Ludwigshafen Mach mit, bleib fit

Das Sportabzeichen hat weiß Gott schon bessere Zeiten erlebt – wie das Südwest-Stadion. Junge Teilnehmer zieht der Breitensport nicht gerade magisch an. Gestern Abend zum Saisonauftakt in der Ludwigshafener Arena waren gemessen daran dann doch relativ viele junge Sportler gekommen. Die Sorgenfalten von Trainerin Ulla Walther-Thiedig hat das nicht geglättet.
Der kleine Alessio und sein Bruder Flavio sind richtige Sportskanonen. Die beiden neun und sieben Jahre alten Jungs aus Ludwigshafen haben gerade den 800-Meter-Lauf gewonnen – Alessio vor Flavio. Ihre Zeit, wie die der übrigen zehn Kinder auch, war sehr gut. Für alle hat es zu Gold gereicht. Nicht nur beim Laufen, auch bei den anderen Disziplinen, Weit- oder Standsprung, Hochsprung, Wurf sowie Seilspringen gaben die jüngsten Teilnehmer von vier Jahren bis ins Teenageralter eine gute Figur ab. Die überraschend hohe Anzahl junger Sportler war ungewöhnlich. Denn normalerweise zieht das Sportabzeichen nicht gerade Massen an Jugendlichen an – es ist wohl nicht cool, das Sportabzeichen zu absolvieren. Dabei steckt eine ganz einfache Idee dahinter. Mach mit, bleib fit, so könnte das Motto lauten. Und: Die Sparkasse Vorderpfalz fördert sogar Vereine und Schulen, deren Jugendliche das Sportabzeichen bestehen. Jeweils fünf Euro fließen dann pro Teilnehmer. „Trotzdem kommen nur wenige“, bedauert Ulla Walther-Thiedig, seit 2004 verantwortlich für das Sportabzeichen in Ludwigshafen. Sie beackerte schon die Schulen. Für die Einrichtungen wäre es eine gute Einnahmequelle, wenn viele Schüler beim Sportabzeichen mitmachen. Das Geld könnte dann in neue Sportgeräte investiert werden. „Das alles steht und fällt mit dem Engagement der Lehrer“, sagt Thomas Gerling, Leiter der Sparte Sport der Stadt. So waren die älteren Semester gestern mal wieder in der Überzahl. Etwa 60 Teilnehmer waren insgesamt gekommen. Einer davon war Ansgar Schreiner, Direktor des Amtsgerichts Ludwigshafen. Seit elf Jahren legt er das Sportabzeichen ab. „Dadurch kann ich meine Fitness halten“, sagt er. Die Bedingungen im Stadion waren ideal. Hausmeister Günter Bolz und sein Team haben die altehrwürdige Arena toll herausgeputzt. (mne)