Ludwigshafen RHEINPFALZ Plus Artikel Ludwigshafen: Das Gartenstadt-Hotel im Porträt

Außenansicht auf das Haus in der Maudacher Straße.
Außenansicht auf das Haus in der Maudacher Straße. Foto: KUNZ

In der Ludwigshafener Hotellandschaft ist viel Bewegung. Nach mehreren Neueröffnungen sorgte im Mai die Übernahme des Europa-Hotels durch Tulip Inn für Aufsehen. Eher unbekannt aber nicht weniger traditionsreich ist das Gartenstadt-Hotel – das mit dem Haus am Ludwigsplatz familiär eng zusammenhängt.

In zwei Jahren feiert das Gartenstadt-Hotel sein 50-jähriges Bestehen. Von Anfang an habe es sich im Besitz der Familie Ankele befunden, erzählt Inhaberin Beate Becker, geborene Ankele, die das Drei-Sterne-Haus inzwischen zusammen mit ihrem Sohn Tobias Becker führt. Beim Ortsbesuch im Wintergarten des Hotels in der Maudacher Straße fängt die Hotelchefin ganz von vorne mit der Familiengeschichte an.

Chefin im Hotel aufgewachsen

Vater Theo Ankele habe in der Gartenstadt als Handwerksmeister einen Gipser- und Stuckateurbetrieb besessen. Er habe 1970 das Hotelgebäude gebaut. „Damals war hier an der Maudacher Straße ringsherum noch freies Feld“, erinnert sich die 65-Jährige. Das Hotel habe die Mutter geleitet, es sei von Anfang an gut gelaufen. Zusammen mit ihrer Schwester Bettina ist sie im Hotelbetrieb aufgewachsen. 1976 habe die Familie bei einer Zwangsversteigerung dann das Europa-Hotel erworben, erzählt Becker. Schwester Bettina und ihr Ehemann Diethelm Benke hätten das zuvor jahrelang leer stehende Europa-Hotel übernommen und mit großem Einsatz aufgebaut, zollt sie beiden großen Respekt für diese Leistung.

Sie selbst habe, als die Mutter älter wurde, das Gartenstadt-Hotel übernommen. Inzwischen hilft ihr 33-jähriger Sohn Tobias bei der Geschäftsführung. „Unser Hotel läuft gut“, antworten beide auf die entsprechende Frage. „Wir sind sehr stark gebucht und haben viele Stammgäste, zu 95 Prozent sind das Geschäftsreisende“, informiert Tobias Becker. Die BASF sowie andere große Firmen, die nahe Hochschule und das Technologiezentrum kommen ihnen zugute. Sie empfinde die dezentrale Lage inzwischen nicht mehr als Nachteil. Reisenden mit dem Auto könne sie einen kostenlosen Parkplatz bieten, verweist die Hotelchefin auf die Flächen direkt vor der Tür. „Dazu haben wir eine sehr gute Nahverkehrsanbindung vom Bahnhof Mundenheim aus“, stellt sie fest.

44 Zimmer und Sauna

Damit die Attraktivität des Hotels erhalten bleibt, sei das Haus in den vergangenen acht Jahren von Grund auf saniert worden. „Inzwischen haben wir 44 Zimmer, davon 20 Doppelzimmer, alle auf dem neuesten Stand. Ein ehemaliges Schwimmbad wurde zum großen Saunabereich gestaltet, der wird gern genutzt“, ist die 65-Jährige hörbar stolz auf das Erreichte. Seit kurzem biete das Hotel auch eine Ladestation für E-Autos an. „Für viele Gäste ist wichtig, dass wir den Preiskampf nicht mitmachen und keine fließenden Preise je nach Nachfrage haben wie andere Hotelketten“, sagt Beate Becker. Ausschläge bis zum Zwei- und Dreifachen vom einen Tag zum anderen, wie in anderen Häusern, gebe es hier nicht.

„Kuchen wird nicht größer“

Die gegenwärtigen Veränderungen im Hotelmarkt in der Stadt und in Mannheim sehen beide durchaus mit Sorge, wie sie sagen. Das Angebot an Hotelzimmern sei erheblich gewachsen und wachse noch weiter. Der „Kuchen“ werde jedoch nicht größer. Tobias Becker fürchtet eine „Blase“, die platzen werde. „Das eine oder andere ältere Hotel wird da auf der Strecke bleiben“, fürchtet die Seniorchefin. Wegen der aufwendigen Renovierungen, der vielen Stammgäste und der familiären Atmosphäre in ihrem Gartenstadt-Hotel fühlen sich die Beckers allerdings gut gewappnet. „Wir sehen gelassen in die Zukunft“, meint die 65-Jährige. Zum Jubiläum im Jahr 2021 werde mit ihrem Sohn die dritte Generation das Haus übernehmen, kündigt sie an.

Inhaberin Beate Becker mit Juniorchef und Sohn Tobias Becker.
Inhaberin Beate Becker mit Juniorchef und Sohn Tobias Becker. Foto: KUNZ
Auch kostenlose Parkplätze bietet das Hotel.
Auch kostenlose Parkplätze bietet das Hotel. Foto: KUNZ
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