Ludwigshafen
Ludwigshafen: Projekt „Sportsfreunde“ eröffnet Chancen für alle
Mika wirft mit seinen sieben Jahren als Jüngster den Ball aufs Tor. In seinem „Sportsfreunde“-Trikot ist er einer der 15 knallroten Punkte, die durch die Sporthalle der Grundschule Langgewann in Oggersheim flitzen. „Bis jetzt hab’ ich Fußball gespielt“, sagt Mika, der nach drei Tagen Sportcamp zu der Erkenntnis kommt: „Jetzt will ich Handball spielen.“
„Die Sportcamps sind das Herzstück unseres Projektes ,Sportsfreunde’“, sagt Martin Fabian von der Turn- und Sportgemeinde TSG 1881 Friesenheim über die Kooperation mit der Spielwohnung Oggersheim und dem Ludwigshafener Verein für Jugendhilfe. Beim BASF-Wettbewerb „Gemeinsam Neues schaffen“ war „Sportsfreunde“ eines der Gewinner-Projekte, die ihre Finanzierung aus einem insgesamt 200.000 Euro schweren Fördertopf erhielten.
Es ist das dritte Sportcamp für Kinder von sieben bis 13 Jahren. Auch die früheren Camps seien „ein voller Erfolg“ gewesen, erklärt Markus Baumann von der TSG den Anspruch des Projekts: „In erster Linie wollen wir schwächer gestellten Kindern und Jugendlichen die Möglichkeiten des Breitensports darstellen“, sagt der TSG-Jugend- und Nachwuchskoordinator.
Durchaus missionarische Absichten
Als Stammverein des Handball-Bundesligisten „Die Eulen Ludwigshafen“ hat die TSG durchaus missionarische Absichten bei den Kids: „Handball hat den Anspruch, die Sportart Nummer zwei zu sein“, betont Baumann. Fußball sei zwar populärer, doch auch Handball bekomme etwa nach Weltmeisterschaften „boomartig in Phasen einen Riesenzulauf“, beobachtet der 33-jährige Nachwuchskoordinator.
„Gut gemischt“ ist die dreitägige Spielgemeinschaft in Bezug auf die Herkunft der Kinder, zählt Stephan Weigert (36) vom Verein für Jugendhilfe „bosnisch, türkisch, serbisch, albanisch“ wie auch den afrikanischen Kontinent auf. „Das sind Länder, in denen mitunter ganz andere Sportarten im Vordergrund stehen“, nennt Weigert etwa „das Ringen bei den Türken“. Für ihn steht fest: „Ohne das Camp wäre es sehr unwahrscheinlich, dass die Kinder mit Handball in Kontakt kommen.“
Verfeinertes Ballgefühl
„Viele haben vorher noch nie Handball gespielt“, sagt auch Olaf Steffens (53) als Leiter der Spielwohnung Oggersheim. Dass die Kinder an allen drei Tagen nach dem Mittagessen in der Spielwohnung ein Handballspiel über die gesamte Hallenfläche hinbekamen, ist für Steffens nicht selbstverständlich.
„Zombieball oder Stofftierrennen“ gehören laut Steffens zur Aufwärmrunde. Danach wird die Gruppe geteilt. „Die eine Gruppe übt Handball-spezifisch“, sagt er. Das andere Team mache Übungen, die das Ballgefühl im Allgemeinen verfeinern sollen. „Dabei sieht man dann ganz genau, wo gefördert werden muss“, meint der 53-Jährige.
Lebenswertes Umfeld
Begeistert zeigt sich auch die 13-jährige Paula als älteste Spielerin im Sportcamp: „Ich will mich bei den ,Eulen’ anmelden und hingehen“, steht für Paula fest, dass sie bei der TSG weiter am Ball bleiben will.
„Gemeinsam mit Partnern möchte die BASF in der Metropolregion Rhein-Neckar ein lebenswertes Umfeld schaffen, das von Offenheit, Neugier und einem aktiven Miteinander lebt“, beschreibt der Chemiekonzern den Anspruch des Projekt-Wettbewerbs auf der Internetseite. Gefördert werden Kooperationsprojekte von mindestens zwei oder mehreren gemeinnützigen Organisationen aus unterschiedlichen Bereichen. So kann sich etwa eine soziale Einrichtung mit einem Sportverein oder ein Kunstverein mit einem Bildungsträger zu einem gemeinsamen Projekt zusammentun.
Bewerbung bis 29. November
In den vergangenen drei Jahren hätten insgesamt 555 Institutionen mit 238 Projekten am Wettbewerb „Gemeinsam Neues schaffen“ teilgenommen, heißt es auf der BASF-Internetseite weiter. Dieses Jahr geht der Contest in die vierte Runde.
Noch bis 29. November läuft der Bewerbungszeitraum. Erneut will die BASF „für kreative Kooperationslösungen begeistern und durch institutionsübergreifende Projekte vielfältige Lern- und Entwicklungschancen für alle eröffnen“.