Ludwigshafen RHEINPFALZ Plus Artikel Ludwigshafener Wasserballer gehen unter

Häufig rappelte es im Tor des WSV Ludwigshafen am Samstag gegen München, hier ein Bild aus der vergangenen Saison.
Häufig rappelte es im Tor des WSV Ludwigshafen am Samstag gegen München, hier ein Bild aus der vergangenen Saison. Foto: Kunz

Mit einer ernüchternden Leistung unterlag der WSV Vorwärts Ludwigshafen in der ersten Runde des süddeutschen Wasserballpokals den SGS München mit 7:20. In der zweiten Spielhälfte zerbrach der Gastgeber zwei Wochen vor dem Saisonauftakt gegen den Favoriten der Zweiten Bundesliga in seine Einzelteile.

„Wir werden uns zum Saisonstart anders präsentieren“, versprach Trainer Pierre Hilbich, der mit seinen 41 Jahren als Torhüter wieder in die Anfangsformation gerutscht war. Aber auch er konnte die Lawine der Gegentreffer nicht stoppen. Wobei der 3:8-Rückstand bis zum Seitenwechsel vor allem an der Regelauslegung des Schiedsrichtergespanns Rainer Spiegel und Oliver Rodi lag. Sie hatten den Gästen gleich vier Strafwürfe zugesprochen. „Wir müssen uns offensichtlich noch auf die neue Regelauslegung einstellen“, kommentierte Hilbich. Ansonsten war er mit der Leistung seiner Mannschaft bis zu diesem Zeitpunkt zufrieden. Denn das Team musste kurzfristig auf Andreas Sommer und Martin Görge verzichten. Zwei Leistungsträger, die schmerzlich vermisst wurden. Damit fehlten im Grunde neben dem verletzten Laszlo Toth und dem nach München gewechselten Ahmed Mohamed gleich vier Spieler aus der Startaufstellung des Vorjahres. Oliver Görge hatte den WSV gegen den Favoriten sogar mit 1:0 (2.) in Führung gebracht. Zwei Strafwürfe, unter anderem traf Mohamed, der mit sieben Toren treffsicherster Münchner war, und zwei Tore durch den starken Brinio Hondo drehten das Spiel zugunsten der Gäste. Auch nach dem ersten Viertel hielten sich die Ludwigshafener noch an das ausgegebene Konzept, mussten aber zwei weitere Strafwürfe hinnehmen. Der deutliche Rückstand war auf fehlende Routine im Angriff und auch ein wenig Pech zurückzuführen. Erst Michael Burger verkürzte nach Pfostentreffern und vergebenen Überzahlchancen auf 3:7 (14.).

Trainer findet für zweite Halbzeit keine Worte

Für die zweite Spielhälfte fand Hilbich dann keine Worte mehr: „Wir hatten die Mannschaft darauf vorbereitet, dass wir gegen starke Münchner wahrscheinlich verlieren“, verriet er: „Aber wir waren nicht darauf vorbereitet, dass es passiert, wie es dann passiert ist.“ Gegen immer stärker verunsichert auftretende Gastgeber eroberte sich München immer wieder den Ball, schwamm Konter auf Konter auf das Tor von Hilbich. Einfachste Absprachen, leichteste Bälle, kurz das Einmaleins des Wasserballs, wollten nicht mehr gelingen. Auch die Routiniers Johannes Schmitz, Oliver Görge und Benjamin Hettich konnten dem Gebilde keine Stabilität mehr geben. Neuzugang Srdjan Rajcic fehlte noch völlig die Bindung zu den Nebenleuten. Lediglich die Nachwuchsspieler Joost Christoffels, Marcel Beck und Johannes Sommer nahm Hilbich von der Generalkritik aus: „Wir müssen unsere jungen Spieler in dieser Saison mehr nach vorne bringen und sie haben es auch schon gut gemacht.“

Trainer verspricht Leistungssteigerung

Insgesamt wartet aber noch viel Arbeit auf das Ludwigshafener Trainerteam. „Wir müssen die Mannschaft neu zusammenstellen.“ Ideen dafür seien vorhanden, versprach Hilbich. Und einige kleinere Lichtblicke gab es ja auch gegen den routinierteren, schwimmerisch überlegenen und abgezockteren Favoriten aus Bayern. Mit Toren von Fabian Härte (4:13, 22.), Johannes Schmitz (5:18, 27.), Rajcic (6:18, 28.) und Tom Sieger in den Schlusssekunden zeigte der WSV, dass doch noch Offensivkraft vorhanden ist. „Wir werden uns bis zum Saisonstart steigern“, versprach der Ludwigshafener Trainer.

Kommentar

Raue Zeiten

Die Fans von Wasserball-Zweitligist WSV Vorwärts Ludwigshafen müssen sich umstellen. Galavorstellungen werden bei den Heimspielen in der neuen Zweitliga-Saison wohl kaum zu sehen sein. Das wurde spätestens bei der Saisonpremiere mit der Niederlage gegen die SGS München am Samstag deutlich. Ohne vier Stammkräfte aus der Startaufstellung der vergangenen Saison müssen sich die Ludwigshafener in dieser Spielzeit neue Ziele suchen, sich möglichst früh nach hinten absichern. Eine Erkenntnis, die beim Trainergespann Pierre Hilbich und Maurice Schäfer längst angekommen ist. Den Zuschauern blieb hingegen nach vielen guten Jahren – angesichts der Hilflosigkeit gegen die Münchner – teilweise nur entsetztes Schweigen. Das ist ganz sicher der falsche Weg, denn die neuformierte und vor allem junge Mannschaft des WSV braucht gerade jetzt die Unterstützung vom Beckenrand. Nicht mehr im Kampf um den in der vorigen Runde noch als Saisonziel ausgegebenen dritten Platz, sondern im Kampf gegen den Abstieg.

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