Ludwigshafen Ludwigshafen: Freiwilligentag tut der Stadt gut

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Es wurde gebastelt, gegärtnert, gehämmert, gebacken, gestrichen und geschraubt: 7500 Teilnehmer und 372 Mitmachaktionen in 74 Städten – das ist die stolze Bilanz des sechsten Freiwilligentags „Wir schaffen was“ in der Metropolregion Rhein-Neckar. Bei einigen der 146 Einsätze pfalzweit waren wir am Samstag dabei: in Ludwigshafen, Mannheim und im Rhein-Pfalz-Kreis.

Im Maudacher Bruch wird schon morgens gehämmert und geschraubt, gesägt und gemalt. Überall wuseln fleißige Leute mit einem Lächeln im Gesicht durch die Gegend. Jeder hat etwas zu tun, emsiges Treiben auf den Spielplätzen, dem Bohlenweg, in und hinter der Bruchfesthalle. Von dort kommt ein lautes Klopfen. Oberbürgermeisterin Jutta Steinruck (SPD) hat wie alle ein blaues „Wir schaffen was“-Shirt übergestreift und baut mit BASF-Vorstand Michael Heinz an einem Nistkasten aus Holz. Das sei nicht ganz unproblematisch gewesen, berichtet sie, denn in ihrem großen Eifer zieht sie die Schrauben zu fest an. „Herr Heinz hat es allerdings gerichtet. Man sieht, dass die gute Zusammenarbeit zwischen der großen Fabrik und der Stadt bestens funktioniert“, sagt sie schmunzelnd.

Aniliner packen mit an

In der Tat: Die BASF bringt sich nicht nur als Sponsor, sondern auch in der Organisation und mit vielen Helfern ein. Bei Elisabeth von der Ohe, Abteilung Corporate Citizenship, landen alle zwei Jahre vorm Freiwilligentag Vorschläge, aus denen dann einer ausgesucht wird, bei dem möglichst viele Aniliner anpacken. Rund 50 wurden zusammengetrommelt, die nicht nur arbeiten, sondern auch viel lachen. Überall stehen Tische mit Kaffee, Kuchen oder Bratwürsten. Sogar eine Tombola wird organisiert. „Arbeit gibt es bei uns überall genug“, sagt Steinruck. „Es hilft der Stadt ungemein, wenn sich so viele Menschen ehrenamtlich einbringen. Es ist fantastisch zu sehen, wie die Menschen mit anpacken und an einem Tag in ein Ehrenamt hineinschnuppern. Für mich könnte jeder Samstag Freiwilligentag sein. Dessen Ursprung stammt aus den USA. Dort begann eine Gruppe Menschen 1991 damit, sich an diesem Tag um arme und wohnsitzlose Menschen zu kümmern und ihnen Essen und Kleidung zu bringen. In die Region brachte der ehemalige SAP-Vorstand Claus E. Heinrich die Idee. „Ziel ist es, die Menschen in ihrem Stadtteil zusammenzubringen, gemeinsam etwas zu gestalten und gerade auch junge Menschen anzusprechen und zu beteiligen“, sagt Kirsten Korte, Geschäftsführerin des Vereins Zukunft Metropolregion Rhein-Neckar. „Hier wird nicht nur richtig etwas weggeschafft. Die Aktionen kommen so gut an, weil hier alle auch Spaß haben.“

Die unterschiedlichsten Menschen ziehen an einem Strang

Ein paar Meter weiter, gegenüber der Jugendwohngruppe des Ludwigshafener Zentrums für individuelle Erziehungshilfen (Luzie), graben Sameh und Ali tiefe Löcher und rühren Beton an. „Die Arbeit ist gut für uns und für unseren Stadtteil“, sagt der 15-jährige Ali, der mit zwölf Jahren alleine aus dem Irak nach Deutschland kam und seit einem halben Jahr im der Riedstraße wohnt. Sameh ist 16, kam alleine aus Syrien und wohnt seit fast drei Jahren in der Wohngruppe. Er freut sich schon auf die drei Fitnessgeräte aus Edelstahl, für die er das Fundament legt. „Ich muss dann nur über die Straße gehen und kann morgens vor der Schule noch ein bisschen trainieren“, freut sich der Zehntklässler. Auch Justin (16) findet, dass das ein „cooles Projekt“ ist und will die Geräte gleich ausprobieren, sobald der Beton hart geworden ist. „Das ist ja ein ganz anderes Gefühl, wenn man da selbst mit dran gearbeitet hat, da können wir alle stolz drauf sein“, sagt er noch, bevor alle zum Mittagessen in die Bruchfesthalle spazieren. RHEINPFALZ-Mitarbeiter krempeln ebenfalls die Ärmel hoch: an der Spitze der Parkinsel in Höhe der Inselbastei, um den großen hölzernen Kletterschlangen einen neuen Anstrich zu verpassen. Ihr „Vorarbeiter“ ist Christoph Heller (CDU) vom gleichnamigen Malerbetrieb. Als Ortsvorsteher ist er seit den Anfängen des Freiwilligentags dabei. „Als ich gefragt wurde, ob ich helfen kann, sagte ich natürlich nicht Nein – die Motivation der Helfer stimmt, das Ergebnis ist klasse“, sagt Heller, dem Kollegen der RHEINPFALZ und ein Geselle zur Hand gehen. Sieben Frauen und Männer aus den Bereichen Lesermarkt, Logistik, Vertrieb, Lokal- und Online-Redaktion tunken Pinsel in Farbeimer und streichen das Gerüst. „Es ist schön, sich handwerklich zu betätigen, wenn man am Ende des Tages ein Ergebnis sieht“, sagt Rebekka Sambale aus der Lokalredaktion. „Außerdem wohne ich im Stadtteil, hier führt meine Joggingstrecke vorbei.“

