Ludwigshafen
Ludwigshafen: Zwei Schulen in Friesenheim sind gut vernetzt
Ein großes Netzwerk ist an zwei Schulen in Friesenheim durch das Projekt #WirgestaltenSchule entstanden. Die Realschule plus am Ebertpark und die Grund- und Realschule plus Friesenheim haben sich für das Projekt beworben und wurden – von insgesamt sechs Realschulen plus im Stadtgebiet – für das fünf Jahre dauernde Pilotprojekt ausgewählt.
Verschiedene Kooperationspartner sind Teil dieses Netzwerkes. Da wäre die BASF als Sponsor, das Bildungsministerium, die Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion Neustadt (ADD), die Stadt Ludwigshafen und die wissenschaftliche Begleitung durch die Universität Heidelberg. An der Schule am Ebertpark sind der Schulleiter Jürgen Kloss und der Konrektor Daniel Kirschner die Ansprechpartner für das Projekt. Sie erhalten zum Einen Unterstützung von den Kooperationspartnern als auch von
„Education Y“, einer Social-Profit-Organisation, die das Projekt begleiten. Denn der soziale Status der Eltern ist noch immer sehr entscheidend für den schulischen Erfolg der Kinder.
Durch das Projekt sollen Kinder und Jugendliche befähigt werden, das eigene Leben selbstbestimmt zu gestalten. Das bedeutet für die Praxis viele einzelne Schritte, die Schulleiter Kloss beschreibt: „Wir arbeiten mit ,Chancenwerk’ zusammen. Hier werden ältere Schüler zu Nachhilfelehrern für die Jüngeren. So können wir nach den Herbstferien dienstags und donnerstags eine kostenlose Hausaufgabenhilfe anbieten.“ Ist die Hausaufgabenhilfe doch eher etwas für die Jüngeren, so konnte für die Schüler ab der achten Klasse der Kontakt zu „Rock Your Life“ hergestellt werden. Kloss erklärt: „Hier betreut ein Student ehrenamtlich einen Schüler über den Zeitraum von zwei Jahren hinweg und steht ihm bei Fragen und Problemen zur Verfügung.“
Ideen werden umgesetzt
Um all diese Schritte zu entwickeln und zu koordinieren gibt es eine Steuerungsgruppe, die aus Schule, Lehrer, Schulelternbeirat, Schülern und Mitarbeitern von „Education Y“ besteht. Eine daraus entstandene Idee wurde bereits umgesetzt: „Unser Schülercafé wird morgens von Eltern geöffnet. Dies deckt die Betreuung bei Unterrichtsausfall in den ersten beiden Schulstunden ab.“
Der Schulleiter wünscht sich mehr Interesse der Eltern an der Schule und eine Elternassistenzstelle. „Das wäre eine große Entlastung für die Schule, wenn es da einen Ansprechpartner für interessierte Eltern gäbe“, sagt Kloss. Ein weiteres gefördertes Projekt ist die Digitalisierung. „Wir haben neue Computer erhalten und können jetzt effektiv mit dem Internet arbeiten.“
Förderung für das Projekt kommt auch aus der Schweiz. Wilfried Schley, der an der Universität Zürich tätig und Leiter des Instituts für Organisationsentwicklung und Systemische Beratung in Hamburg ist, unterstützt das Projekt auf dem Gebiet der Lernkompetenz. Unterstützt werden die Ludwigshafener auch durch diverse Schulungen. Nicht nur der Schulleiter und sein Konrektor werden geschult. Auch soll es Weiterbildungen für Eltern und Schüler geben. „Dass die Schüler mitmachen, daran habe ich keinen Zweifel. Ich hoffe sehr, dass auch Eltern davon Gebrauch machen“, sagt Kloss. So werde viel getan für die Zukunft der Schüler sowie für den Übergang in das Ausbildungssystem und die spätere Berufstätigkeit.