Leute in LU RHEINPFALZ Plus Artikel Mario Daves ist der beste Industriemeister Chemie im Land

Mario Daves arbeitet als Produktionsmeister in der Geraniol-Fabrik im Werk Ludwigshafen.
Mario Daves arbeitet als Produktionsmeister in der Geraniol-Fabrik im Werk Ludwigshafen.

Mario Daves hat in diesem Sommer als Bester in Rheinland-Pfalz eine dreijährige Fortbildung zum Industriemeister Chemie am Pfalztechnikum Ludwigshafen abgeschlossen. Der 26-Jährige, der bei der BASF als Produktionsmeister beschäftigt ist, hat nicht nur beruflich noch viel vor.

Dass Mario Daves drei anstrengende Jahre hinter sich hat, sieht man dem sportlichen jungen Mann nicht auf den ersten Blick an. Er macht einen souveränen und entspannten Eindruck. Aber dass er stolz und auch ein Stück weit erleichtert ist wegen seiner fabelhaften Abschlussprüfung zum Chemiemeister, das steht ihm durchaus ins Gesicht geschrieben. Auf jeden Fall dann, wenn er über seinen besonderen und für ihn überraschenden Erfolg erzählt.

In Rheinland-Pfalz gebe es vier Industrie- und Handwerkskammern, erklärt der junge Aniliner. Allein in Ludwigshafen hätten knapp über 100 Auszubildende die Fortbildung zum Meister absolviert. Schon als er während der Fortbildung den Ausbilderschein gemacht habe, habe er sehr gut abgeschnitten, berichtet Mario Daves weiter. Aber da er sich immer nur mit seinen Klassenkameraden vergleichen konnte, habe er nicht damit gerechnet, dass er am Ende ein so tolles Ergebnis schaffen würde und schließlich als Bester in ganz Rheinland-Pfalz die Prüfung zum Chemiemeister bestehen würde. Jetzt freut er sich sehr auf die Meisterfeier, die Ende September in Mainz stattfindet und bei der Mario Daves für seine Leistungen besonders geehrt wird.

Studium nicht mehr ausgeschlossen

Wie hat er von seinem überragenden Prüfungsergebnis erfahren? Als die Abschlussergebnisse im Juli versendet wurden, war der frischgebackene Chemiemeister gerade im verdienten Urlaub. Seine Schwester habe dann in seine Post geschaut und ihm sofort von seinem Erfolg erzählt. „Da war ich sehr glücklich.“ Wegen der langen Doppelbelastung mit großer Verantwortung im Werk und Fortbildung am Abend und an den Wochenenden sei das eine tolle Sache gewesen.

Mario Daves hat sich einen Beruf ausgesucht, der ihm Freude bereitet und in dem er auch noch weiterkommen will: „Das Fachspezifische macht mir viel Spaß“, erklärt er. Und es ärgere ihn, wenn er etwas nicht verstehe. „Ich bin sehr ehrgeizig.“ Daher kann er sich inzwischen auch noch ein Studium vorstellen.

Ausbildung zum Chemikanten

Nach der Schule sei das zunächst noch kein Thema gewesen, erzählt er, denn er stamme aus einem einfachen Elternhaus und habe damals nicht einmal gewusst, dass es so etwas wie Bafög überhaupt gibt. Außerdem will er auch noch die Welt kennenlernen: „Bisher habe ich nur Urlaube in Spanien, Griechenland und Italien gemacht“, nun wolle er auch mal nach Afrika reisen und ist auch für berufliche Stationen im Ausland offen.

Aufgewachsen ist der 26-Jährige in Neuhofen. Nach der mittleren Reife an der Realschule in Limburgerhof absolvierte er zunächst bei der BASF eine Ausbildung zum Chemikanten und arbeitete fünf Jahre lang „auf Schicht“. Ab April 2020 besuchte er dann die Meisterschule im Pfalztechnikum Ludwigshafen. Gleichzeitig habe sich für ihn die „Riesenmöglichkeit“ ergeben, schon mit 23 Jahren eine Meisterstelle im Werk anzutreten und Verantwortung zu übernehmen.

Vom Dorf in die Stadt gezogen

Seit drei Jahren lebt Mario Daves nicht mehr auf dem Dorf, sondern in einer BASF-Wohnung in der Gartenstadt, „obwohl ich eigentlich nie nach Ludwigshafen wollte“. Aber mittlerweile sei er überrascht über die positiven Seiten des Stadtlebens, das viel zu bieten habe.

Neben seiner Arbeit ist dem jungen Mann der Sport extrem wichtig: Drei- bis viermal pro Woche stehen bei ihm Fitness und Musik hören auf dem Programm: „Damit komme ich zur Ruhe.“ Da er jetzt wieder etwas mehr Freizeit hat, denkt Mario Daves darüber nach, noch eine neue Sportart auszuprobieren. Judo zum Beispiel habe ihm schon in seiner Schulzeit viel Spaß gemacht.

Werbung fürs Handwerk

Schulabgängern, die noch nicht genau wissen, was sie beruflich machen wollen, empfiehlt der Industriemeister Chemie, sich auf jeden Fall auch mit den vielfältigen Ausbildungen im Handwerk zu beschäftigen. Da gebe es so viele interessante Möglichkeiten, ist der 26-Jährige überzeugt. Es müsse nicht immer als Erstes ein Studium sein.

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