Ludwigshafen Licht und Lärm in der Nacht

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Die Hochfackel am Steamcracker im BASF-Werk Ludwigshafen war in der Nacht von Freitag auf Samstag fast zehn Stunden lang aktiv. Der Grund war eine Software-Störung an der Anlage. Die helle Flamme war über die ganze Vorderpfalz hinweg zu sehen und hat einige Bürger besorgt.

Von etwa 18.30 Uhr am Freitag bis 4 Uhr am Samstagmorgen brannte die Hochfackel am Steamcracker, teilte eine BASF-Sprecherin gestern auf Anfrage hin mit. Während das Unternehmen üblicherweise vorweg ankündigt, dass die Fackelflamme brennt, sei dieses Mal eine „Störung an der Steuerungssoftware eines Anlagenteils“ Auslöser dafür gewesen. Also: nicht vorhersehbar. Der Fehler wurde im Laufe des gestrigen Tages behoben. Der Steamcracker konnte laut BASF auch während der Arbeiten weiterlaufen. Reparaturen im laufenden Betrieb kommen häufiger vor, teilte der Konzern mit. Wie hoch die Flamme der Fackel ist, hängt von der Menge des zu verbrennenden Stoffes ab, meinte die Unternehmenssprecherin. „Sie kann bis zu 20 Meter hoch sein.“ Zusätzlich gibt es am Steamcracker noch eine Bodenfackel. Sie ist jedoch für Außenstehende nicht sichtbar. Die Hochfackel ist vor allem aktiv, wenn die Anlage an- oder abgeschaltet wird sowie bei Störungen, wenn überschüssiges Gas verbrannt werden muss. Die 140 Meter hohe Fackel ist das auffälligste Teil der Steamcracker-Anlage. Doch was für Fotografen und Beobachter aus der Ferne ein schönes Motiv und ein faszinierender Anblick sein kann, ist für direkte Anwohner des Werks und andere Ludwigshafener Bürger teils beängstigend. Für Anrainer kommt teils heftiger Lärm hinzu, ebenso kann sichtbarer Ruß entstehen. Auch am Freitagabend hatten einige besorgte Bürger zunächst an einen Brand in Ludwigshafen gedacht, als sie den hellen Feuerschein sahen. Sieben Anlieger hätten deshalb bei der BASF-Umweltzentrale angerufen, wie die Unternehmenssprecherin sagte. Die Feuerwehr vermeldet einen besorgten Anruf in dieser Sache. Auch bei der Polizei gehen bei Fackel-Aktivität über die Notrufnummer oder über die zuständige Dienststelle in Oppau immer wieder Anrufe ein, wie eine Polizeisprecherin sagte. Über die genaue Anzahl der Anrufer am Freitag kann das Polizeipräsidium Rheinpfalz aber keine Angaben machen. Im vergangenen Jahr war die Hochfackel des Steamcrackers laut BASF viermal aktiv. Sie ist aber nicht die einzige Fackel im Werk, so dass wesentlich häufiger als diese viermal Feuerschein über dem Gelände zu sehen war. Die BASF-Umweltzentrale, an die sich Anwohner wenden können, ist unter der Telefonnummer 0621/60-4040 zu erreichen. Sie nimmt nicht nur Beobachtungen von außen entgegen, sondern kümmert sich im Alltag unter anderem um Abwässer, Lärmbelastung und fünf Messstellen am Rande des Werksgeländes, die Luftwerte wie Ozon, Stickstoffdioxid und Kohlenmonoxid messen. Nach der Störung am Freitagabend waren laut Unternehmen weder inner- noch außerhalb des Werks erhöhte Schadstoffmesswerte festzustellen (die RHEINPFALZ am SONNTAG berichtete). Die BASF betreibt in Ludwigshafen zwei Steamcracker-Anlagen. Die größere von ihnen war im Juni und Juli zwecks Revision vorübergehend abgeschaltet worden. Auch bei der Wieder-Inbetriebnahme war der Fackelschein deutlich und über einen längeren Zeitraum hinweg zu sehen gewesen. In die Cracker wird Rohbenzin eingeleitet, mit Wasserdampf gemischt, im Ofen auf 840 Grad Celsius erhitzt und anschließend gespalten. Heraus kommen mehrere Stoffe, die in der BASF als Grundprodukte weiterverarbeitet werden – zu zwei Dritteln Ethylen, außerdem unter anderem Propylen.

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