Ludwigshafen
Ludwigshafen: Oppauerin Irma Rimkus hat in 100 Jahren viel erlebt
Am Donnerstag hat Irma Rimkus im Oppauer Seniorenwohnheim Paulinenhof ihren 100. Geburtstag gefeiert. 1919 in Oppau als Irma Reisch geboren blickt die Jubilarin auf ein bewegtes Leben zurück.
Zwei Tage vor ihrem zweiten Geburtstag erschütterte eine gewaltige Detonation die Vorderpfalz und das rechts des Rheins gelegene Gebiet. Oppau, wo die Jubilarin damals schon lebte, wurde in großen Teilen zerstört. „Mir sind die Fensterscheiben auf die Augen geflogen“, erzählt sie in Erinnerungen an die Explosion bei der BASF im Jahr 1921, daraufhin sei sie kurzzeitig erblindet. „Im Zweiten Weltkrieg rannten wir in die Bunker“, erinnert sich Irma Rimkus und ergänzt, dass man sich auch mal in die Keller verkroch, wenn die Zeit für den Weg zum Bunker nicht mehr reichte.
Singen ist ihr großes Hobby
Doch trotz aller Katastrophen überwiegen die glücklichen Erinnerungen der Oppauerin. So habe die Familie auch den Zweiten Weltkrieg gut überstanden. Später hat die Jubilarin dann bei der Stadt Ludwigshafen im Ein- und Verkauf gearbeitet. „Das war meine schönste Zeit“, findet sie heute. Mit ihrem zweiten Mann Gerhard Rimkus bereiste sie im Wohnmobil die ganze Welt. Bis 1989 sei man immer wieder auf großer Fahrt gewesen. Ein Höhepunkt dabei war ein Trip durch Australien. „Mein Hobby war schon immer das Singen“, verrät das Geburtstagskind. Und das macht sie auch heute noch. Von Personal und Mitbewohnern wird sie „die Sängerin vom Paulinenhof“ genannt. Mit Vorliebe singe sie Operetten, erzählt die Jubilarin. Auch Gerhard Rimkus sei ein begeisterter Sänger und Mitglied im Männergesangverein Waldsee gewesen. „Im Haus wurde immer gesungen“, unterstreicht Enkelin Ulrike Stimac. Auch im Singkreis im Paulinenhof ist Irma aktiv, bei der Gymnastik und dem Sitztanz macht sie mit. „Mir geht’s gut, ich fühle mich wohl“, sagt das Geburtstagskind.
Am Samstag darf die ganze Familie zusammen ein Geburtstagsständchen für sie anstimmen. Dann trifft sich die Familie, die beiden Söhne Hubert und Heinrich Keßler, fünf Enkelkinder und sechs Urenkel zur großen Geburtstagsparty in Oppau.