Ludwigshafen Lieder aus Europa

Tohu Va Bohu im Ebertpark: Ulrike Scherf singt und spielt Akkordeon, Richard Waltner singt ebenfalls und zupft den Kontrabass.
Tohu Va Bohu im Ebertpark: Ulrike Scherf singt und spielt Akkordeon, Richard Waltner singt ebenfalls und zupft den Kontrabass.

Der Creole Sommer in Ludwigshafen ist am Sonntag mit dem Weltmusikcafé zu Ende gegangen, am Samstagabend spielte in der Konzertmuschel im Ebertpark das Trio Tohu Va Bohu. Musikalisch waren das zwei sehr unterschiedliche Konzepte. Nächste Station des Creole Sommers ist Limburgerhof.

Mit französischen Stücken begann das Trio Tohu Va Bohu. Natürlich war es vor allem das Akkordeon, das französisches Flair in die Musik brachte. Musette im Drei-Viertel-Takt und Tango luden zum Tanzen ein. Allerdings war es dafür vielleicht einfach noch zu früh und zu heiß an diesem Sommerabend. Eigentlich ist das Trio nämlich die ideale Bistro- oder Bodega-Band. Die Musik ist durchweg heiter und leicht und wird locker gespielt. Es sind Lieder aus ganz Europa, die das Trio mitbringt. Richard Waltner am Kontrabass singt meistens die Hauptstimme, Ulrike Scherf spielt Akkordeon und singt zweite Stimme. Schlagzeug spielt Rüdiger Keller. Für erfahrene Creole-Besucher sind die Namen zum Teil bekannt: Waltner und Keller waren schon in größerer Besetzung hier, mit Hotel Ost, traten sie 2012 im Museumsgarten auf. Damals brachte die größere Besetzung mit verschiedenen Solisten etwas mehr Abwechslung. Das Trio bringt die Lieder doch recht brav – da ist kein Tohu Va Bohu, was der hebräische Ausdruck für Chaos und Verwirrung ist. Stücke aus Italien, Spanien, Frankreich, Polen und dem Balkan bringt die Band mit Schwung und guter Laune. Eigentlich sollte man die Musik des Trios nicht wie im Konzert still sitzend, sondern tanzend erleben – was dann auch später geschah. Das Weltmusikcafé stellt keine Lieder aus verschiedenen Kulturen und Regionen vor, sondern lässt Stile und Traditionen in neuen Songs zusammenfließen. Sängerin Pranita Rottmann beschreibt das so: „Viele Flüsse kommen von überall her und fließen ins Meer. Zusammen werden sie zum Ozean.“ Auch die hier mitspielenden Musiker waren schon bei früheren Creole Sommern beteiligt. Posaunist Bernhard Vanecek ist selbst in vielen Stilen zu Hause, von Klassik bis Volksmusik. Weitere Musiker kommen aus der Pfalz, aus Syrien, der Türkei, Indien und Schweden. Die Stücke bringen die Musiker aus ihren Musiktraditionen mit, in den Proben wird ausprobiert, was das Kollektiv daraus macht. Dabei gibt es spannende Entdeckungen: Manche Lieder kommen mit fast gleicher Melodie in verschiedenen Kulturen vor, manchmal sind es auch Texte und Stimmungen, die aus verschiedenen Perspektiven auf ein Liedthema blicken. Noten gibt es keine, alles soll über das Gehör entstehen. So sind die Musiker einander zugewandt, hören und erleben intensiver. Den Stücken gemeinsam ist ein guter Groove und dann entwickelt sich aus den Themen etwas, das jedes Mal neu entsteht und überaus spannend zu hören ist. Ein besonderer Creole-Programmpunkt für Kinder war das Theaterstück „Watzba“, das die KiTZ Theaterkumpanei am Samstag und Sonntag aufführte. Wie immer haben bei dem Festival verschiedene Vereine, Flüchtlingsgruppen und Initiativen für die Bewirtung mit internationalen Spezialitäten gesorgt. Termine Am 28. Juli wird der Creole Sommer in Limburgerhof fortgesetzt. Programm im Netz: www.creole-sommer.de

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