Ludwigshafen RHEINPFALZ Plus Artikel Ludwigshafen: Streit um Lagerhausstraße beendet

Dauerbaustelle: In der Lagerhausstraße wurde jahrelang gearbeitet.
Dauerbaustelle: In der Lagerhausstraße wurde jahrelang gearbeitet. Archivfoto: KUNZ

Die Lagerhausstraße war nicht nur eine langwierige Baustelle – auch das juristische Nachspiel dauerte. Letztlich haben sich Baufirma und Stadt auf einen Vergleich geeinigt. Die Tiefbauarbeiten werden dadurch nachträglich um 350.000 Euro teurer.

In der Lagerhausstraße im Stadtteil Süd wurde in den vergangenen Jahren häufiger gebaut. Zunächst wurde von Sommer 2014 bis Dezember 2015 der Kanal saniert. Im August 2016 wurde die Straße dann im Bereich zwischen der Wittelsbach- und der Böcklinstraße wieder aufgerissen. Der Grund: Es standen Tiefbauarbeiten an. Diese dauerten bis zum Herbst 2017. Von Anwohnern, vor allem aber von Geschäftsleuten, gab es in dieser Zeit einige Kritik an der Stadt – einerseits wegen Verzögerungen, andererseits wegen mangelnder Kommunikation.

1,6 Millionen Euro mehr?

Das Baudezernat wiederum kritisierte im Anschluss an die Arbeiten die ausführende Baufirma. Seitens der Verwaltung war die Rede von „schleppender Bauausführung mit oft ungenügendem Personal- und Maschineneinsatz“. Schließlich reichte die Baufirma im Dezember 2017 ihre Schlussrechnung ein. Laut Stadt stellte sie dort Mehrforderungen in Höhe von 1,6 Millionen Euro. Ein Rechtsstreit stand kurz bevor, weil die Stadt die Zahlung dieser Summe ablehnte und die Baufirma ihrerseits Widerspruch einlegte.

Schlichtung mit Ergebnis

Im Herbst 2018 verständigten sich Baufirma und Stadt auf eine Mediation. Der Grund: Eine Auseinandersetzung vor Gericht wäre zeitintensiv und vor allem teuer geworden. Die Stadt wollte das vermeiden. Aus der Schlichtung ging ein Vergleich hervor. Demnach muss die Stadt Mehrkosten in Höhe von 350.000 Euro für die Tiefbauarbeiten zahlen. Die Kosten erhöhen sich damit insgesamt von 2,3 Millionen auf 2,65 Millionen Euro. Diese Steigerung hat der Bau- und Grundstücksausschuss am Montag einstimmig beschlossen.

Gesamtkosten: acht Millionen

Die Gesamtkosten für die Arbeiten an der Lagerhausstraße – die Kanalarbeiten mit eingeschlossen – betragen wohl rund acht Millionen Euro, wie die Stadt auf Anfrage mitteilt. Damit sind sie sogar 1,5 Millionen Euro günstiger, als ursprünglich angenommen, weil die Kanalarbeiten laut Stadt „wirtschaftlicher umgesetzt“ wurden. Der kaufmännische Abschluss vom Tiefbau stehe allerdings noch aus.

Die Kritik an den Lagerhausstraßen-Arbeiten zielte vor allem auf die immer wieder verschobene Fertigstellung. Zunächst war von April 2017 die Rede gewesen, dann von Ende Juni. Wieder freigegeben war die Straße aber erst ab Ende August, die Baumaßnahmen komplett abgeschlossen laut Stadt Mitte Oktober 2017. Neben Leitungen, die an vorher nicht geahnten Stellen gefunden wurden, führte die Stadt die Verzögerung eben auch auf Fehler seitens der Baufirma zurück. Nun scheint dieses Kapitel endgültig abgeschlossen zu sein.

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