Ludwigshafen RHEINPFALZ Plus Artikel Mannheim: Madeleine Sauveur mit „Lassen Sie mich durch – ich bin Oma!“ im Schatzkistl

Opa und Oma: Clemens Maria Kitschen und Madeleine Sauveur im Schatzkistl.
Opa und Oma: Clemens Maria Kitschen und Madeleine Sauveur im Schatzkistl. Foto: Kunz

Nicht nur Omas und Opas amüsierten sich köstlich im neuen, sehr flotten Chanson-Kabarett-Programm von Madeleine Sauveur und Clemens Maria Kitschen, das im Schatzkistl in Mannheim Premiere hatte.

„Im Anfang war das Wort und das Wort war bei Oma“ – so hätte das Programm über die Freuden und Leiden des Oma-Seins beginnen können, aber dieser Satz fällt erst später. Stattdessen werden die Zuschauer erstmal von einer grantigen Oma, die irgendwo aus der Ecke von Köln oder aus dem Pott kommt, begrüßt: „So, jetzt hört’er mal auf zu quakkeln, es hat anjefangen! ... So, und jetzt alle mal husten! ... Wie, Se können nich husten? Na, wenn Se so klatschen wie Se husten, dann seh ich schwarz für heut Abend!“ Das Schwarzsehen stellt sich aber bald als unbegründet heraus, denn Applaus und begeisterte Lacher gibt es an dem Abend im ausverkauften Haus reichlich.

Die grantige Oma begrüßt ebenso unfreundlich den Opa am Klavier (Clemens Maria Kitschen), der durch seine virtuose und humorvolle Beherrschung nicht nur des Klaviers, sondern auch anderer Instrumente (Gitarre, Akkordeon, Fußschlagzeug) ganz wesentlich zum Erfolg des Abends beiträgt. Aber auch die Oma kann mehr als nur singen, sie schafft auch ganz mühelos ein wunderbares Trompetensolo, für das sie viel Applaus einfährt. Bald verabschiedet sie sich aber und herein kommt stattdessen die strahlende Madeleine, die genauso aussieht wie ihr Name klingt: umwerfend, französisch, attraktiv.

Busen zu klein

Wer nun denkt, der wunderbare Name „Madeleine Sauveur“ sei ein Künstlername, hat sich getäuscht, die Frau ist wirklich mit diesem Namen geboren, aber nicht in Frankreich, sondern in Braunschweig. In ihrem Fall bewahrheitet sich aber mal wieder das schöne Wort „Nomen est Omen“, denn was könnte man mit so einem Namen Besseres werden als Chansonsängerin und Bühnenstar? Eigentlich wäre sie ja gerne Operndiva geworden, eine klassische Gesangsausbildung hat sie, aber für Operndiva „war der Busen nicht groß genug“. Also hat sie umgesattelt und sich auf Chansons und Kabarett spezialisiert, und zusammen mit ihrem kongenialen Begleiter und Lebenspartner Clemens Maria Kitschen tourt sie nun seit 20 Jahren sehr erfolgreich durchs Land. Weil die beiden in Mannheim zu Hause sind, ist das Schatzkistl ihr Stammhaus, in dem sie schon viele Premieren gegeben haben.

Madeleine legt als Erstes ihr Handy auf den Tisch, denn sie ist in „Rufbereitschaft für die Enkel“, und sie schielt dann auch den ganzen Abend immer wieder nervös in Richtung Smartphone: Was, noch keine Nachricht von den Enkeln? Was ist denn da los? Natürlich hat sie ihr Smartphone auch voll mit Enkelbildern, die sie gefragt und ungefragt allen vor die Nase hält, denn ihre Enkel sind natürlich „süßer als alles, was sich im weiten Umkreis Kind nennt“. Besonders gut angeben kann sie damit auf dem Spielplatz, der nur mit Omas besetzt ist, denn die armen vielbeschäftigten Eltern von heute, alle nahe am Burnout, haben dafür ja gar keine Zeit mehr. Es gibt aber auch Momente, da ist die Oma selbst dem Burnout nahe, denn gerade auf dem Spielplatz lauern ja so unsagbar viele Lebensgefahren auf die Kleinen.

Das Enkel-Duell

Die Oma leidet aber nicht nur unter der schier untragbaren Last der Verantwortung für die Enkel, sondern unter einem noch größeren Problem: der Tatsache, dass sie nicht allein Oma ist, sondern sich diese Rolle mit der „Gegenoma“ teilen muss. Die beiden treten in der Champions League in der Disziplin „Tauziehen um die Enkel“ gegeneinander an, und wer gewinnt, triumphiert und genießt das enge Vertrauensverhältnis zu seinem Enkel, der dann mit 15 mit dem Satz ankommt: „Oma, kann ich ne Weile bei dir wohnen? Ich hab Stress mit deinem Kind.“

Termine

Weitere Termine: 14. Februar, 13. März, 25. April, 30. Mai, jeweils 20 Uhr, im Schatzkistl Mannheim, Augustaanlage 4-8. Tickets über den Rheinpfalz-Ticket-Service, Telefon 0631/37016618 oder auf der Internetseite www.schatzkistl.de.

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