Ludwigshafen RHEINPFALZ Plus Artikel Ludwigshafen: Münchner Unternehmen baut 181 Mietwohnungen am Rheinufer Süd

Richtfest: Im Frühjahr 2021 soll das „Quartier Rheinallee“ fertig sein.
Richtfest: Im Frühjahr 2021 soll das »Quartier Rheinallee« fertig sein.

An der Rheinallee sollen bis zum Frühjahr nächsten Jahres 181 Mietwohnungen entstehen. Bauherr ist ein bayerisches Wohnbauunternehmen. Dieses ist nicht der erste Investor bei dem Projekt. Zu den Investitionen und Quadratmeterpreisen machte die Firma am Donnerstag beim Richtfest keine Angaben.

Das sogenannte „Quartier Rheinallee“ entsteht auf dem Baufeld 5 in Höhe des Luitpoldhafens, unweit des Depots Lu. Die neuen Zwei- bis Vierzimmer-Wohnungen mit Größen von 51 bis 121 Quadratmeter liegen zwischen der Gneisenau-, Karl-Krämer- und Rottstraße. Das Areal ist nach Angaben des Münchner Wohnbauunternehmens Dawonia rund 7700 Quadratmeter groß. 16.000 Quadratmeter Wohnfläche werden hier derzeit gebaut. Kleinere Gewerbeeinheiten mit 940 Quadratmeter sind ebenfalls geplant. Außerdem eine zweigeschossige Tiefgarage mit 266 Stellplätzen und 362 Plätze für Fahrräder.

Auf der Internetseite der Stadt Ludwigshafen heißt es noch, dass der Investor für das Projekt die Mannheimer Unternehmensgruppe Diringer & Scheidel sei. Aber das ist bereits seit Mai 2019 nicht mehr der Fall. Die Baufirma aus der Neckarstadt hatte das Baufeld zwar im Jahr 2017 nach einem Investorenwettbewerb vom Ludwigshafener Immobilienunternehmen GAG erworben und mit der Wohnbebauung 2018 unter dem Namen „Luv“ begonnen. Das Investitionsvolumen hatte die Baufirma damals auf rund 70 Millionen Euro beziffert. Aber 2019 verkaufte Diringer & Scheidel das Ganze weiter an die Münchner Dawonia. Seither sind die Mannheimer nicht mehr Bauherr, sondern Projektentwickler und Generalunternehmer.

30.000 Wohnungen, 300 Mitarbeiter

Die Dawonia GmbH wiederum ist aus der Gemeinnützigen Bayerischen Wohnungsgesellschaft hervorgegangen und engagiert sich nach eigenen Angaben seit einiger Zeit nicht mehr nur in Bayern, sondern auch in Metropolregionen im Südwesten. „Mit rund 30.000 Wohnungen und über 300 Mitarbeitern zählt die Dawonia zu den größten Wohnungsgesellschaften in Süddeutschland“, heißt es auf der Internetseite.

Rund 85 Prozent des Wohnungsbestandes seien an den 20 größten Standorten Süddeutschlands konzentriert, also in Ballungsgebieten wie München und dem Umland, Nürnberg, Erlangen, Regensburg und Würzburg. Das „Quartier Rheinallee“ ist das erste Investment der Dawonia im Rhein-Neckar-Raum.

Nichts für den kleinen Geldbeutel

Das Münchner Unternehmen machte auch auf Nachfrage beim Richtfest keine Angaben zu den Investitionen für das Bauprojekt und den Mietpreisen für die 181 Wohnungen. Für Menschen mit kleinem Geldbeutel sind sie vermutlich nicht bezahlbar, denn: Alle Wohnungen werden eine Terrasse, Balkon oder Loggia haben. Auch ist in der Projektbeschreibung von einer hochwertigen Ausstattung mit Parkett in allen Räumen, Einbauküchen und Fußbodenheizung die Rede. Teils sollen die Wohnungen je zwei Bäder haben. „Elf Wohnungen sind barrierefrei“, sagt Dawonia.

Vormerkungen von Interessierten sind voraussichtlich ab Sommer/Herbst möglich. „Die moderne Wohnanlage mit großzügigen Fensterfronten stellt perfekt geschnittenen Wohnraum für Singles, Paare und Familien zur Verfügung. Hochwertig ausgestattete Wohneinheiten bieten viel Platz zum Wohlfühlen und Entspannen. Eine schöne Begrünung der Freiflächen ist vorgesehen“, informiert der Bauherr über das neue Viertel.

„Wohnraum in allen Preissegmenten“

Als „Sahnestückchen obendrauf“ bezeichnete Ludwigshafens Oberbürgermeisterin Jutta Steinruck (SPD) das neue Wohnprojekt am Rheinufer Süd, dessen Bebauung bereits in den 1990er-Jahren geplant worden sei. Ludwigshafen sei eine stark wachsende Stadt. „Wir wollen hier Wohnraum in allen Preissegmenten vorhalten“, betonte die OB. Den künftigen Bewohnern der 181 Wohnungen versprach sie, dass auch das Umfeld der Anlage attraktiv gestaltet werden soll. „Es muss alles passend gemacht werden“, so Steinruck.

Dabei sei es für die Stadt eine besondere Herausforderung, Kindertagesstätten und Schulen zur Verfügung zu stellen. Wo diese im Stadtteil Süd demnächst noch entstehen sollen, ließ die Verwaltungschefin jedoch offen. „Ich freue mich auf die Neubürger und diejenigen Ludwigshafener, die hier ein neues Zuhause finden.“

Zur Sache: Rheinufer Süd

Über das Neubaugebiet am Fluss informiert die Stadt Ludwigshafen: „Exklusives Wohnen am Wasser und in Citynähe, moderne Arbeitswelten mit Blick auf den Rhein und das Mannheimer Schloss, Kultur-, Freizeit- und Erholungsstätten an Uferpromenade und flussnahem Park: Nicht nur Planer sehen in der Rheinuferlage eine 1a Wohngegend in Ludwigshafen.“ Das Rheinufer Süd biete ein ideales Wohlfühlklima in einem maritimen Umfeld mit hochwertiger, zeitgenössischer Gebäudearchitektur und modernen Arbeitswelten. Das Areal umfasst rund 30 Hektar. Die Neubauflächen auf der Parkinsel und das vordere Becken des Luitpoldhafens bis zur mittleren Drehbrücke hinzugerechnet, seien es sogar gut 40 Hektar. Die Fläche wurde in sieben Baufelder unterteilt. Alle großen Bauquartiere und die Einzelgrundstücke am nördlichen Entrée sind laut Stadt verkauft.

Einwurf: Teuer verkauft

Ludwigshafen wächst und braucht neuen Wohnraum in allen Preissegmenten. Denn die Arbeiterstadt kann sich nur positiv entwickeln, wenn nicht nur arme Menschen hier leben. Die Mischung aus Arm und Reich, Jung und Alt, mit und ohne Migrationshintergrund macht eine vielfältige Stadtgesellschaft aus. Bei der Konzeption der Neubaugebiete am Rheinufer Süd hat diese bunte Mischung jedoch keine Rolle gespielt. Die Flächen sind teuer an Investoren verkauft worden, die wiederum Geld verdienen wollen. Daher können sich auch nur Wohlhabende und Besserverdiener die neuen Häuser und Wohnungen leisten. Auf der Strecke ist dabei teils die Infrastruktur geblieben. Es fehlen moderne Schulen und Kitas. Wissen die reichen Neubürger das?

x