Ludwigshafen Ludwigshafen: Auf „Safari“ am Stricklerweiher
Polizisten als Großstadt-Cowboys, die wilde Mustangs – äh nein –, entlaufene und ziemlich zahme Zebras einfangen. Ein Bild, das man in Ludwigshafen doch eher nicht erwartet. Dazu noch am östlichen Ortsrand von Edigheim, in Sichtweite der Schornsteine der BASF. Und doch war es am Mittwochabend so, wie gestern berichtet, als zwei der gestreiften Vierbeiner einem dort gastierenden Zirkus ausbüxten und auf Tour gingen. Oder vielmehr – es war so ähnlich. Denn dabei spielen auch ein tapferer Hund und ein ziemlich überraschter Oppauer eine Rolle, eigentlich sogar eine Hauptrolle. Es war jedenfalls das merkwürdige Verhalten von Benjiro, das Kai Lieberwirth in der Nähe des Stricklerweihers auf die Zebras aufmerksam werden ließ. Denn der Akita ging beim Gassigehen in Lauerstellung und fixierte etwas hinter dem Rücken seines Herrchens. Und der entdeckte dann zu seiner verständlicherweise großen Überraschung die beiden Zebras. Sie standen auf dem Acker, wirkten ängstlich, und weit und breit war niemand zu sehen, erzählt der 39-Jährige.
Zebras auf Landzunge gefangen
Was tun, damit die beiden nicht weiterfliehen und womöglich noch etwas passiert? Gut dass Akitas als intelligente und robuste Hunde mit ausgeprägtem Jagd- und Schutzverhalten gelten. Denn Lieberwirth gelang es mit Hilfe von Benjiro, der sich als Zebra-Treiber betätigte, die Tiere auf eine kleine Landzunge am Stricklerweiher zu lotsen, von der sie nicht einfach so weg konnten, und dort erst einmal zu bewachen. „Zum Glück kamen die Zirkus-Mitarbeiter nach ein paar Minuten“, sagt Lieberwirth. Eine weitere Hundebesitzerin dirigierte inzwischen die Polizei zu der Stelle am Weiher. Und dann wurden, wie die Polizei mitteilt, „die beiden Tiere durch die ,Oppauer Zebra-Streife’ in einer Kolonne zurück zum Zirkus begleitet“. Wie Zirkus-Chefin Sarina Baruk der RHEINPFALZ sagte, dürfen Zuschauer in den Pausen die Tiere im Außengehege füttern; dabei habe wohl jemand das Gatter geöffnet. Ende gut, alles gut. Lieberwirth hat sein Abenteuer mit Fotos dokumentiert. Und ganz unerwähnt wollte er die Beteiligung von Zivilisten an der Rettungsaktion nicht lassen. Schon gar nicht von „Hütehund“ Benjiro.