Maxdorf RHEINPFALZ Plus Artikel Maxdorf erinnert: Neue Tafeln ehren Lehrer und Hebamme auf dem Friedhof

Ferdinand Fiedler bringt die Erinnerungstafel für den ehemaligen Oberlehrer Johannes Zipelius (1864-1947) an. Diese Tafel steht
Ferdinand Fiedler bringt die Erinnerungstafel für den ehemaligen Oberlehrer Johannes Zipelius (1864-1947) an. Diese Tafel steht vor der Leichenhalle des Maxdorfer Friedhofs und nimmt den Ort als historisch gewachsenes Ensemble in den Blick.

Heimat und Erinnerung: Wie Ehrenamtliche in Maxdorf herausragende Persönlichkeiten würdigen, die mit ihrem Engagement einst das Dorf prägten.

Menschen, die sich einst in besonderer Weise um das Gemeinwohl der Gemeinde verdient gemacht haben: Solche Persönlichkeiten hat der Verein für Geschichte und Kultur Maxdorf im Blick – und bringt ihnen mit Erinnerungstafeln eine besondere Art der Wertschätzung entgegen. „Auf dem alten Teil des Friedhofs informieren wir nun zum Beispiel über zwei Lehrer und eine Hebamme, die das Dorfgeschehen einst auf besondere Art und Weise geprägt haben“, erzählt Vereinsvorsitzender Ferdinand Fiedler. Er ist federführend für die aufwendige Recherchearbeit, mit der lokale Geschichte sicht- und erlebbar bleiben soll.

„Nehmen wir etwa den Lehrer Franz Anton Künell“, sagt Fiedler beim Anbringen der Erinnerungsplakette. „Auf seine Initiative geht 1899 die Gründung der Spar- und Darlehenskasse eGmuH zurück – ein Meilenstein für die wirtschaftliche Selbsthilfe in der Gemeinde.“ Zudem habe Künell (1829-1906) als erster Chorleiter den Gesangverein Liederhalle geleitet und damit das kulturelle Leben Maxdorfs nachhaltig geprägt.

Hebamme als Schlüsselperson

Auch die Hebamme Anna Maria Waldenberger (1864-1947), geborene Benz, habe das Ortsgeschehen nachhaltig geprägt. „Sie war von 1881 bis 1913 im Dienst – die längste bekannte Amtszeit aller Hebammen in Maxdorf“, erläutert Fiedler. Ihre jahrzehntelange Begleitung von Familien und ihre Verantwortung für Generationen von Neugeborenen stünden beispielhaft für Fürsorge und Verlässlichkeit – zumal in einer Zeit, in der die medizinische Versorgung im ländlichen Raum noch stark abhängig von Schlüsselpersonen wie den Hebammen gewesen sei.

„Anna Maria Waldenberger war von 1881 bis 1913 im Dienst – die längste bekannte Amtszeit aller Hebammen von Maxdorf“, erläutert
»Anna Maria Waldenberger war von 1881 bis 1913 im Dienst – die längste bekannte Amtszeit aller Hebammen von Maxdorf«, erläutert Ferdinand Fiedler.

Das dritte Schild, das Ferdinand Fiedler am Montag auf dem Friedhof vor der Leichenhalle anbringt, beleuchtet das Wirken von Oberlehrer Johannes Zipelius (1864-1947). „Er hat 1904 den Landwirtschaftlichen Konsumverein eGmuH initiiert, der den für die Landwirtschaft wichtigen Warenhandel organisierte und so die Versorgungssicherheit stärkte“, erzählt Fiedler. „Auf seine Verhandlungen hin erhielt Maxdorf 1913 auch einen Anschluss an die Rhein-Haardt-Bahn“, betont Fiedler die zudem große infrastrukturelle Bedeutung des Wirkens von Johannes Zipelius. Zudem gehe die Gründung des protestantischen Kirchenchors im Jahr 1900 auf den Oberlehrer zurück. „Wobei an der Gründung damals auch Wilhelm Theisinger beteiligt war“, berichtet Ferdinand Fiedler.

Knackpunkt Schweißen

Die drei Erinnerungstafeln auf dem Maxdorfer Friedhof anzubringen, habe sich zunächst gar nicht so einfach umsetzen lassen, erzählt der Vorsitzende des Vereins für Geschichte und Kultur. „Wir haben lange gesucht, aber schlichtweg keinen Schlosser gefunden, der uns passende Halterungen herstellt“, sagt der 73-Jährige. Den entscheidenden Unterstützer fand man dann jedoch in Person von Gemeinderatsmitglied Simon Wiebelskircher (CDU). Hauptberuflich ist dieser für das Maxdorfer Unternehmen Gebrüder Kunz tätig, welches Bauteile für Starkstromanlagen herstellt. „Wir hatten Kapazitäten fürs Schweißen und haben den Verein gerne unterstützt“, sagt Wiebelskircher. Auch der Bauhof ist involviert gewesen und hat die Halterungen vor Ort auf dem Friedhof fachgerecht eingesetzt.

„Die neuen Erinnerungstafeln ergänzen das vorhandene Informationsangebot zu Gebäuden und Plätzen in Maxdorf und fügen sich in eine Erinnerungskultur ein, die der Verein für Geschichte und Kultur seit 2010 mit großem ehrenamtlichem Einsatz pflegt“, resümiert Ferdinand Fiedler.

Noch Fragen?

Alle Tafeln des Maxdorfer Vereins für Geschichte und Kultur sind auf der Internetseite www.maxdorfer-geschichte.de in einem interaktiven Ortsplan verzeichnet.

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