Mannheim
Marilyn Monroe zum 100sten: Filmreihe im Cinema Quadrat
Ein Jahrhundert würde Marilyn Monroe oder Norma Jeane Mortenson (auch: Baker), so ihr Geburtsname, am 1. Juni alt, wenn sie nicht schon im August 1962 unter nie vollständig geklärten Umständen gestorben wäre. Rund sechs bis sieben Jahrzehnte zählen die Filme, die Mannheims Kommunales Kino zu ihren Ehren zeigt. Von 1952 bis 1960 entstanden, stammen sie alle aus einem eng bemessenen Zeitraum, dem einzigen Jahrzehnt, in dem Marilyn Monroe ein leibhaftiger Star war. Es handelt sich um Filme, denen die große Leinwand, für die sie gemacht sind, sehr guttut. Monroes Stimme und die ihrer Mitspieler wie Laurence Olivier, Clark Gable oder Montgomery Clift in den originalen, deutsch untertitelten Fassungen und nicht nur in einigen Songs zu hören, ist ein Genuss.
„Blondinen bevorzugt“, 1953 ihr Durchbruch, eröffnet die Reihe am 2. Juni. Groß, komisch, technicolor-bunt und nicht zuletzt musikalisch mit mitreißenden und von Howard Hawks ebenso mitreißend inszenierten Songs wie dem Monroe-Klassiker „Diamonds Are a Girl’s Best Friend“. Durch und durch ein „Material Girl“ wie später Madonna, die in ihrem Videoclip den Auftritt der Monroe imitierte, reist sie als Showgirl mit ihrer Kollegin und Freundin (Jane Russell) auf einem Ozeandampfer nach Europa, um einen schwerreichen, einfältigen Mann zu heiraten. Monroes Karriere startete mit dieser Rolle als oberflächliche, quintessenziell attraktive Blondine Lorelei Lee durch, die allein, wenn es brenzlig wird, ihren Verstand gebraucht.
Von „Niagara“ bis „Der Prinz und die Tänzerin“
Wenige Monate vor „Blondinen bevorzugt“ war bereits im Januar 1953 „Niagara“ in die US-Kinos gekommen. Das Cinema Quadrat zeigt den meisterlichen Film noir in Technicolor am 7. Juni. Mit den Wasserfällen als sprechendem, ja, rauschendem Hintergrund für das ungestüme sexuelle Begehren, das die Monroe als ruchlose Ehefrau auslöst. Ein von Charles Brackett und Henry Hathaway psychologisch klug konzipierter Thriller mit einer Hauptdarstellerin, die als blonde Femme fatale ihre schauspielerische Bandbreite schon zu Beginn ihrer Weltkarriere beweist.
„Der Prinz und die Tänzerin“, den das Mannheimer Kino am 16. Juni auf die Leinwand bringt, ist der einzige Film, der von dem Star und dem Fotojournalisten Milton Greene ins Leben gerufenen Marilyn Monroe Productions. Wie es bei den offensichtlich nicht reibungslosen Dreharbeiten der britischen, romantischen Kostümkomödie zugegangen sein mag, ließ sich vor einigen Jahren mit Michelle Williams Schilderungen in der Filmbiografie „My Week with Marilyn“ nacherleben.
Golden Globe für „Manche mögen’s heiß“
Unschuldige, gleichwohl umso verführerische Erotik, wie nicht selten, strahlt die Monroe in Billy Wilders großer, schwarz-weißer Filmkomödie „Manche mögen’s heiß“ gegenüber Jack Lemmon und Tony Curtis aus. Die beiden Barmusiker haben nach dem berüchtigten Saint Valentin’s Day Massacre (oder einem vergleichbaren Vorfall) eine brutale Gangsterbande dicht auf den Fersen. In Frauenkleidern finden sie Unterschlupf in einer Damenkapelle, die aus Chicago gerade zu einem Gastspiel nach Florida aufbricht. Die beiden Männer vergucken sich natürlich umgehend in die nahbare, wasserstoffblonde Sängerin Sugar Kane – und üben verkleidet als „Daphne“ und „Josephine“ auch ihrerseits gewisse Reize auf die Männerwelt aus.
Temporeich, mit herrlichem Witz und spritzigen Dialogen, die die Geschlechterklischees durcheinanderwirbeln, gilt „Manche mögen’s heiß“ (am 17. Juni im Cinema Quadrat) auch mehr als ein halbes Jahrhundert nach seiner Uraufführung am New Yorker Broadway als eine der besten Filmkomödien überhaupt. Für Marilyn Monroe (wie auch für Jack Lemmon und Billy Wilder) gab es dafür einen Golden Globe.
Letzter vollendeter Film: „Misfits – Nicht gesellschaftsfähig“
Marilyn Monroes letzter Film „Misfits – Nicht gesellschaftsfähig“ von John Huston beschließt die eindrucksvolle Reihe am 29. Juni. Arthur Miller („Tod eines Handlungsreisenden“), der Dramatiker und zeitweise Ehemann der Monroe hat das Drehbuch um die ehemalige Nachtclubtänzerin Roslyn geschrieben, die von drei Männern umschwärmt wird. Gemeinsam ziehen sie aus, um Wildpferde einzufangen, aber die anfänglich noch romantisch erscheinende Exkursion wird zur ernüchternden Konfrontation der unterschiedlichen Charaktere. Clark Gable, der männliche Hauptdarsteller, starb bereits kurz nach den Dreharbeiten, Marilyn Monroe, 36-jährig, im Jahr nach dem Kinostart.
Termine
Nähere Infos und Tickets zu der Filmreihe zu Ehren von Marilyn Monroe im Mannheimer Cinema Quadrat gibt es online auf cinema-quadrat.de/filmreihen-100-geburtstag-marilyn-monroe