Ludwigshafen Ludwigshafen: Stadtrat beschließt Kita-Ausbau für 31 Millionen Euro
Das im Februar 2016 vom Stadtrat beschlossene dritte Kita-Ausbauprogramm geht in die Umsetzung. Fünf Projekten hat der Bau- und Grundstücksausschuss gestern den Weg geebnet, um dem gesetzlichen Anspruch auf eine Betreuung und dem wachsenden Bedarf durch rasant steigende Geburtenzahlen zu begegnen. Gesamtvolumen: 31 Millionen Euro.
„Das ist eine sehr gute Nachricht für die Eltern und ganz, ganz wichtig für unsere Stadt“, sagte CDU-Sprecherin Constanze Kraus. Prekär sei die Situation vor allem in den Stadtteilen Oggersheim und Süd. Von einem „Kraftakt“ sprach Liborio Ciccarello (Linkspartei). Die einzelnen Bauvorhaben stellte Rainer Bernhard als Bereichsleiter des Gebäudemanagements vor. Es geht um 29 Kita-Gruppen sowie fünf Neubauten beziehungsweise Ausweichquartiere. •Süd: Ein solches Provisorium soll bis Oktober 2018 mit acht Gruppen am Lichtenberger Ufer am Rhein entstehen. Dorthin werden die Jungs und Mädchen der Kita Süd ausgelagert, weil das über 50 Jahre alte Gebäude in der Orffstraße ein Sanierungsfall ist, abgerissen und neu gebaut werden muss. Kosten: 5,5 Millionen Euro. Das sei billiger als ein Umbau, betonte Bernhard. Eine Erweiterung hätte 900.000 Euro mehr verschlungen. „Das ist ein Wort.“ •Nord: In der Pettenkoferstraße im Hemshof wird bis März 2018 ein Ausweichquartier für die aktuell vier Gruppen der Kita an Rohrlach- und Schanzstraße errichtet. Im Anschluss starten für 4,5 Millionen Euro der Rück- und der Neubau der Kita mit dann drei zusätzlichen Gruppen. Für April 2019 ist die Einweihung geplant. •Oggersheim: Neu gebaut werden soll auch an der Adolf-Diesterweg-Straße: eine zweigeschossige Kita für 5,1 Millionen Euro mit ebenfalls sieben Gruppen. Zu Verzögerungen führen könnten – wie am Samstag berichtet – archäologische Sondierungen, falls auf dem bisher landwirtschaftlich genutzten Gelände tatsächlich Historisches entdeckt wird. •Oppau: Günstiger als eine Sanierung (6,6 Millionen Euro) ist laut Bernhard auch in Oppau (August-Bebel-Straße) ein Kita-Neubau (5,5). Einziehen sollen die sieben Gruppen auf dem benachbarten Bolzplatz im Februar 2019. •Mitte: Im Dezember 2018 fertig sein soll der Kita-Neubau an Berliner- und Wörthstraße in der Stadtmitte mit sechs Gruppen (Kosten: 3,8 Millionen Euro). Falls das Projekt am 26. Juni den Stadtrat passiert, könnten die Arbeiten im September vergeben werden. Die im Bau befindliche Kita Gneisenaustraße (Süd, sechs Gruppen) soll bis Oktober bezugsfertig sein, so Bernhard. In der Mundenheimer Wattstraße sollen im früheren Edeka-Markt drei Gruppen untergebracht werden. Nach dem Umbau werde die Stadt die Räume ab Juli 2018 vom ehemaligen Marktbetreiber mieten. Der Vertrag sei unterzeichnet. In Planung bis August 2019 sind Bernhard zufolge drei Kita-Gruppen an Westend- und Dörrhorststraße (Mitte). In Süd sollen zusätzliche Privatflächen für Kinderbetreuung angemietet werden. Weil sie von den Kita-Standorten Orffstraße und Berliner-/Wörthstraße nicht überzeugt sind, stimmten die Grünen gegen diese Vorhaben, „auch wenn wir den Bedarf nicht bestreiten“, sagte Fraktionschef Hans-Uwe Daumann. Christoph Heller (CDU) konterte: Wer Standorte ablehne, müsse Alternativen bieten. Das hätten die Grünen versäumt.