Ludwigshafen RHEINPFALZ Plus Artikel Ludwigshafen: Die BASF hat die „Generation Z“ im Blick

 Schülerinnen der neunten Klasse der Friedrich-Schiller Realschule plus aus Frankenthal steuern an der Themeninsel Elektrotechni
Schülerinnen der neunten Klasse der Friedrich-Schiller Realschule plus aus Frankenthal steuern an der Themeninsel Elektrotechnik den Wasserstand in den beiden Behältern.

Das BASF-Ausbildungsareal im Gebäude N 960 ist um einen Aspekt reicher. Im Raum zur Berufsorientierung erhalten Schüler ab der achten Klasse einen Schnupperkurs zu möglichen Berufsfeldern. „Ich bin stolz auf diese Investition“, sagt Ausbildungsleiter Markus Hermann. Auch der Chemiekonzern muss verstärkt um geeignete Nachwuchskräfte werben.

Die Zeiten, in der „die Marke Ausbildung bei der BASF in der Metropolregion Rhein-Neckar schon gereicht hat“, seien vorbei, bedauert BASF-Werksleiter Uwe Liebelt. Auch der Weltmarktführer müsse daher größere Anstrengungen im Kampf um qualifizierte Berufsanfänger unternehmen. Denn was das größte Chemiewerk der Welt so einzigartig mache, sei das Netzwerk von 200 Betrieben. „Und dafür brauchen wir auf allen Ebenen Spitzenkräfte, die diesen Verbund sicher betreiben können.“

„Berufsbilder erlebbar machen“

Die neunte Klasse der Frankenthaler Friedrich-Schiller-Realschule plus ist am Montag Premierengast im neuen Schnupperzentrum. „Wir wollen hier Berufsbilder erlebbar machen“, erklärt Ausbildungsleiter Markus Hermann. In den Themenfeldern Informatik, Elektrotechnik, Metall und Produktion erhalten die Jugendlichen hier Einblicke in unterschiedliche Ausbildungsberufe. Und das nicht „auf einem Satelliten“, weit entfernt von der Realität der Ausbildung, sondern bewusst an die Ausbildungswerkstätten angedockt, so Hermann.

Lehrfilm auf dem Tablet

„Das ist ein tolles Angebot“, sagt Klassenlehrer Frank Roß und verweist auf die große Neugier, mit der seine 25 Schüler sich beteiligen, neue Talente in sich entdecken oder sich Tendenzen verfestigten. Wie bei Roni Zeqiraj und Philipp Bentz. „Wir könnten uns vorstellen, dass wir nach der Schule etwas im Bereich Informatik machen“, sind sich die Klassenkameraden einig. Und dabei haben sie gerade die erste der vier Stationen durchlaufen und nach einem allgemeinen Lehrfilm auf dem Tablet ihre Aufgabe bekommen: eine sogenannte Challenge. Denn die Einrichtung orientiert sich auch im Sprachgebrauch an der „Generation Z“, also jungen Menschen ab dem Jahrgang 1995.

Kampf um die Fachkräfte von morgen

„Das sind alles Digital Natives“, sagt Liebelt. Allerdings habe sich der Blickwinkel dieser Altersgruppe verändert. So stehe das Studium längst nicht mehr im Zentrum der Wünsche, dafür engagierten sich die jungen Menschen wieder stärker politisch und legten Wert auf die Trennung von Beruf und Privatleben. Man wolle ein attraktiver Ausbildungsbetrieb und später Arbeitgeber sein, betont der Werksleiter. Der Berufsorientierungsraum ist für ihn der nächste Schritt im Kampf um die Fachkräfte von morgen.

Künftige Entscheidungsträger eingeladen

Dazu eingeladen hat die BASF nicht nur die Premierenschulklasse, sondern auch Entscheidungsträger aus den Schulen und Kammern der Region. Heike Reichert etwa, Berufswahlkoordinatorin am Ludwigshafener Carl-Bosch-Gymnasium. „Wir stehen ohnehin in engem Kontakt zur BASF, weil viele unserer jährlichen Berufspraktika hier stattfinden.“ Sie kann sich eine noch engere Zusammenarbeit vorstellen. „Zum Beispiel könnten unsere achten Klassen hierher kommen, während unsere neunten Klassen bei den Projekttagen sind.“ Sie hat sich die Kontaktadresse und Anmeldeunterlagen deshalb ebenso schon notiert wie Sascha Braun von der Rudolf-Wihr-Realschule plus in Limburgerhof. „Als Schule können wir so einen Raum gar nicht darstellen“, sagt er sichtlich beeindruckt von dem Raum im Wabenmusterdesign chemischer Verbindungen.

„Viele haben schon Interesse angemeldet“

„Wir wollen dieses Design künftig durchgängig durch unseren Ausbildungsbereich ziehen“, verrät Hermann, der die genau investierte Summe für den neuen Berufsorientierungsraum nicht beziffern kann. „Dafür waren hier zu viele Töpfe beteiligt“, meint er mit Blick auf die ehemaligen Räume für Meetings und Raucher unmittelbar neben der Ausbildungskantine. Eine Warteliste gibt es für den Raum noch nicht. „Wir haben ihn schließlich erst heute eröffnet.“ Aber Hermann ist überzeugt, dass Daniela Kalweit und ihr Team der Mitarbeiterrekrutierung die Fläche schon bald mit Leben füllen. „Die Schüler erfahren hier spielerisch ihre eigenen Kompetenzen“, sagt Kalweit, die sich über den Erfolg der Eröffnung freut: „Viele haben schon Interesse angemeldet.“

BASF-Werksleiter Uwe Liebelt.
BASF-Werksleiter Uwe Liebelt.
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