Ludwigshafen
Ludwigshafener Bilderrätsel „Wo isses?“: Gesucht war der Luftschutzbunker in der Luitpoldstraße
Rund 30 Leser lagen richtig und haben ihn auf Anhieb erkannt: Bei unserem „Wo isses“-Rätsel haben wir den Bunker in der Luitpoldstraße in Friesenheim gesucht. Der sechsgeschossige Betonkubus entstand im Jahr 1941.
Der ehemalige Luftschutzbunker in der Luitpoldstraße 54 direkt am Otto-Buckel-Platz ist heute recht grün bewachsen und wirkt damit gar nicht mehr so grau wie ihn das relativ triste Schwarz-Weiß-Bild in der Ludwigshafener Denkmaltopograhie erscheinen lässt. In dem kleinen Vorsprung zum Otto-Buckel-Platz hin steht die Eule als Friesenheimer Wahrzeichen – umgeben von zahlreichen Wappenschildern: Symbole für die vielen Vereine in dem bald 19.000 Einwohner zählenden Stadtteil. Gegenüber des Bunkers liegt das Gemeindehaus, in dem sich der Ortsbeirat regelmäßig versammelt. Das nächste Mal am Dienstag um 16 Uhr. Dort ist auch das Bürgerbüro angesiedelt.
Lagerstätte für Weihnachtsmarkt
Ein besonderes Merkmal des Bunkers sind die Belüftungsöffnungen mit ihren quadratischen Nischen und nach innen abgestuften Gewänden. Durch den Bewuchs sind sie mittlerweile teilweise verdeckt. Schützten die dicken Wände die Menschen im Zweiten Weltkrieg noch vor den Bombenangriffen, so hat der Bunker heute im Alltag eine eher praktische Funktion. Er dient den Verantwortlichen des kleinen Weihnachtsmarkts am Otto-Buckel-Platz als willkommene Lagerstätte, wie Ortsvorsteher Günther Henkel (SPD) berichtet.
32 Bunker gibt es heute noch
Ludwigshafen war eines der Hauptangriffsziele der alliierten Bomberflotten im Zweiten Weltkrieg. Der Grund: Die Stadt war wegen des Chemiewerks der IG Farben (heute BASF) ein kriegswichtiger Industriestandort. Insgesamt 124 Luftangriffe flogen Amerikaner und Briten. Das Bombardement forderte 1300 Todesopfer – die Anzahl der Opfer wäre ohne die zahlreichen Bunker in der Stadt wesentlich höher gewesen. Friesenheim war wegen der Nähe zur BASF besonders betroffen. 32 der Betonklötze gibt es heute noch.
Zwei Gewinner
Die Friesenheimer kennen ihren Bunker und dessen Umfeld natürlich: „Wäre ja eine Schande, wenn ich das als alte Friesenheimerin nicht wüsste“, schreibt etwa Maria Anna Reil, die heute in Süd lebt. „Dort findet auch immer der schöne kleine Weihnachtsmarkt statt“, schreibt Stefanie Strauß. Jeweils zwei RHEINPFALZ-Tassen gewonnen haben Hans Kätsch und Christa Böhles, beide aus Ludwigshafen. Das nächste „Wo isses“ gibt es im Dezember.