gerückt werden, bei Firmen mit Schichtarbeit etwa die Themen guter Schlaf oder auch Ernährung.

„Unternehmen müssen jetzt umdenken“

Die Jungunternehmer aus Mannheim legen dabei Wert auf die Feststellung, dass sie für ihr Gesundheitsprogramm mit ausgewiesenen Experten zusammenarbeiten und ihr Konzept einen durch und durch wissenschaftlichen Hintergrund hat. „Ansonsten gibt es aktuell ja etliche Anbieter für alle möglichen Gesundheitsthemen im Internet“, sagen sie mit entsprechender Akzentuierung.

Erste Kunden haben Hüter und Münzer bereits gewinnen können, wie sie versichern. Und sie sind guter Dinge, dass ihre Firmenidee ankommt und angenommen wird. „Viele Unternehmen machen in Sachen Gesundheit derzeit noch viel zu wenig, die müssen jetzt umdenken“, sagt Hüter. Dies, weil die jüngere Generation, die gerade ins Berufsleben eintritt, großen Wert auf alle möglichen Fragen der Gesundheit lege. „Firmen, die da nichts zu bieten haben, werden es schwer haben, Personal zu kriegen“, sind Münzer und Hüter überzeugt.

Kontakt

www.expedition-gesundesunternehmen.de

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