Ludwigshafen Liebesglück im Rumba-Rhythmus
Es gibt mehrere kubanische Tanzshows, die mit Erfolg durch Europa touren. Darunter ist das Musical „Soy de Cuba“, dem es am besten gelingt, das kubanische Lebensgefühl von der Bühne in den Zuschauerraum zu transportieren. Es gibt hier nicht nur erstklassige Musik und mitreißenden Tanz, sondern auch eine Geschichte fürs Herz und Filmsequenzen, die das Publikum direkt in die Karibik versetzen.
Ayala (Yanetsy Ayala Morejo) lebt bei ihren Großeltern im beschaulichen Tal von Viñales, bekannt für seine markanten Felsformationen und den Tabak, aus dem die berühmten kubanischen Zigarren gerollt werden. Doch das Landleben ist der jungen Frau zu beengt. Sie will in die Hauptstadt Havanna, um dort Tänzerin zu werden. Beim Dorffest tanzt sie mit ihren Freunden; die Frauen in züchtigen Blusen und Volantröcken, die Männer in weißer Bauernkleidung und Strohhut. Noch ist alles ein wenig bieder – doch jeder weiß ja, was noch kommen wird. Auf der Leinwand wechselt das Bild vom grünen Tal zum Hauptbahnhof von Havanna, wo Ayala aus dem Zug steigt. Die gesamte Musicalaufführung ist mit Filmaufnahmen unterfüttert, bei denen nicht nur Bilder aus Kuba zu sehen sind, sondern auch die mitwirkenden Darsteller. So sieht man Yanetsy Ayala Morejo durch die Straßen von Havanna streifen. Die heruntergekommenen Kolonialbauten, von denen die bunte Farbe abblättert, und die alten amerikanischen Straßenkreuzer üben einen morbiden Charme aus, den die sehr heutigen mitreißenden Latino-Rhythmen der Liveband kontrastieren – und genau so ist Havanna. Ayala lässt sich von der pulsierenden Stadt treiben, bis sie ihr Ziel gefunden hat: das Kabarett „Soy de Cuba“. Sie hofft, dort ins Tanzensemble aufgenommen zu werden. Ihr Jugendfreund Pedro (Erlan Castro Ribalta) hat das schon geschafft. Doch Ayala kommt nicht einmal zum Vortanzen, denn Choreograf Mario (Dieser Serrano) winkt ab, als er das Landei sieht. Pedro verschafft seiner Freundin immerhin einen Job als Kellnerin. Diese Geschichte kennt man aus vielen Hollywood-Tanzfilmen, für Kuba ist sie aber relativ authentisch. In dem sozialistischen Inselstaat ist Tanzen nicht nur eine Art des Eskapismus, sondern auch eine Möglichkeit, vergleichsweise gutes Geld zu verdienen. Deshalb zieht es viele junge Leute in die Hauptstadt, wo die renommierten Tanzschulen und die berühmten Tanztheater sind. So eines ist auch das Kabarett „Soy de Cuba“. Hier sind Mambo, Rumba, Reggaeton und Salsa zu Hause. Die in dem Musical getanzten Choreografien von Luis Albert Moro Ronda sind mitreißend und modern. Immer wieder mixt er Elemente aus Streetdance und Freestyle in die klassischen Latino-Tänze. Das fabelhafte Ensemble um Dieser Serrano sorgt für ordentlich Feuer. Dieses Feuer wäre jedoch nicht möglich ohne die hochkarätigen Instrumentalisten unter der Leitung von Rembert Egues am Klavier. Er hat die Musik speziell für das Musical komponiert. Es sind also nicht die bekannten Buena-Vista-Melodien, die toll sind, aber bei kubanischen Shows etwas überstrapaziert werden. Sängerin Danais Menendez ist dabei der heimliche Star, und zeigt beim Finale, dass sie durchaus auch Tanztalent hat. Zwischen den Tänzen brillieren die Musiker mit Posaunen-, Trompeten- und Perkussion-Soli. Diese Welle aus viel Energie und purer Lebensfreude schwappt auch auf das Publikum über. In der Handlung des Musicals ist Ayala nach sechs Monaten eine echte Habanera geworden. Sie hat neue Freunde gefunden, mit denen sie in ihrer Freizeit auf der Straße tanzt. Nachts übt sie heimlich im Kabarett die klassischen Tanzschritte. Ihr Talent ist Mario nicht verborgen geblieben. Als sich dann eine Tänzerin verletzt, bittet er Ayala, einzuspringen. Beim Training kommen sich die beiden näher. Das passt Tanz-Diva Lola (Cheyla Castellon Jimenez) nicht, die versucht, die frisch Verliebten auseinanderzubringen. Doch natürlich gibt es ein glückliches Ende, das mit einer großen Tanzparty gefeiert wird, an deren Ende alle rufen: „Soy de Cuba“ – „Ich bin aus Kuba“.