Ludwigshafen
Ludwigshafen: Theatergruppe der BASF-Mitarbeiter bekommt viel Applaus
„Ein himmlischer Auftrag“ war es am Freitagabend wahrlich, das Publikum im vollen Bürgersaal Nord mit Pointen zu attackieren. Die Theatergruppe des Internationalen Mitarbeiterclubs (IMC) der BASF führte die gleichnamige Komödie von Andreas Bernard und Sabrina Braun auf und erntete aufgrund der beeindruckenden Leistung der Darsteller reichlich begeisterten Applaus.
Vor noch ungeöffnetem Vorhang erschien der geflügelte Engel Susi, dargestellt von Petra Kollmann, und lief durch den Zuschauerraum. Petrus (Tieme Tijms) hatte schon nach Susi gerufen. Sie wusste, es würde wieder Arbeit für sie geben. Dann erschien Petrus und erklärte, der Herr habe die Nase von den Menschen voll, und er wolle wieder eine Sintflut herbeiführen. Beim ersten Mal hatte Zimmermann Noah eine Arche gebaut, und ein „Noah“ solle das jetzt wieder tun. Als einzigen Noah habe er den Schriftsteller Herbert Noah (Hans Fritzius) gefunden. Den soll Susi aufsuchen und mit dem Arche-Bau nach alten Plänen beauftragen.
Engel Susi trifft auf Herbert Noah und leistet Überzeugungsarbeit. Für andere ist Susi nicht sichtbar, wie etwa für Herberts resolute und ständig schimpfende Haushälterin Erika Schimmelberg (Beate Bushnell). Durch deren Tiraden erfährt sie, dass Herbert handwerklich ungeschickt ist. Zudem ist er Single und kinderlos. Das geht nicht. Eine Frau für Herbert muss her, denn er muss ja für Nachkommen der Menschheit sorgen. „Ich habe nicht gewusst, dass das alles so kompliziert ist, das war doch früher ganz einfach“, stellen Susi und Petrus fest, als sie mit den Vorschriften beim Archebau konfrontiert werden.
Eine Prise „Verliebtsein“
Zum Thema Frau für den Arche-Bauer meinte Susi, es reiche, drei Personen eine Prise „Verliebtsein“ zu verabreichen. Das waren die energische Zollbeamtin Maria Rickenthal (Anita Grossmann), die schrill gekleidete Tier- und Naturschützerin Claudia Rothe (Anne Rase) und Tüv-Prüfer Gernot Raubein (Joachim Seega), eine „Frau im Körper eines Mannes“. Zum Vergnügen des Publikums zeigten die Darsteller überzeugend, wie wenig sie zu Herbert passten. Besonders die Szene, als die Haushälterin nach einer Prise „Verliebtsein“ versuchte, den Tüv-Prüfer, der mit Frauen nichts anfangen konnte, auf dem Tisch zu verführen, strapazierte die Lachmuskeln. Als schließlich der Polizist Walter Pierchler (Urs Germann) den Herbert mitnahm und dieser auch noch in eine Zwangsjacke gesteckt wurde, merkte Engel Susi, dass sie sich in den Arche-Bauer Noah verliebt hatte. Da lächelte Petrus süffisant und erklärte, der Engel habe 300 Jahre keinen Urlaub genommen und jetzt einen Überhang von 63 Jahren. Den könne sie auf der Erde verbringen und Herbert heiraten – ein „Happy End“.
BHs fliegen auf die Bühne
Vom Anfang bis zum Ende fesselte das Ensemble unter Regie von Joachim Seega das Publikum mit diesem hervorragend aufgeführten Zweiakter und führte gekonnt von einer Lachsalve zur nächsten. Alle Darsteller zeigten eine beeindruckende Leistung. Das Publikum spendete hochverdienten Applaus, und für die „Frau im Körper eines Mannes“ flogen noch zahlreiche BHs auf die Bühne.