Ludwigshafen RHEINPFALZ Plus Artikel Ludwigshafen: Öffnung des Posttunnels an der Hochschule nicht in Sicht

Durchgang verboten: Der Posttunnel verbindet die Hochschule mit dem Hauptbahnhof.
Durchgang verboten: Der Posttunnel verbindet die Hochschule mit dem Hauptbahnhof. Archivfoto: KUNZ

Die Öffnung des Posttunnels zwischen der Hochschule in Mundenheim und dem Hauptbahnhof ist weiterhin nicht in Sicht. Obwohl sich das viele Akteure in Ludwigshafen seit Jahren wünschen und sich die Mobilitätsprobleme in der Stadt durch das Drama um die maroden Hochstraßen verschärft haben.

Der Antwort der Stadtverwaltung auf einen Antrag der CDU-Fraktion zum Sachstand „Planfeststellungsverfahren Posttunnel“ sorgte am Donnerstagabend im Mundenheimer Ortsbeirat für Irritationen und Schulterzucken. Lustig findet es hier niemand mehr, egal zu welcher Partei er gehört, dass das Projekt offenbar kaum vorankommt.

Die Antwort aus dem Rathaus klang fast schon absurd: „Die Verwaltung hat den aktuellen Sachstand mit der Deutschen Bahn abgestimmt und kann Folgendes berichten: Eine Abstimmung zur Festlegung des Genehmigungsverfahrens wurde mit dem Eisenbahn-Bundesamt abgestimmt. Es wurde vereinbart, bis März 2020 die Festlegung zum geeigneten Genehmigungsverfahren zu treffen.“ Und weiter: Es sei noch offen, welcher Antrag (Plangenehmigung oder Planfeststellung) gestellt werden muss. Dazu werde mit dem Eisenbahn-Bundesamt bis März eine Abstimmung auf Basis der in der Planungsvereinbarung festgelegten Projektinhalte durchgeführt. Diese Vereinbarung befindet sich noch in der Entwurfsphase und werde der Verwaltung im Dezember vorgelegt.

180 Meter lange Verbindung

Ortsvorsteherin Anke Simon (SPD) bemühte sich, diese Verwaltungssprache für ihre Zuhörer verständlich zu übersetzen. Sie kam zu dem Schluss, dass die Öffnung des Tunnels schlicht noch immer nicht in Sicht sei.

Bereits im Frühjahr hatten das Kuratorium der Hochschule für Wirtschaft und Gesellschaft und mehrere Parteien die Verzögerungen kritisiert und gegenüber dem Vorstand der Deutschen Bahn auf eine zügige Öffnung des Posttunnels gedrängt. Denn die Öffnung der 180 Meter langen Verbindung zwischen Hauptbahnhof und Hochschule würde eine schon seit Jahren geforderte schnelle Anbindung der Technologiemeile in Mundenheim mit Hochschule und Berufsschulzentrum an die Innenstadt ermöglichen. Mehrere Tausend Schüler und Studenten könnten davon profitieren.

Bedarf für Planrechtsverfahren

Hintergrund dieses Protests der Hochschule am Jahresanfang waren Äußerungen der Deutschen Bahn. Der Konzern hatte mitgeteilt, dass sich das Vorhaben wegen eines Planfeststellungsverfahrens verzögert und mit einer Öffnung frühestens im Jahr 2023 zu rechnen sei. Baudezernent Klaus Dillinger (CDU) mahnte damals: „Gerade wenn wir im Zusammenhang mit unseren Hochstraßenproblemen mehr Verkehr auf die S-Bahn verlagern wollen, spielt der neue Zugang eine zunehmende Rolle.“ Man müsse aber akzeptieren, dass sich offenbar „bahnintern der Bedarf eines Planrechtsverfahrens“ herausgestellt habe und dieses „einige Zeit“ dauere. „Wir machen unsere Hausaufgaben, sichern die Finanzierung – letztlich ist es aber ein Bauvorhaben der Bahn“, so Dillinger.

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