Ludwigshafen
Ludwigshafener Hochstraßen: Tag der Entscheidung am 9. Dezember
Für die Hochstraßensanierungen vermisst er ein „richtiges Konzept“. Und: Der Stellenwert des Ludwigshafener Stammwerks werde innerhalb des Konzerns an Bedeutung verlieren. Das erklärte BASF-Vorstandschef Martin Brudermüller (58) zuletzt gegenüber der RHEINPFALZ. Bemerkenswerte Aussagen, die auch Oberbürgermeisterin Jutta Steinruck (57, SPD) nicht unkommentiert lässt.
„Die Sperrung der Hochstraße Süd ist eine große Belastung für die gesamte Region. Das ist allen, die hier in der Stadtverwaltung Verantwortung tragen, mehr als bewusst“, sagt Steinruck. Der Sicherheit wegen habe es aber keine andere Option gegeben. „Die Tatsache, dass sich nach der Sperrung weitere Risse im Bauwerk vergrößert haben, zeigt dies sehr deutlich.“ Aktuell würden mehrere Varianten für eine Sanierung der seit 22. August gesperrten „Pilzhochstraße“ erarbeitet. Lösungsansätze würden am Montag, 9. Dezember, dem Stadtrat vorgestellt, der letztlich auf der Basis fachlicher Empfehlungen eine Entscheidung treffen müsse.
Zwei Trassen, ein System
Für Steinruck sind die Hochstraßen Nord (B 44) und Süd (B 37) ein „verkehrliches Gesamtsystem“. Beide Bundesstraßen leisteten einen sehr großen Beitrag, um den überregionalen Verkehr über den Rhein zu führen. Die Verwaltung habe daher im Zuge der Stadtstraßen-Planung die Verkehrsbehinderungen einzelner Bauphasen sehr genau betrachtet und auch intensiv mit der BASF abgestimmt. „Dies führte zu Umstellungen der Logistik und zu Investitionen in die Infrastruktur im BASF-Werk“, berichtet die OB.
Durch die unerwarteten Entwicklungen an der Südtrasse müsse das Verkehrsnetz nun neu bewertet werden. Weil die Fragestellungen sehr komplex seien und die Antworten verlässlich sein müssten, werde dieser Prozess Zeit in Anspruch nehmen. „Danach werden wir mit unseren Partnern in die Diskussion treten.“ Um für die gesperrte Südtrasse einen Ausgleich zu bieten, habe die Stadt deutliche Verbesserungen im öffentlichen Nahverkehr beschlossen, die rasch umgesetzt würden. „Zusätzlich wird durch bauliche Maßnahmen versucht, den Busverkehr staulos in die Innenstadt zu führen. Auch bei den S-Bahnen werden weitere Leistungssteigerungen zügig umgesetzt.“ Alleine könne die Stadt hier aber nicht agieren. Sie sei auf die Unterstützung der umliegenden Landkreise angewiesen. „Wir haben von Anfang an deutlich gemacht, dass die Sanierung der Hochstraßen von der Stadt allein nicht gestemmt werden kann“, betont Steinruck. Mit Bund und Land gebe es dazu vertrauensvolle Gespräche. „Ich bin sicher, dass wir hier Unterstützung bekommen, speziell bei der Finanzierung.“
Genehmigungsverfahren lähmen
Gleichwohl spreche Martin Brudermüller indirekt ein Thema an, das auch sie sehr umtreibe: „Unsere Infrastrukturprojekte dauern vor allem deswegen so lange, weil wir an Genehmigungsverfahren gebunden sind, die wenig Flexibilität bieten. Dies führt dazu, dass zwischen Planung und Baubeginn mehrere Jahre vergehen können. Wenn wir uns als Region in einer gemeinsamen Initiative von Kommunen und Wirtschaft positionieren und unsere Stimmen in diese Richtung erheben, sollte dies auch in Mainz und Berlin nicht ungehört bleiben“, so Steinruck.
Ungeachtet dessen freue sie sich, dass die BASF am weltweit größten Verbundstandort festhalte. „Die BASF ist ein bedeutender Wirtschaftsstandort und der größte Arbeitgeber in der Region. Ich bin mir sicher, dass der Konzern die Anstrengungen der Stadt für den langfristigen Erhalt und Ausbau am Stammsitz würdigt.“ Dies zeigten die Investitionen in Milliardenhöhe in jüngster Vergangenheit. „Und das zeigen die geplanten Investitionen für die Zukunft“, bilanziert Steinruck.