Ludwigshafen
Ludwigshafen: Friesenheimer Museumsverein präsentiert Modelleisenbahnen
Die Frage „Was ist ein feuriger Elias?“ würden gewiss einige Ludwigshafener sofort beantworten. War er doch einst die hiesige Lokalbahn. Feuriger Elias ist eine alte umgangssprachliche Bezeichnung für Dampflokomotiven beziehungsweise für die Eisenbahnstrecke, auf der sie verkehrten.
Friesenheim Sie und jede Menge weiterer Lokomotiven gab es im Friesenheimer Museum am ersten und zweiten Advent zu bestaunen. Der Museumsverein hat mit tatkräftiger Unterstützung von erfahrenen Modellbauern eine Ausstellung über ein typisches Hobby für Männer gemacht. Aber im Stadtteilmuseum der „Eulen“ stellte auch eine Modellbauerin ihren Zug zu Demonstrationszwecken zur Verfügung. Celina Tischendorf hat schon vor rund vier Jahrzehnten ihr Herz für die Männer-Domäne entdeckt, aber erst vor einigen Jahren für die Spur G – wie Garten. Die von ihr mitgebrachte Anlage ist digital gesteuert und führt einen offenen Güter-Waggon mit sich. Dieser wurde speziell für die jüngeren Besucher angehängt und von den Vereinsmitgliedern regelmäßig mit Süßigkeiten gefüllt. Zwar galt für den Zug „berühren verboten“, für den Inhalt des Güter-Waggons allerdings nicht.
Seine Vitrinen füllte der Museumsverein mit besonderen Lokomotiven, die normalerweise im Freien und mit richtigem Dampf fahren. Aber nicht nur Loks, sondern auch die gängigen Modellbahn-Maßstäbe von Z über N bis H0 gab es zum optischen Größenvergleich zu sehen. Auch der Bezug zur Nachbarschaft ist in der Ausstellung zu erkennen: Ein typischer BASF-Werkszug mit Säure-Topfwagen einschließlich dem Original-Lokomotiv-Schild der verschrotteten BASF Werkslok Nr. 13 war ebenso zu sehen wie eine Dampfspeicher-Lokomotive aus dem Großkraftwerk Mannheim.
Hartmut Gihr hat Lokalbahn nachgebaut
Selbstverständlich aber auch der eingangs erwähnte feurige Elias – Hartmut Gihr hat in unzähligen Stunden die Lokalbahn nachgebaut. Er habe irgendwann aufgehört zu zählen, aber es waren gewiss an die 900 Stunden, berichtet der Modellbauer. Dafür kann sich das Modell sehen lassen; kein Detail fehlt – weder außen noch innen. Alles ist selbst hergestellt – nichts von der Stange. Der Dannstadter Heimatverein hat dem feurigen Elias zu Ehren einen Bahnhof gebaut, der im dortigen Rathaus ausgestellt ist – dort, wo vor rund vier Jahrzehnten noch der Bahnhof stand. Weil ein Bahnhof ohne Zug nach Meinung von Gihr nur ein halber Bahnhof ist, baute er dieses Modell und will es nach der Friesenheimer Ausstellung dem dortigen Heimatverein zur Verfügung stellen.
Gut besucht waren die Räume, kamen doch rund 200 Besucher an einem Tag – was Günther Lambert vom Museumsverein freut. Unter den Besuchern war auch Julia Knörr, die Leiterin der Kindertagesstätte St. Josef in Friesenheim. Sie durfte 200 Euro in Empfang nehmen. Das war der Erlös, den der Verein durch seine Teilnahme am Hof-Flohmarkt in diesem Jahr erzielte. Den Vereinsmitgliedern war von Anfang an klar, dass das Geld für einen sozialen Zweck verwendet werden soll. Das Los entschied für die Kinder von St. Josef. Knörr sagte: „Davon können wir ein neues Fahrrad für den Hof kaufen. Da freuen sich unsere Kinder.“
Termin
Wer neugierig geworden ist, braucht sich nicht zu ärgern, die Ausstellung verpasst zu haben: Am Sonntag, 5. Januar, ist sie noch einmal von 14 bis 18 Uhr geöffnet; der Eintritt ist frei. Und die Modellbauer sind wieder vor Ort und beantworten gerne die Fragen der Besucher.