Ein Bild und seine Geschichte
Meckernde Rasenmäher sind die neuen „Stars“ der BG Klinik
„Bei unseren Patienten und Mitarbeitern gehen die neuen meckernden Rasenmäher absolut durch die Decke“, erzählt Burak Isiksal und lacht. „Es ist aber auch eine wirklich tolle Ablenkung, die Schafe und Ziegen zu beobachten“, gibt der 54-Jährige Nachhaltigkeitsbeauftragte der BG Klinik zu.
Ein fröhliches Meckern schallt auch der RHEINPFALZ am Aussichtspunkt hinter dem Reha-Zentrum entgegen, wo die Tiere derzeit auf der steilen Böschung grasen. „Die Schafe und Ziegen drängen dabei die Sträucher zurück, diese werden dadurch auf natürliche Weise verjüngt und können wieder neu austreiben“, erzählt Isiksal. „Außerdem sind insbesondere Ziegen gute Kletterer und können in für uns Menschen schwer zugängliche Bereiche problemlos vordringen.“ Durch die Hufe der Tiere werde dabei auch der Boden gelockert, während der Rasen trotzdem stabil bleibt. Bei den schweren Böden auf dem Gelände der BG Klinik sei dies eine sehr sinnvolle Maßnahme, die unter anderem dazu beitrage, dass das Regenwasser besser versickern kann.
Neugeborenes Lämmchen
Mal ganz abgesehen von dem großen Nutzen der Tiere für die BG Klinik, ist das absolute Highlight derzeit allerdings, dass es bei den Schafen Nachwuchs gab. „Ja, wir haben ein kleines Lämmchen bekommen, das jetzt mit von der Partie ist“, sagt Isiksal – und wertet dies als gutes Zeichen dafür, dass sich die nachhaltigen und tierischen Leasingkräfte in ihrem neuen Zuhause sehr wohl fühlen.
Die Idee einer ökologischen Landschaftspflege und die Beweidung durch Tiere habe er schon etliche Jahre im Kopf gehabt, erzählt Isiksal. Umso mehr freue es ihn, dass man dieses Projekt nun in Zusammenarbeit mit dem Haßlocher Krämerhof wirklich habe in die Tat umsetzen können. „Gebaut haben wir für die zwei Ziegen und drei Schafe einen Unterstand, und natürlich bekommen sie auch Wasser von uns“, sagt der Ressortleiter Infrastruktur, Bau und Einkauf. Das Grünfutter holten sich die Tiere jedoch ausschließlich von den Wiesen rund um die BG Klinik. „Der Besitzer der Tiere ist täglich auf dem Gelände und schaut nach den Schafen und Ziegen. Er kümmert sich um deren Gesundheit und wird, falls notwendig, auch den Zaun reparieren, das Wasser auffüllen oder den Unterstand kontrollieren“, erzählt Isiksal.
Tiere bitte nicht füttern!
Ein großes Anliegen und die Bitte des Besitzers sei in diesem Zusammenhang, dass die Tiere nicht zusätzlich gefüttert werden. „Wir bitten dringlich, dies auch zu beachten“, sagt der Nachhaltigkeitsbeauftragte der BG Klinik. Andernfalls müssten die Tiere wieder abgeholt werden und eine ökologisch wie ökonomisch sinnvolle Maßnahme fände ihr vorzeitiges Ende.
Mit einem Vorurteil will Isiksal im RHEINPFALZ-Gespräch übrigens unbedingt aufräumen: dass nämlich Ziegen stinken würden. „Hierzu sollte man wissen, dass nur die nicht kastrierten Schaf- und Ziegenböcke in Zeiten der ,Brunft’ den für unsere menschlichen Sinne als scharf empfundenen Geruch absondern“, erklärt er. „Bei uns auf dem Gelände werden jedoch zwei junge Ziegen eingesetzt, die, so wie andere Tiere auch, einfach nach Tier riechen.“
Ein Abenteuer steht bevor
Noch grast die Mädelstruppe in Oggersheim auf einer steilen Böschung und sieht dabei wirklich extrem süß aus. Weil ihre Hilfe beim Bewirtschaften von Grünflächen, aber auch an einer anderen sehr speziellen Stelle des Klinik-Geländes benötigt wird, steht den Schafen und Ziegen schon bald eine echte Abenteuerreise bevor. Man mag es im ersten Moment zwar kaum glauben, aber die Tiere sollen tatsächlich auf eines der begrünten Flachdächer der BG Klinik transportiert werden. „Die Patienten, die in unseren ,Türmen’ ihr Zimmer haben, können dann aus dem Fenster gucken und sie beobachten, wie sie dort grasen“, erläutert Isiksal das Ziel. „Wie die Tiere allerdings auf das Flachdach hinauf kommen, das haben wir bisher noch nicht abschließend geklärt“, sagt der 54-Jährige und lacht. Vermutlich werde man einen Lastenkran nutzen – oder testen, ob die Schafe und Ziegen bereit sind, den Weg nach oben über eine außenliegende Feuertreppe anzutreten. Nicht umsonst gelten die Tiere ja als Kletterkünstler. „Zur Not tragen wir sie aber auch hoch“, betont Isiksal – und es scheint, als würde er sich über diese Option persönlich fast am meisten freuen.
In jedem Fall sei das Flachdach der BG Klinik ausreichend gesichert, betont der Nachhaltigkeitsbeauftragte. Zudem werde – wie schon beim derzeitigen Gehege – zusätzlich auch noch ein Elektrozaun installiert. Die tierische Mädelstruppe ist selbstverständlich noch völlig ahnungslos, dass es für sie bald hoch hinaus gehen soll. Zwei Dinge stehen allerdings schon heute unwiderruflich fest: Auch auf dem Flachdach werden die neuen „Stars“ der BG Klinik extrem süß aussehen, und die Patienten werden es genießen, direkt von ihrem Zimmer aus einen Blick auf die meckernden Rasenmäher werfen zu können.