Ludwigshafen Ludwigshafen: Das Marienkrankenhaus wächst
Über 50 Millionen Euro investiert die St. Dominikus Krankenhaus und Jugendhilfe gGmbH am St. Marienkrankenhaus in der Gartenstadt. Bis zum Jahr 2022 entstehen ein Parkhaus sowie ein Neubau für Operationssäle und Kinderklinik. Am St. Annastiftskrankenhaus (Mundenheim) wird dafür dann der Bereich Kinder- und Jugendpsychiatrie ausgebaut.
Schon vor Jahren haben Geschäftsführer Marcus Wiechmann und Jürgen Will, Leiter Verwaltungsmanagement, beim Land vorgefühlt. Denn schon da zeichnete sich ab, dass der aus dem Jahr 1984 stammende Operationstrakt saniert werden muss. „So etwas ist alle 30 Jahre fällig“, erklärt Prokurist Will. Allerdings sind die technischen Anforderungen mittlerweile so groß, dass das bestehende OP-Gebäude aufgestockt werden müsste – was aber nicht geht, so Will. Folglich begannen bei ihm und Wiechmann grundsätzliche Überlegungen. Beide wollten die Gelegenheit für einen großen Wurf nutzen und das Krankenhaus damit für die „kommenden Jahrzehnte aufstellen“, wie Architekt Martin Rieger (Sander-Hofrichter-Architekten, Oggersheim) die Herausforderung beschreibt. Konkret geht es dabei um 49 Millionen Euro. So viel soll der Neubau kosten, der auf dem Parkplatz 2 entstehen und direkt an die bisherigen Gebäude anschließen soll – sowohl räumlich als auch in der Klinker-Optik. Klar ist, dass dieser Neubau nicht allein gestemmt werden kann. Wie groß die Landesförderung sein wird, können Will und Wiechmann noch nicht sagen. Die Gespräche in Mainz werden im Herbst geführt. Im Juli wird der Förderantrag verschickt. Das Konzept steht aber schon – und es hat es in sich. Der Neubau soll von 2020 bis 2022 auf dem Parkplatz 2 entstehen und 13.000 Quadratmeter groß werden. Auf vier Etagen sollen dort dann die zentrale Sterilisation, der Operationstrakt, die Kinderklinik und die Palliativstation unterkommen. Die alten Operationssäle wiederum werden ab 2022 umgebaut, sodass dort die Intensivstation Platz findet. Für Will ist das eminent wichtig, denn aktuell ist die Intensivstation auf zwei Etagen im Haus verteilt. „Die Abläufe sind dadurch ziemlich kompliziert“, weiß er. Nach Abschluss aller Arbeiten im Jahr 2023 erhoffe man sich deutliche Verbesserungen – für Mitarbeiter und Patienten. „Dann ist alles auf einer Ebene, das verkürzt Wege und vereinfacht die Abläufe“, so Will. Dass die Kinderklinik vom St. Annastift ans Marienkrankenhaus komme, sei ebenfalls bedeutend für die Weiterentwicklung. Denn am Marien gebe es ja schon die Geburtshilfe und die Frühchen-Station. Ab 2022 könne man dann den gesamten Bereich der Kindermedizin aus einem Guss anbieten – mit 43 Stationsbetten und fünf Intensivbetten. „Dies gilt auch für die Notaufnahmen. Bisher haben wir die für Erwachsene am St. Marien und die für Kinder am Annastift. Das haben wir dann alles unter einem Dach“, sagt Wiechmann. Für den Standort St. Annastift bedeute der Wegzug der Kindermedizin keine Schwächung. Denn dort setze man dann verstärkt auf die Kinder- und Jugendpsychiatrie. „Der Bedarf wächst stetig“, sagt Wiechmann und ist froh, darauf reagieren zu können. Es gebe dort schon zwei Stationen und die Tagesklinik. Eine weitere Station und mehr Plätze in der Tagesambulanz wolle man schaffen, so Wiechmann. „Ohne den Umzug hätten wir den Platz nicht zu dieser Weiterentwicklung.“ Da die Palliativstation dringend saniert werden muss, zieht auch sie in den Neubau um. Dort wird es dann neun Einzelzimmer geben. „Der Neubau löst all unsere Probleme“, freut sich Will. Auch auf der anderen Seite des Krankenhaus-Geländes – an der Ecke Salzburger Straße/Bozener Straße – wird bald gebaut. Hier entsteht ab Januar 2019 in sechsmonatiger Bauzeit ein Parkhaus mit 205 Stellplätzen. Dadurch soll die „verbesserungswürdige Situation“ entschärft werden. „Durch das Parkhaus werden wir dann 100 Stellplätze mehr als die bisherigen 205 haben“, sagt Will. Er rechnet beim Parkhaus mit Kosten von vier Millionen Euro, die der Klinikträger komplett selbst finanzieren muss. Auch beim Thema Parkhaus nutzt die Klinikleitung die Gunst der Stunde. Zum einen wird die Krankenpflegeschule auf neue Füße gestellt. Hier wird die Ausbildung ab Januar 2019 im Hemshof-Center gemeinsam mit der Altenpflegeschule der Caritas angeboten. Somit steht die Krankenpflegeschule am Marienkrankenhaus ab 2019 leer. Da bei ihr großer Sanierungsbedarf besteht, wird das flache Gebäude abgerissen. Das Parkhaus wird eine bunte Fassade bekommen und mit zwölf Metern nicht so hoch sein wie das benachbarte Ärztehaus. Die Klinikleitung hat schon alle Nachbarn über die Baupläne informiert. Am Freitag ist ab 15 Uhr der Ortsbeirat Gartenstadt an der Reihe. Die Sitzung ist in der Cafeteria und auch für Besucher offen.