Lockerer Umgangston erleichtert die Arbeit

Im Rhein-Pfalz-Kreis sind die Schaffer unter anderem in Mutterstadt am Werk und gestalten unter Anleitung eines Landschaftsgärtners den alten Friedhof zum Bürgerpark um, derweil es in Schifferstadt mit viel Farbe um die Sicherheit der Kita Kinderburg geht. Beim Mutterstadter Projekt koordiniert Michael Hemberger von der Gemeinde die 24 Helfer. Fürs Fachliche ist Manuel Wind vom Bauhof-Team zuständig. Drei Bauhof-Gärtner unterstützen mit Bagger und Erklärungen. Auf der Tagesordnung stehen zwei Pflanzbeete: ein Hügel, der mit einer Steinwand umschlossen und mit Stauden bepflanzt wird, und ein Rosenbeet, das mit kleineren Steinen eingefasst wird. Bürgermeister Hans-Dieter Schneider (SPD) steht am Betonmischer. Auf seinem Grundstück hat er selbst eine Sandsteinmauer gebaut und kennt sich aus. „Ich muss nur das Mischungsverhältnis wissen“, sagt er. „Es geht um Beton, nicht um Schorle“, flachst Hemberger. Der Umgangston ist locker, ein paar Frotzeleien gehören dazu. Weiter rechts entsteht das Rosenbeet mit Rankbügel. Um einen Pflock ist eine Schnur geknotet. Die rote Markierung auf der Schnur zeigt, wo die Innenkante der Steinumrandung beginnen soll. Das Mauern im Kreis ist schwieriger als gedacht. Die Steine sollen alle auf einer Höhe liegen, werden mit dem Hammer tiefer geschlagen. Die Frauen stürzen sich auf die großen Steine fürs Staudenbeet. Nach etwas Ziehen, Schnaufen und Rütteln ist klar – das ist Männersache. Die Brocken bewegen sich kein Stück. Die ersten „Blauhemden“ rufen mit Augenzwinkern nach einem Physiotherapeuten. In zwei übereinander geschichteten Steinreihen soll der vorbereitete Erdhügel eingeschlossen werden. 20 Kubikmeter Erde und Sand werden bewegt. Schubkarre, Schaufeln und Hammer sind im Einsatz. Die Damen orientieren sich um und holen schon einmal die Pflanzen.

Familiäres Malen für mehr Sicherheit

Geschlechtertrennung gibt es bei den Schifferstadter Eltern nicht. Malen kann jede und jeder. Die Große Kapellenstraße ist im Bereich der Kinderburg gesperrt. Für die stark verblassten Bodenpiktogramme steht spezielle Straßenfarbe bereit. Der beißende Geruch erinnert an Nagellack. Da die Farbe nicht auswaschbar ist, ist die Malerei Elternsache. Die kleinen Helfer haben extra T-Shirts in Kindergröße und machen sich eifrig daran, eine etwa acht Meter breite Burg vorm Kindergarten zu malen. Dazu gibt es flüssige und feste Straßenkreide. Die Konturen zeichnen die Großen vor. Auch wenn dieses bunte Zeichen nur etwa zwei Wochen halten wird, soll es in der schmalen und stark befahrenen Straße für mehr Aufmerksamkeit der Autofahrer sorgen. 30 Familien arbeiten mit. Bei der Planung war gleich klar, dass es ein Familienprojekt werden soll. „Kinder transportieren so viel nach Hause, damit erreichen wir die Eltern viel besser“, erklärt Bürgermeisterin Ilona Volk (Grüne), die beim Ausmalen der Burg hilft. „Viele Eltern wussten gar nicht, dass die Piktogramme vor der Burg sind“, erzählt Kita-Leiterin Sabine Lepschy. Auch Kinderfiguren mit Ball werden aufgehängt. Der Kindergarten hat fünf Holzfiguren gekauft, die auf Pfähle geschraubt werden und auf spielende Kinder aufmerksam machen sollen. Sie werden von den Eltern weiß grundiert, dann dürfen auch die Kleinen helfen. Die Zeit zum Trocknen der Farbe wird für einen Gang ans Kuchen- und Brezelbüfett genutzt. Am Mittag gibt’s Kürbissuppe. Die Malarbeiten sind eines von drei Schifferstadter Projekten. Beim Jugendtreff werden Sitzmöbel aus Paletten gestaltet, am Südbahnhof wird Müll gesammelt.

