Ludwigshafen RHEINPFALZ Plus Artikel Ludwigshafen: 150 Unternehmen suchen auf Messe neue Azubis

An den Ständen gab es viel zu entdecken.
An den Ständen gab es viel zu entdecken. Foto: KUNZ

In der Ludwigshafener Eberthalle können sich junge Leute auf der Messe „Sprungbrett“ über mehr als 200 verschiedene Ausbildungsberufe und 700 Studiengänge informieren. Wir haben uns unter die Schüler gemischt und an den 150 Ständen der Unternehmen umgesehen – und erfahren, wozu Azubis eine Brille und Steigeisen brauchen.

Hoch oben auf einer fiktiven Anlage eine Kreiselpumpe in Betrieb zu nehmen, lautet der Auftrag. Doch welcher der vielen Hebel ist der richtige, und in welcher Reihenfolge müssen sie betätigt werden? Zum Glück ist Alexander Karle, Ausbilder für Produktionstechnik der BASF, zur Stelle, um weiterzuhelfen. Wenn man den richtigen Hebel entdeckt hat, soll er umgelegt werden. Das ist mit der Virtual-Reality-Brille gar nicht so einfach: Steht man schon direkt davor, oder muss man sich doch noch zwei Schritte auf den Hebel zubewegen?

„Wir setzen die VR-Brille besonders in unseren Ausbildungen zum Chemikanten ein“, erklärt Melanie Klose, Zuständige für das Ausbildungsmarketing der BASF. Digitalisierung sei für den Konzern ein wichtiges Thema in der Ausbildung. „Das praktische an der VR-Brille ist, dass man sie jederzeit einfach einpacken, mitnehmen und an anderen Orten wieder einsetzen kann“, findet Karle. Somit könne damit weltweit gelehrt werden. Bei aller Begeisterung für die neue Technik stellt Karle jedoch klar: „Die VR-Brille wird niemals eine richtige Ausbildung ersetzen.“

Lidl lockt mit Quiz

Auch Lidl hat eine kreative Idee, um Interessierte anzulocken: das Kassenband-Quiz. Zwei Kontrahenten stehen sich an einem kurzen Kassenband gegenüber, ein Lidl-Mitarbeiter liest Fragen vor. Das Kassenband rückt die zunächst in der Mitte befindlichen Süßigkeiten ein Stück weiter in die Richtung dessen, der zuerst die Frage richtig beantwortet. Bei einer falschen Antwort werden die Süßigkeiten in Richtung des Gegenspielers verschoben. Gerade stehen sich zwei Jugendliche gegenüber. Wenn das Mädchen noch zwei Fragen richtig beantwortet, bekommt sie die Süßigkeiten. „Wo wurde Lidl mit der ersten Filiale außerhalb Deutschlands national?“, fragt die Lidl-Mitarbeiterin. Der Junge ist schneller und wählt „Spanien“ aus den zwei vorgegebenen Antwortmöglichkeiten aus. „Das ist leider falsch, damit hast du gewonnen“, wendet sich die Mitarbeiterin an das Mädchen und lässt über das Kassenband die Süßigkeiten in dessen Hand fallen. Ob die Jugendliche deshalb bei dem Discounter eine Ausbildung beginnen wird?

Klinikum wirbt mit Krankenbett

Viele Menschen sind gekommen, um die etwa 150 Unternehmen kennenzulernen, die sich auf der Messe „Sprungbrett“ vorstellen. Überall ist lautes Stimmengewirr, Menschenmassen drängen sich an die Stände. Einige Unternehmen halten ihren Stand schlicht. Anders die Rhein-Neckar-Verkehrsgesellschaft (RNV). Sie hat ihren Stand als Frontalbild einer riesigen Straßenbahn aufgebaut. Eine Modeschule hat Entwürfe ihrer Auszubildenden ausliegen, und ein paar Schritte steht ein Krankenbett des Klinikums Ludwigshafen, in dem eine Reanimationspuppe liegt. „Bei der Reanimation ist es wichtig, dass die Arme gestreckt sind und über den Oberkörper Druck ausgeübt wird, nicht aus den Armen“, erklärt Krankenpflegeschüler Paul Uebe. Außerdem dürfen die Besucher ein Gerät ausprobieren, mit dem man überprüfen kann, ob die Pfleger sich die Hände richtig desinfiziert haben.

Der Holzmast ist nur für Schwindelfreie

Leonie, Celine und Liane gehen in die neunte Klasse der Rudolf-Wihr-Realschule Plus in Limburgerhof, haben also noch ein Jahr Zeit bis zu ihrem Abschluss. Heute sind sie mit ihrer Schule auf die Messe gekommen. „Es ist auf jeden Fall gut, dass wir hier waren“, findet Liane. Am meisten haben die Schülerinnen die Stände des Finanzamtes, der Agentur für Arbeit und des Krankenhauses beeindruckt. „Ich könnte mir auf jeden Fall vorstellen, nach meinem Abschluss eine Ausbildung im Krankenhaus anzufangen“, sagt Leonie.

Von einem Holzmast in der Mitte der Halle kann man mit den Pfalzwerken die ganze Halle überblicken – wenn man sich traut, den Mast mit Steigeisen zu erklimmen. „Einige unserer Elektroniker klettern so wie hier für Reparaturarbeiten die Holzmasten hoch. Es gibt aber immer mehr Stahlmasten, und die sind anders aufgebaut“, erklärt Leah. Sie ist Auszubildende zur Industriefachkauffrau im zweiten Lehrjahr. Auch der Vortrag des Youtubers „MrWissen2go“ kommt gut an. Mirko Drotschmann, wie er wirklich heißt, gibt Einblicke in seine Arbeit. Er betont jedoch auch, dass es sehr wichtig sei, nicht direkt nach der Schule mit Youtube zu beginnen, sondern zuerst eine Ausbildung oder ein Studium zu absolvieren: „Sonst steht man am Ende ohne Geld da.“

Termin

Die Messe ist am Samstag noch in der Friedrich-Ebert-Halle geöffnet. Von 10 bis 15 Uhr gibt es ein kostenloses Fotoshooting für Bewerbungsbilder, bis 16 Uhr kann man sich über mehr als 200 verschiedene Ausbildungsberufe, 25 Hochschulen und 700 Studiengänge informieren.

Auch Krankenkassen waren vertreten.
Auch Krankenkassen waren vertreten. Foto: KUNZ
Junge Arbeitnhemer informierten die Schüler über ihre Firma.
Junge Arbeitnhemer informierten die Schüler über ihre Firma. Foto: KUNZ
Auch die Stadtwerke suchen Nachwuchs.
Auch die Stadtwerke suchen Nachwuchs. Foto: KUNZ
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