Pfalz-Ticker Linke kritisiert Sparkassenführung wegen Standortschließungen
Die dreiköpfige Linksfraktion im Ludwigshafener Stadtrat kritisiert die am 2. September angekündigten Standortschließungen und den schrittweisen Personalabbau der Sparkasse Vorderpfalz. Eine regionale Sparkasse sei mit dieser Politik weder zukunftsfähig noch schlagkräftig. „Gerade die Anwesenheit von mit Menschen besetzten Filialen in der Fläche stellt nämlich ein Alleinstellungsmerkmal von Sparkassen dar“, sagt Linken-Fraktionschef Liborio Ciccarello. Das sei ein entscheidender Wettbewerbsvorteil gegenüber rein renditeorientierten und auf Automation fixierten privaten Großbanken.
„Originären Auftrag nicht vergessen“
„Internetbanking kann nur eine zusätzliche Serviceleistung der Sparkasse für ihre Kunden im Flächenland Rheinland-Pfalz sein. Die Sparkasse Vorderpfalz sollte ihren originären Auftrag nicht vergessen, nämlich vorrangig den Interessen der Menschen und mittelständischen Betriebe zu dienen, die sie für ihre Geldgeschäfte benötigen. Dies sollte die Sparkassenführung nie aus dem Auge verlieren“, bilanziert Ciccarello.
Aus 51 werden in drei Jahren 44 Standorte
Aktuell hat die mit einer Bilanzsumme von 5,4 Milliarden Euro landesweit größte Sparkasse noch 51 Standorte in ihrem Geschäftsgebiet (Ludwigshafen, Speyer, Rhein-Pfalz-Kreis). Bis 2023 soll die Anzahl auf 44 reduziert werden. „Einige Standorte lassen sich einfach nicht mehr auf wirtschaftlicher Basis betreiben“, begründete Sparkassenchef Thomas Traue die Einschnitte. Immer mehr Menschen erledigten ihre Bankgeschäfte digital. Darauf müsse das Haus reagieren. Die in vier Stufen geplante „Strukturanpassung“ beginnt am 7. September.
Aktuell hat die Sparkasse Vorderpfalz 910 Beschäftige, 2013 waren es 1133 bei 62 Standorten. Kündigungen schließt eine Dienstvereinbarung aus. Personal werde über natürliche Fluktuation und Altersteilzeitangebote abgebaut, so Traue.