Ludwigshafen RHEINPFALZ Plus Artikel Ludwigshafen: Stefanie Kleinsorge ist neue Bereichsleiterin Kultur

„Mit den vorhandenen Möglichkeiten sehr gute Dinge erreichen“, das möchte Stefanie Kleinsorge im Bereich Kultur.
»Mit den vorhandenen Möglichkeiten sehr gute Dinge erreichen«, das möchte Stefanie Kleinsorge im Bereich Kultur.

Die Überraschung war groß, als kurz vor Weihnachten bekannt wurde, wer die Nachfolge des scheidenden Kulturbereichsleiters der Stadt, Dietrich Skibelski, antritt: Stefanie Kleinsorge, die Direktorin des Ausstellungshauses Port 25 in Mannheim. Am Montag wird die 56-Jährige ihren Dienst antreten – und das Kunststück versuchen, mit wenigen finanziellen Mitteln die Stadt kulturell nach vorne zu bringen.

Es wäre wahrhaft übertrieben zu behaupten, dass Stefanie Kleinsorge eine Lebenskünstlerin ist. Aber einen interessanten Lebenslauf – den hat sie definitiv vorzuweisen. Schon vor dem Abitur gründete die gebürtige Düsseldorferin nach einer Ausbildung zur Druckvorlagenherstellerin in Köln einen Druckvorstufenbetrieb, der bis auf 15 Mitarbeiter anwuchs und den sie 15 Jahre lang führte, bis 1997. „Über die Produkte, zum Beispiel Kataloge, hatte ich viel Kontakt mit Künstlern“, erzählt Kleinsorge. „Da war eine Aufbruchstimmung in Köln spürbar.“

 

 

Kunstgeschichte in Heidelberg studiert

Die Digitalisierung und die „zunehmende Hektik“ führten dazu, dass sie sich 1997 einem komplett neuen Betätigungsfeld zuwandte: Sechs Jahre lang führte Kleinsorge ein Seminarhaus im Elsass. Mittlerweile schrieben wir das Jahr 2003 – und die 39-jährige Stefanie Kleinsorge entschloss sich zu einem Studium der Kunstgeschichte in Heidelberg. Seitdem ist sie in der Rhein-Neckar-Region zu Hause, hat für den Heidelberger Kunstverein und das Fotofestival gearbeitet und ein großes Netzwerk in der hiesigen Kulturszene aufgebaut.

Beides dürfte dazu beigetragen haben, zuerst Bürgermeisterin Cornelia Reifenberg (CDU) und dann den Ludwigshafener Stadtrat zu überzeugen, der im Dezember in nichtöffentlicher Sitzung einstimmig für Stefanie Kleinsorge als künftige Leiterin des Bereichs Kultur stimmte. Sie setzte sich gegen 21 Mitbewerber durch. „Ich habe große Lust, das zu machen“, sagt sie. „Es durchzieht mein Leben, dass alles, was ich mache, mit viel Herzblut geschieht.“ Als Kulturbereichsleiterin ist Kleinsorge Vorgesetzte von rund 130 Mitarbeitern in allen städtischen Kulturinstitutionen außer dem Theater im Pfalzbau – also Wilhelm-Hack-Museum, Musikschule, Stadtbibliothek, Stadtarchiv, Stadtmuseum, Kulturzentrum Das Haus und Ernst-Bloch-Zentrum – und verantwortet einen Etat von rund zehn Millionen Euro.

 

 

Büro in der Stadtbibliothek

Die ersten großen Projekte, mit denen sich Kleinsorge beschäftigen wird, sind der angedachte gemeinsame Umzug von Stadtmuseum und Stadtarchiv in die alte Werfthalle und der neue städtische Haushalt. Dass Ludwigshafen nicht besonders viel Geld für Kultur ausgibt, ist der 56-Jährigen durchaus bewusst. „Man sollte nicht darauf gucken, was nicht da ist, sondern mit dem umgehen, was man hat“, sagt sie. „Und man kann mit den vorhandenen Möglichkeiten sehr gute Dinge erreichen.“ Ihre Aufgabe sieht sie vor allem darin, im Hintergrund zu wirken und Strategien zu entwerfen.

Auch beim Port 25 im Mannheimer Jungbusch, ihrem Betätigungsfeld seit 2015, wird Stefanie Kleinsorge künftig im Hintergrund arbeiten. Bis 2021, mit der Option auf Verlängerung bis 2023, hat sie von der Stadt Mannheim den Auftrag, das Ausstellungshaus zu führen. Für den kaufmännischen Bereich wird sie weiterhin verantwortlich sein. Alle kuratorischen Aufgaben hat sie erledigt, bevor sie am Montag ihr neues Büro im Gebäude der Stadtbibliothek in der Ludwigshafener Bismarckstraße beziehen wird.

Dass mit Stefanie Kleinsorge ein durch und durch kulturaffiner Mensch für den Posten auserkoren wurde – man sieht es an einem Vorsatz, den sie hat: In ihrer Freizeit, sagt die 56-Jährige, wolle sie versuchen, möglichst oft Ausstellungseröffnungen und andere kulturelle Ereignisse zu besuchen.

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