Ludwigshafen
Maudach: Was sich die neue FWG-Ortsgruppe vorgenommen hat
Als der gebürtige Münchner Mario Sandor vor 14 Jahren nach Maudach zog, habe er sich fast von Beginn an auch politisch engagiert, berichtet er. „Wir haben den Förderverein für den protestantischen Kindergarten gegründet“, erzählt der Chemiker, der bei der BASF eine berufliche Heimat und in Maudach ein Zuhause gefunden hat. In der Martinskirche begann sein Engagement. Eine Gemeinde, zu der Sandor noch immer eine enge Beziehung pflegt: „Ich gehöre weiterhin zum Presbyterium.“
Seine politische Heimat fand er zunächst im CDU-Ortsverein, was ihm aber nicht ausreichte. „Ich wollte mich noch zielgenauer auf kommunaler Ebene engagieren“, sagt der 51-Jährige. Bei den Freien Wählern wurde er fündig. Ein Gespräch mit deren Vorsitzenden Markus Sandmann habe ihn überzeugt. „Natürlich haben wir für Ludwigshafen auch übergeordnete Themen, aber wir können im Stadtteil kommunale Themen setzen, ohne dabei bestehende Strukturen zu berühren“, nennt er den Vorteil.
Bislang zu dritt
Und welche Themen sollen das in Maudach sein? „Wir wollen nicht nur für die Leute hier arbeiten, sondern mit den Menschen in einen Dialog treten, um zu sehen, welche Themen ihnen wichtig sind“, nennt Sandor ein Beispiel. Gemeinsam Schwerpunkte zu entwickeln, sei eines der ersten Ziele der neuen Ortsgruppe. Diese bestehe zwar zunächst einmal aus nur drei Personen, der Vorsitzende glaubt aber an großes Potenzial im Ort. „Wir haben schon weitere Anfragen“, versichert er. Und dann werde man gemeinsam Ziele für die Parteiarbeit vor Ort definieren.
Die vorübergehende, coronabedingte Schließung des Edeka-Marktes Anfang April ist aus seiner Sicht ein gutes Beispiel dafür, was im Ort schief laufe. „Man könnte über neue Konzepte der Nahversorgung nachdenken“, erklärt Sandor und stellt die Frage in den Raum, ob sich Maudach nicht auch für einen Wochenmarkt eigne. „Außerdem sind wir der Meinung, dass Maudach dringend ein Verkehrs- und Parkplatzkonzept benötigt“, ergänzt er. Die Anbindung an den Öffentlichen Personennahverkehr spiele dabei ebenso eine Rolle wie die Verbindungen in Richtung Rheingönheim und Limburgerhof. „Dort hat man schon eine S-Bahn-Anbindung und die liegt von uns ja nicht weit weg.“ Damit verbunden sei außerdem die Frage ob und wann Maudach eine Straßenbahnanbindung erhalte. Dies seien allesamt Themenfelder, die sich aus Gesprächen mit der örtlichen Bevölkerung ergeben habe, betont der Vorsitzende.
Noch nicht im Ortsbeirat
Eher allgemein formuliert ist hingegen das Ziel, das örtliche Gewerbe zu erhalten und die Infrastruktur zu stärken. „Was jetzt noch da ist, muss unbedingt gehalten werden.“ Ebenso wie der dörfliche Charakter Maudachs erhalten werden soll und die Freien Wähler sich generell gegen große Wohnblocks aussprechen. Weitere Themenfelder sollen auf Priorisierung und Umsetzung abgeklopft werden. „Klar ist, dass wir für einige Themen Hilfe brauchen werden.“ Man scheue sich aber nicht davor, diese dann auch zu erbitten.
Zunächst bleibt dem neuen Ortsverein natürlich nur die Rolle der außerparlamentarischen Opposition, denn im Ortsbeirat sind die Freien Wähler noch nicht vertreten, wollen dafür aber in vier Jahren mit einer eigenen Liste an den Start gehen und dann Schritt für Schritt daran arbeiten, Maudach noch ein Stückchen lebenswerter zu machen, wie der Vorsitzende es formuliert. „Dafür werden wir eventuell auch neue Wege gehen“, kündigt er an. So kann er sich für den ehemaligen Treff 3000 beispielsweise eine Aufteilung oder auch eine kleine Markthalle vorstellen. Spätestens in vier Jahren sei es dann an der Zeit für konkretere Vorstellungen. Bis dahin ist der Maudacher Ortsverein der Freien Wähler für Anregungen aus der Bevölkerung dankbar.