Ludwigshafen RHEINPFALZ Plus Artikel Lufthansa: Ludwigshafen-Airbus geht in den Ruhestand

Der Ludwigshafen-Airbus mit einem Follow-me-Wagen auf dem Flughafen Frankfurt.
Der Ludwigshafen-Airbus mit einem Follow-me-Wagen auf dem Flughafen Frankfurt.

Die spanische Provinz Teruel in Aragonien ist die letzte Anlaufstelle des Lufthansa Airbus A320 „Ludwigshafen am Rhein“. Nach rund 30 Jahren gehört der Flieger mit dem Kennzeichen D-AIPL nicht mehr der Lufthansa-Flotte an.

Im April 1988 gingen die ersten Maschinen dieses Flugzeugtyps A320-200 in die Luft. Ein wenig länger benötigte die „Ludwigshafen“. Sie trat im Dezember 1989 ihren Jungfernflug an, wurde im Februar 1990 an die Lufthansa-Flotte ausgeliefert, wie der Luftfahrt-Beobachter und Journalist Udo Lanz aus Weiden in der Oberpfalz notiert hat. Damit war die „Ludwigshafen“ fast drei Jahrzehnte mit dem blauen Kranich auf gelbem Grund unterwegs. Fast, denn von März 2002 an war der Flieger für ein Jahr an die algerische Khalifa Airways verleast, wie ebenfalls aus Lanz’ Unterlagen hervorgeht.

Am 18. März absolvierte das Modell seinen letzten Linienflug von Hamburg nach München und war seither in der bayrischen Landeshauptstadt „geparkt“. Wie ein Großteil der Lufthansa-Flotte war der Flieger im Zuge der Corona-Pandemie auf dem Boden gebunden. Dann trat er am 3. Juni seine letzte Reise nach Spanien an. Zuvor war die A320 vor allem im Inlandbetrieb unterwegs, besuchte aber von München aus nahezu alle großen europäischen Flughäfen.

Verschrottung in Spanien

Die Pandemie hat nun die Dienstzeit endgültig beendet, die ohnehin schon ein wenig länger andauerte als eigentlich vorgesehen. Denn längst war das Nachfolgemodell bei der Firma Airbus geordert, „aber die Auslieferung dafür hat sich verzögert, sodass die Maschinen weiter in Betrieb geblieben sind“, so Lanz. Die Krise nutzte das Unternehmen nun endgültig für die „Ausflottung“, wie es Lufthansa-Sprecher Jörg Waber umschreibt. Gleich elf A320 haben den Weg ins spanische Teruel angetreten. Einem Flugplatz, der zahlreichen Fluglinien als langfristiger Parkplatz vor der endgültigen Verschrottung dient. Hier befinden sich auch mehrere Schwestermaschinen der D-AIPL. Laut Waber legte die Lufthansa zuletzt sechs Flugzeuge vom Typ Airbus A380, sieben Flugzeuge vom Typ A340-600 sowie fünf Boeing 747-400 still.

Die A320 hatte vor 30 Jahren die Nachfolge einer Boeing 727-200 angetreten, die ebenfalls unter dem Namen „Ludwigshafen am Rhein“ unterwegs war. Wann der Name der Stadt sich wieder in die Luft erheben wird, steht aktuell in den Sternen. „Grundsätzlich gibt es eine Taufliste für künftige Flottenzugänge, auf die auch Städte gelangen, die vormals eine Patenschaft besaßen“, heißt es dazu von der Lufthansa. Wann aber welches Flugzeug getauft werde, entscheide sich kurzfristig.

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