Ludwigshafen RHEINPFALZ Plus Artikel Ludwigshafen: Mit dem Smartphone E-Scooter leihen

Daniela Barko kann sich vorstellen, einen E-Scooter auszuprobieren.  Foto: Anna-Lena Stauder
Daniela Barko kann sich vorstellen, einen E-Scooter auszuprobieren.

In vielen anderen deutschen Städten gehören sie schon zum Straßenbild. Die Rede ist von sogenannten E-Scootern. Nun rollen sie auch durch Ludwigshafen. Das Unternehmen Tier Mobility hat am Mittwoch mit dem Verleih von rund 100 Tretrollern begonnen. Die Elektroflitzer ziehen viele neugierige Blicke auf sich. Ohne Smartphone geht nichts.

Nach Angaben des Unternehmens sollen die Roller mit Elektroantrieb im Stadtgebiet an verkehrsreichen und belebten Punkten platziert werden. Dazu zählt unter anderem der Berliner Platz. Dort stehen in unmittelbarer Nähe zur Station von VRN-Nextbike bereits vier Exemplare. Auch am Hauptbahnhof wurden Roller aufgestellt. In Zukunft sollen weitere am Ruthenplatz (Friesenheim) wie auch in der Nähe der Eingänge zur BASF folgen. Vielen Passanten sind die türkisfarbenen Roller am Berliner Platz direkt ins Auge gestochen. Einige besonders Neugierige bleiben auch direkt vor ihnen stehen und schauen sich die Funktionsweise genauer an. Doch den QR-Code abzuscannen und loszubrausen, traut sich dann zunächst doch niemand.

Roller können Alternative zum Fahrrad sein

Die Neugierde von Daniela Barko, die in unmittelbarer Nähe bei der Rhein-Neckar-Verkehrsgesellschaft (RNV) arbeitet, haben die E-Scooter auch geweckt. Kurzerhand installiert sie sich die App des Anbieters, um sich anzuschauen, wie das Ganze funktioniert. Die 49-Jährige kann sich auch vorstellen irgendwann einen E-Tretroller auszuprobieren. Sie ist an der Technik dahinter interessiert. Weil ihr Fahrradfahren wegen Problemen mit dem Knie Schmerzen bereitet, könnte sie sich vorstellen, dass ein solches Gerät eine echte Alternative für gewisse Strecken sein könnte.

Roller auch in Mannheim und Heidelberg

Das Unternehmen Tier Mobility gibt es seit Mai 2018. Mittlerweile verleiht es die E-Roller in 28 Städten in 13 Ländern. Seit Juni 2019 auch in Deutschland. Mit der Stadt hat es im Vorfeld Absprachen gegeben. Wie diese genau aussahen, dazu konnte die Stadtverwaltung am Mittwoch keine Angaben machen. Bodo Braunmühl, Pressesprecher von Tier Mobility, gibt auf Anfrage bekannt, dass sich die Stadt in Gesprächen aufgeschlossen gezeigt hätte. Auch die Städte Mannheim und Heidelberg zogen mit, dort wurden ebenfalls am Mittwoch Roller aufgestellt.

Ohne Straßenzulassung ist Nutzung verboten

Der Verleih von E-Scootern ist in Deutschland umstritten. Mit der Verordnung für Elektrokleinstfahrzeuge gibt es seit Juni eine gesetzliche Grundlage für die Nutzung der Elektroroller. Der Allgemeine Deutsche Automobil-Club (ADAC) informiert, dass diese Verordnung für Fahrzeuge mit Lenk- oder Haltestange gilt. E-Scooter sind auf Radwegen, Radfahrstreifen und Fahrradstraßen erlaubt. Nur wenn diese fehlen, darf auf die Straße ausgewichen werden. Bis zu 20 Kilometer pro Stunde dürfen E-Scooter fahren. Zudem brauchen sie eine Straßenzulassung.

Drosselung der Geschwindigkeit möglich

In verkehrsberuhigten Bereichen wie zum Beispiel Fußgängerzonen wird die Geschwindigkeit auf 6 Kilometer pro Stunde heruntergedrosselt. Helmpflicht besteht keine, es wird aber empfohlen einen zu tragen. Ein Führerschein ist nicht erforderlich. Das Gesetz schreibt ein Mindestalter von 14 Jahren vor, die Roller von Tier Mobility dürfen erst ab 18 Jahren genutzt werden. Und so funktioniert es: Der Nutzer installiert auf seinem Smartphone die App des Anbieters und lässt sich registrieren. Dann wählt der Kunde einen in der App angezeigten Roller aus. Gezahlt wird mit einer Kreditkarte oder über ein Paypal-Konto übers Handy. Es fällt eine Aktivierungsgebühr von einem Euro an, pro gefahrener Minute zahlt der Kunde 15 Cent.

Geräte sind mit GPS ausgestattet

Der aktuelle Akku-Stand ist ebenfalls abfragbar. Der Kunde scannt den QR-Code auf dem Roller und beginnt die Fahrt. Zum Abschluss der Fahrt parkt der Nutzer den Roller in einer der in der App ausgewiesenen Parkzone und beendet die Fahrt via App. Da die Roller mit GPS ausgestattet sind, können sie vom Unternehmen auch wieder eingesammelt und zum Aufladen gebracht werden. Sogenannte Ranger sind dafür zuständig, dass die Geräte schnell wieder einsatzfähig sind.

Mechaniker beheben nachts Mängel

Aufgeladen werden die Roller in der Regel nachts. Denn zu dieser Zeit können sie sowieso nicht genutzt werden. Von Sonntag bis Donnerstag sind sie von 8 bis 23 Uhr freigeschaltet, freitags und samstags von 9 Uhr bis Mitternacht. Tier Mobility arbeitet mit Logistik-Dienstleistern zusammen, die die Roller abends einsammeln und sie in ein zentrales Lager in der Stadt bringen. Dort werden sie dann mit Strom aufgeladen. Mechaniker des Unternehmens prüfen die Roller außerdem auf Mängel und auf ihre Fahrtüchtigkeit.

Um die Fahrt mit dem E-Tretroller zu starten, müssen sich Nutzer die App des Anbieters auf ihr Smartphone laden.  Foto: Anna-Len
Um die Fahrt mit dem E-Tretroller zu starten, müssen sich Nutzer die App des Anbieters auf ihr Smartphone laden.
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