Große und kleine Projekte in Mannheim

Auch in Mannheim bewegt der Freiwilligentag die Menschen: 460 bringen sich bei fast 30 Projekten ein. Alleine 85 Helfer aus allen Altersklassen schrauben beim TSV 1846 Bienenhotels zusammen. Doch auch kleinere Projekte freuen sich über tatkräftige Unterstützung. So hat das Jugendhaus Vogelstang seit Samstag nicht nur eine feste Terrasse, sondern auch einen Nutzgarten für sich und die Nachbarn. „Wir wollten eine bislang ungenutzte Fläche zugänglich machen“, erklärt Jugendhaus-Mitarbeiter Nik Harborut als Initiator der Aktion. So sei vor einem Jahr die Idee entstanden, den angelegten Dachgarten ins Erdgeschoss zu übertragen. Ein Gelände, das bislang eher durch Hecken und Wildwuchs „glänzte“. Hier wachsen künftig Blumen, stehen Hochbeete für Kräuter, Gemüse und Salat, wachsen Blumen auf angelegten Hügeln. Und das Projekt soll sogar weiter wachsen: „Der Oberbürgermeister hat uns vorgeschlagen, dass Lehrlinge aus dem Grünflächenbereich uns während ihrer Ausbildung unterstützen“, berichtet Harborut. Oberbürgermeister Peter Kurz (SPD) schaut auch auf der Vogelstang vorbei, wo sechs Helfer zugange sind. „Mit einigen Jugendlichen und dem ein oder anderen spontanen Einsatz waren wir aber meistens zehn Leute“, erzählt Harborut. Und die hatten alle Hände voll zu tun. Vor allem die Pflasterarbeiten sind ohne fachkundige Anleitung eine Herausforderung für die willigen, aber weitgehend ungeübten Helfer.

7500 Helfer haben ein "sichtbares Zeichen" gesetzt

Andrea Kohler hat es sich da ein wenig einfacher gemacht. Sie kümmert sich um die Befüllung der angelegten Hochbeete, hat eine Bank abgeschliffen und neu gestrichen. „Ich habe selbst einen kleinen Garten, in dem solche Arbeiten anfallen“, erklärt sie, während Student Marius Weiser Äste für die Befüllung der Beete zurechtsägt. Für beide war es der erste Einsatz beim Freiwilligentag. „Ich habe gezielt nach einem Gartenprojekt gesucht, aber bei mir vor der Haustür in der Neckarstadt keines gefunden“, erklärt der Neu-Mannheimer Weiser, weshalb er sich auf der Vogelstang engagiert. Ganz im Sinn von Michael Heinz, Vorstandschef des Vereins Zukunft Metropolregion Rhein-Neckar: „Sie haben gemeinsam ein sichtbares Zeichen für die gesellschaftliche Bedeutung des bürgerschaftlichen Engagements gesetzt“, lobt er alle 7500 Helfer.

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Aussenarbeiten in der Rohrlachstrasse in Ludwigshafen.
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Der Freiwilligentag mit der Pollichia-Gruppe in Leistadt, Berntal.
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Gut gelaunt ans Werk an der Maxschule in Ludwigshafen.
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Der Freiwilligentag in Ludwigshafen.
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Gemeinsames Schaffen am Kindergarten der Apostelkirche in Ludwigshafen.
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Großer Andrang in Germersheim.
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Das Anlegen eines Spielplatzes in Germersheim.
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Viele Fleißige in Germersheim.
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Um den Spielplatz in Germersheim fertig zu stellen packen alle mit an.
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In Germersheim entsteht ein neuer Spielplatz.
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Eröffnung des Freiwilligentages in Ludwigshafen, am Platz der deutschen Einheit.
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Freiwilligentag in Germersheim
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Freiwilligentag in Haßloch
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Freiwilligentag in Speyer
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Freiwilligentag in Germersheim.
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Freiwilligentag in Germersheim.
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Freiwilligentag in Neustadt.
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Freiwilligentag in Haßloch.
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Freiwilligentag in Speyer.
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Freiwilligentag in Landau.
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Freiwilligentag in Germersheim.
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Freiwilligentag in Ludwigshafen.
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Freiwilligentag in Ludwigshafen.
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Freiwilligentag in Ludwigshafen.
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Freiwilligentag in Speyer.
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