Ludwigshafen
Ludwigshafener Kriminalstatistik 2019: Weniger Straftaten, höhere Aufklärungsquote
Der Rückgang der Fallzahlen um rund 1,9 Prozent (308) auf 16.220 Vorfälle sei doppelt bemerkenswert, meinte Traub. Schließlich sei die Bevölkerung Ludwigshafens im Vorjahr um 1,5 Prozent angewachsen. Im Gegenzug dazu freute er sich über die auf 62,9 Prozent gestiegene Aufklärungsquote. Damit liegt die Polizeidirektion sogar über dem Durchschnitt des Polizeipräsidium (62,8 Prozent). Die Zielquote liege bei 60 Prozent, „und bei schweren Straftaten ist unsere Quote deutlich besser“. So wurden alle vier Straftaten gegen das Leben aufgeklärt, und auch bei Körperverletzung (93,2 Prozent) und Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung (80 Prozent) liege die Aufklärungsquote deutlich über dem Durchschnitt.
Dabei sei die Anzahl der Sexualstraftaten insgesamt von 170 auf 198 angestiegen, was vor allem an der Verdopplung der Fallzahl bei der Verbreitung pornografischer Schriften liege, so Jens Böhle, Leiter der Kriminalinspektion. Das habe mit der international vernetzten Polizeiarbeit zu tun. So durchsuche eine Stelle in den USA die sozialen Netzwerke nach pornografischen Inhalten und leite die Funde an die lokal zuständigen Dienststellen weiter. „Das ist also kein Ludwigshafener Phänomen“, sagte er. Allerdings sei es ein Thema, das die Polizei weiter im Blick habe. Man setze hier mit Präventionsgruppe „Keep Cool“ auf Aufklärung unter den Minderjährigen. „Hier könnten auch die Eltern einmal nachsehen, was der Nachwuchs denn da so alles auf dem Smartphone hat“, so Traub.
Gewalt gegen Polizisten: mehr Fälle
Etwas bedenklich stimmt ihn die Gewalt gegen Polizisten: Hier gab es einen Anstieg von 116 auf 158 Fälle. „Das liegt vor allem daran, dass wir die Beleidigungen mittlerweile erfassen“, erläuterte Traub die Zahlen. Zu körperlicher Gewalt gegen seine Kollegen sei es eher selten gekommen, und auch schwerwiegende Verletzungen seien nicht zu beklagen gewesen. „Das liegt zum einen an unserer guten Ausbildung und an der guten Ausstattung.“ Oft genüge es, mit dem Einsatz eines Elektroschockgerätes zu drohen.
Bei den ermittelten 7318 Tätern handelt es sich in der Regel um Männer. Genau genommen in 73 Prozent der Fälle. Diebstahl liegt mit 20,22 Prozent weiter an der Spitze der angezeigten und verfolgten Straftaten, gefolgt von Rohheitsdelikten (19,94) und Vermögens- und Fälschungsvergehen (19,36). Ohne Verstöße gegen das Ausländerrecht betrage der Anteil nichtdeutscher Tatverdächtiger rund 39 Prozent.
Weniger Einbrüche
Dann nannte Traub noch einige erfreuliche Entwicklungen. So befinde sich die Anzahl an Wohnungseinbrüchen auf dem Tiefststand seit 2014, die politisch motivierte Kriminalität stagniere mit 48 auf einem sehr niedrigen Niveau, und im Bereich der Straßenkriminalität verzeichnete die Direktion mit 3272 genau 65 Fälle weniger als 2018.
Zur Sache: Polizeidirektion Ludwigshafen
Das Direktionsgebiet erstreckt sich über 470 Quadratkilometer. Fünf Inspektionen mit 600 Mitarbeitern betreuen 414.000 Einwohner. Der Dienstbezirk repräsentiert den linksrheinischen Teil des Rhein-Neckar-Dreiecks. Die Direktion ist Teil des Polizeipräsidiums Rheinpfalz, das sich in Vorder- und Südpfalz auf einem 2400 Quadratkilometer großen Gebiet um die Sicherheit von 870.000 Einwohnern kümmert.