Ludwigshafen RHEINPFALZ Plus Artikel Massive Kritik der Linken an Blies-Festival

Bei einem Rave tanzen Menschen zu elektronischer Musik.
Bei einem Rave tanzen Menschen zu elektronischer Musik.

Die Linksfraktion kritisiert das geplante Blies-Festival. Das Landschaftsschutzgebiet an der Großen Blies sei nicht für eine Veranstaltung mit über 2000 Besuchern geeignet. Auch sei ein Rave während einer Pandemie fragwürdig. Außerdem habe es einen Beigeschmack, dass der Sohn der Kulturdezernentin Cornelia Reifenberg (CDU) an der Organisation beteiligt sei.

Die Linksfraktion fordert lückenlose Aufklärung des Genehmigungsverfahrens, selbst wenn das Festival wegen Corona-Auflagen nicht stattfinden sollte. Reifenberg müsse öffentlich erklären, wer die Verträge mit der „Projektgruppe Blies“ unterschrieben hat und wer die Vereinbarungen ausgehandelt habe sowie welche städtischen Behörden und Landesbehörden am Genehmigungsverfahren beteiligt gewesen seien. Auch der städtische Zuschuss mit einem hohen fünfstelligen Euro-Betrag sei erklärungsbedürftig – für ein Event, das bisher noch nie stattfand.

„In die Entscheidungsfindung sehen wir weder Ortsbeiräte noch Kulturausschuss noch den Stadtrat eingebunden“, kritisiert Fraktionssprecher Bernhard Wadle-Rohe. Es sei zudem unverständlich, warum es für Besucher des Filmfestivals auf der Parkinsel eine 2-G-Regel (geimpft oder genesen) gibt, für die Musik- und Tanzveranstaltung jedoch lediglich eine 3-G-Regel (geimpft, genesen oder getestet).

Kultureller Nutzen fraglich

Die Linksfraktion hege zudem große Zweifel, ob der Rave an der Blies als erstes internationales Kulturfestival für elektronische Musik eine kulturelle Bereicherung für die Stadt und die Region sei. Die DJs dort reisten von außerhalb an, die lokale Kulturszene werde durch die Veranstaltung nicht gefördert. Die BASF müsse sich als Hauptsponsor fragen lassen, warum sie einerseits ihr eigenes Kellereifest wegen Corona absage und andererseits Geld für das elektronische Musikfestival gebe.

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