Ludwigshafen RHEINPFALZ Plus Artikel „Lu can learn“: Erster Jahrgang schließt Bildungsprojekt erfolgreich ab

Bildungskoordinator Max Berger.
Bildungskoordinator Max Berger.

Das Bildungsprojekt „LU can learn“ hilft Jugendlichen, ihren Schulabschluss nachzuholen. Nach einem erfolgreichen Jahr soll das Projekt nun erweitert werden.

Mit dem Ziel „zu helfen, wo es brennt“ ging vor einem Jahr das Bildungsprojekt „LU can learn“ (Ludwigshafen kann lernen) im Heinrich-Pesch-Haus an den Start. Jugendliche und junge Erwachsene können hier ihren Schulabschluss nachholen. Der erste Jahrgang wurde erfolgreich begleitet. Projektleiterin Jana Sand sieht nun die Zeit gekommen, das Gemeinschaftsprojekt auszuweiten.

Clarissa Odelga strahlt. Im zweiten Anlauf hat die 18-Jährige ihren Schulabschluss geschafft. „Ich war vorher in Gießen auf der Schule. Dort hat das nicht geklappt.“ Mittlerweile ist sie mit ihrer Familie nach Neuhofen gezogen und hat aus der Zeitung von dem Projekt des Heinrich-Pesch-Hauses und der Stiftung Jugend.Hafen erfahren. „Dann habe ich mich beworben und wurde aufgenommen. Hier kann man gut lernen“, berichtet sie von ihrer Erfahrung. Inzwischen hat sie nicht nur ein Praktikum als Tierpflegerin im Wildpark Rheingönheim absolviert und ihren Schulabschluss in der Tasche, sondern strebt als nächstes auch den Realschulabschluss an. „Ihre Noten waren gut genug“, lobte Stiftungsvorstand Michael Böhmer.

Grundkompetenzen stärken

Böhmer hatte Schülerinnen und Schüler wie Clarissa im Sinn, als er vor zwei Jahren das Heinrich-Pesch-Haus ansprach. „Wir wollten Jugendliche und junge Erwachsene aus Ludwigshafen unterstützen, die sozial schwächer gestellt sind“, erklärt Böhmer. So stieß man auf das Projekt „Das andere Klassenzimmer“ in Mannheim und übertrug das Konzept einer nachgeholten Berufsreife auf Ludwigshafen. „Wir bieten allerdings zusätzliche Berufspraktika an“, nennt er einen Unterschied zum bereits erfolgreich laufenden Mannheimer Projekt. „Und wir wollen zusätzlich die Grundkompetenzen stärken.“ Dazu gehören Kommunikation und die Eigenorganisation der Kursteilnehmer. Wichtige Bausteine für die spätere Berufswahl, denn „unsere Schüler müssen wissen, dass Motivation, Disziplin und Willen erforderlich sind, um die Berufsreife zu erlangen“, hatte Sand beim Start vor gut einem Jahr erklärt. Auch das Schulgeld von 50 Euro, das die Teilnehmer monatlich entrichten, soll zur Motivation beitragen. „Damit werden die Kosten natürlich nur zu einem Bruchteil getragen“, erläutert Böhmer, der den Aufwand pro Schüler auf „5000 bis 6000 Euro“ beziffert. Die Kosten werden, abgesehen vom Unkostenbeitrag, ausschließlich durch Spenden getragen.

Ein großer Vorteil des Programms sind die kleinen Gruppen von drei bis fünf Personen, betont Projektleiterin Sand. „Wir machen hier keinen Frontalunterricht.“ Vielmehr können sich die knapp 20 ehrenamtlichen Lehrer individuell auf die Prüflinge einstellen. „Auch deshalb haben alle vier, die bei der Prüfung dabei waren, bestanden“, freut sich Bildungskoordinator Max Berger.

Bewerberrunde läuft

Mit der Erfahrung aus dem ersten Jahr soll „LU can learn“ in der zweiten Auflage ausgeweitet werden. „Wir hoffen auf zehn bis zwölf Teilnehmer“, sagt Jana Sand. Die Bewerberrunde ist noch nicht abgeschlossen. In einer „Summer School“ sollen geeignete und erfolgversprechende Teilnehmer herausgefiltert werden. An der Raumkapazität wird es nicht scheitern. Auch die Bereitschaft der ehrenamtlichen Lehrenden ist hoch. Neuzugänge sind immer willkommen. „Ich selbst habe es über eine Freundin erfahren, die selbst keine Zeit dafür hatte“, berichtet Lena Urhahn, die Soziologie studiert und selbst einmal Lehrerin werden möchte. Sie sammelt damit erste Berufserfahrung. „Es ist unheimlich erfüllend“, sagt sie nach dem ersten Jahr.

„Im zweiten Jahrgang können wir viel fokussierter arbeiten“, freut sich Max Berger mit der Erfahrung des ersten Jahres auf die nächste Runde. Auch er hofft auf größere Kreise auf allen Ebenen. „Wir sind schon bekannter geworden. Das ist ein großer Erfolg. Das Projekt funktioniert auf allen Ebenen.“

Noch Fragen?

Sowohl Teilnehmer als auch Ehrenamtliche für das Projekt „Lu can learn“ können sich entweder per Mail an bergerm@hph.kirche.org oder telefonisch unter 0621 5999107 anmelden.

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