Ludwigshafen RHEINPFALZ Plus Artikel Ludwigshafen: So funktionieren die „Scan & Go“-Kassen bei Globus in Oggersheim

Scan & Go: Mit den neuen Geräten scannen die Kunden selbst ihre Waren.
Scan & Go: Mit den neuen Geräten scannen die Kunden selbst ihre Waren.

Endlich mal nicht Schlange stehen an der Supermarktkasse und aufs Aus- und Einräumen der Lebensmittel verzichten. Zwei Dinge, die viel Zeit in Anspruch nehmen, und die der Globus-Markt in Oggersheim seit 26. September verhindern möchte. Seither kann man dort mit dem „Scan & Go-System“ einkaufen.

Das Konzept scheint sehr einfach: Man greift sich zu Beginn des Einkaufs einen Handscanner, ähnlich einem Smartphone, und kann die Waren scannen, bevor man sie in den Einkaufswagen legt. Roman Ratajczak, Food-Bereichsleiter im Globus-Markt, erklärt die Vorteile des neuen Systems: „Das Selfscanning-System ist primär ein Kundenservice, um ein verbessertes Einkaufserlebnis mit schnellerer Abwicklung zu bieten. Kunden wissen nicht nur zu jedem Augenblick den Warenwert ihres Einkaufs, sie sparen auch die Zeit beim Ein- und Ausladen an der Kasse. Und das Warten beim Bezahlen fällt weg.“ Für kleinere Einkäufe könne man weiter die üblichen Kassen nutzen, „Scan & Go“ eigne sich vor allem für Großeinkäufe.

Um Waren auf die Liste hinzuzufügen, muss man den Knopf auf den Scannern drücken und den Barcode des Artikels davor halten. Für Obst und Gemüse gibt es in der Abteilung bestimmte Waagen, die das System erkennen. Manche Strichcodes seien in der Abteilung schwer lesbar, weshalb auch an den Preisschildern scanbare Codes angebracht worden sind.

Kundenkonto notwendig

Voraussetzung für diese Art des Einkaufs ist ein „Mein Globus-Kundenkonto“. Die Registrierung ist online möglich, die Freischaltung für „Scan & Go“ am Info-Schalter im Supermarkt. Einen Scanner erhält man nur mit seiner Kundenkarte. Durch die geforderte Angabe der Personalien beim Erwerb eines Kundenkontos hoffe man, potenzielle Diebe oder Manipulatoren abzuschrecken. „Um Fehlscans zu verhindern, werden den Kunden vor der Benutzung die Abläufe genau erklärt. Eine weitere Absicherung gegen Manipulationen stellen die personalisierten Kundenkarten dar, durch die wir jeden Vorgang mit ,Scan & Go’ nachvollziehen können“, erklärt Ratajczak. Außerdem befinden sich immer Mitarbeiter im Kassenbereich, um Fragen zu beantworten, um bei Problemen zu helfen, aber auch, um eventuelle Diebstähle zu erkennen.

Display leuchtet grün, gelb oder rot

Die Scanner selbst haben auch ein Überprüfungssystem. Nach Beendigung des Einkaufs leuchtet das Display nach dem Scannen des Abschlusscodes im Kassenbereich grün auf. Doch gelegentlich werden die Bildschirme auch gelb oder rot, dann werden Stichprobenkontrollen oder sogenannte Vollscans durch einen Mitarbeiter durchgeführt. Der Zeitvorteil wandelt sich in einen Nachteil. Solche Überprüfungen werden jedoch seltener, wenn die Einkäufe ohne Probleme ablaufen. Mit Konsequenzen müsse ein Kunde jedoch rechnen, wenn das System manipuliert werde, indem ungescannte Waren mitgenommen und nicht bezahlt werden. Dann wird der Supermarkt Strafanzeige erstatten, dem Täter Hausverbot erteilen und ihn für das „Scan & Go“-Programm sperren.

22 Prozent der Kunden nutzen es

Nach Angaben von Globus ist die Kundenresonanz durchweg positiv, das neue Zahlungssystem werde mittlerweile von etwa 22 Prozent der Kunden benutzt. Ein Kritikpunkt seien jedoch die Kontrollen. „Natürlich können wir nachvollziehen, dass die Stichprobenkontrollen einen zeitlichen Mehraufwand bedeuten, viele Kunden reagieren aber sehr verständnisvoll“, berichtet Ratajczak.

Auch bei den Mitarbeitern im Kassenbereich stieß das neue System zuerst auf Widerstände, da sie den Abbau von Arbeitsplätzen befürchteten. Doch schnell stellte sich heraus, dass die Innovation sogar für mehr Stellen sorgte. In drei Tagen wurden zwei normale Kassen abgebaut, um Platz für sechs „Scan & Go“-Kassen zu schaffen. „Wir setzen auch weiterhin auf die Kompetenz unserer Mitarbeiter vor Ort. Die ,Scan & Go’-Zone ist immer mit mindestens einem, zu Stoßzeiten mit bis zu drei Mitarbeitern besetzt“, so der Bereichsleiter. Neben den gelegentlichen Checks werden im Kassenbereich auch Jugendschutzkontrollen absolviert. Das Aufgabenfeld falle damit abwechslungsreicher aus im Vergleich zum klassischen Kassiererprofil und fordere kommunikative und soziale Fähigkeiten, bilanziert Ratajczak.

Weitere Kassen bei steigender Resonanz

Das neue Zahlungssystem läuft seit 2014 bei Globus und wird mittlerweile in 40 Märkten bundesweit angeboten. Dieses Jahr sollen weitere Märkte mit „Scan & Go“ ausgestattet werden. In Ludwigshafen soll man die Waren bald auch mit dem eigenen Handy scannen können, sodass die Scanner nicht mehr zwingend notwendig seien. Mehr „Scan & Go-Kassen“ sollen für den Fall eingerichtet werden, dass die Nutzerzahlen weiter steigen, kündigt Ratajczak an.

An dieser Station im Globus-Markt kann man sich bedienen.
An dieser Station im Globus-Markt kann man sich bedienen.
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