Ludwigshafen Lernen, mit Genuss zu lesen

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In der Jugendherberge scheint es zu spuken. Doch statt die Flucht zu ergreifen, machen sich die Piranha Piraten auf die Suche nach dem Gespenst – und nehmen den Leser gleich mit. Denn immer wieder gilt es, auf einem Suchbild den nächsten Hinweis zu finden. Zum Abschluss des Lesesommers in der Katholischen öffentlichen Bücherei (KÖB) Böhl wurden die Kinder am vergangenen Freitag zu Detektiven. Lesen mussten sie allerdings nicht selbst. Das übernahm die Autorin Lydia Hauenschild persönlich. Neun Wochen lang haben die Teilnehmer fleißig das Angebot der Bücherei genutzt und sich mit jedem gelesenen Buch einen weiteren Stempel in ihrer Clubkarte verdient. Dass die Bücher nicht nur daheim im Regal stehen, wird allerdings kontrolliert. „Wir fragen die Kinder, wenn sie das Buch abgeben, nach dem Inhalt“, sagt KÖB-Mitarbeiterin Johanna Gütermann. Von den rund 40 Teilnehmern zwischen sechs und 13 Jahren haben 37 Kinder drei und mehr Bücher gelesen. Ein Mädchen hat sogar ganze 36 Bücher verschlungen. Überhaupt sind es in Böhl vor allem die Mädchen, die sich fürs Lesen begeistern. „Mädchen lesen mehr als Jungs, das war schon immer so“, sagt Mitarbeiterin Monika Guschwa. In Iggelheim dagegen hält sich das Verhältnis von Mädchen zu Jungs mit 55 zu 45 Prozent seit Jahren die Waage. „Nur die Ältesten, also die Jugendlichen zwischen 13 und 16 Jahren, waren in diesem Jahr nur noch Mädchen, aber das ist Zufall“, sagt Michaela Bott von der KÖB Iggelheim. 93 Kinder und Jugendliche von sechs bis 16 Jahren hatten sich dort zum Lesesommer angemeldet. Erfolgreich teilgenommen, also mindestens drei Bücher gelesen, haben 66. Viele Kinder haben jedoch deutlich mehr gelesen. Die beste Teilnehmerin hatte am Ende 30 Stempel in ihrem Ausweis. Insgesamt wurden in Böhl im Lesesommer 397 Bücher ausgeliehen, in Iggelheim waren es 550. „Lesen ist allgemein sehr wichtig. Und durch den Lesesommer bringt man die Kinder dazu, noch mehr zu lesen. Das wirkt sich dann auch auf die schulischen Leistungen aus“, sagt Monika Guschwa. Dafür müssen die Kinder zu Beginn noch keine Vielleser sein, betont Brigitte Klein, Leiterin der KÖB Iggelheim. „Wir sind bemüht, die Kinder dort abzuholen, wo sie gerade sind.“ Und viele tauten im Verlauf des Sommers regelrecht auf. So trugen in Iggelheim denn auch einige Kinder beim Abschlussfest am Samstag selbst die gelesenen Geschichten vor und fanden in ihren Mitstreitern aufmerksame Zuhörer. „Wir wollen den Leistungsdruck rausnehmen und beibringen, genussvoll zu lesen“, sagt Birgit Bauer, Leiterin der Gemeindebibliothek Mutterstadt. 96 Mädchen und 84 Jungs, sprich 180 Kinder und Jugendliche zwischen sechs und 16 Jahren, haben am Lesesommer in Mutterstadt teilgenommen und 2170 Bücher gelesen. Gestern wurde gemeinsam das Abschlussfest gefeiert. „Wir haben die Kinder in diesem Jahr die Buch-Bewertungskarten selbst ausfüllen lassen“, erzählt Bauer. Die Kinder hätten sich getraut, offener mitzuteilen, ob ihnen ein Buch gefallen hat oder nicht. „Die Bewertung ist differenzierter geworden“, sagt Bauer. Diesmal hatte die Bibliothek zum ersten Mal Konsolenspiele im Angebot. Diese waren begleitend zu Büchern. „Aber die Kinder haben sich mehr auf die Bücher gestürzt“, sagt Bauer. In Altrip konnten es Eltern und Kinder nicht ganz glauben, was Bücherei-Leiterin Magdalena Poßmayer verkündete. 65.735 Seiten – 271 Bücher – wurden beim Lesesommer gelesen. Insgesamt mitgemacht haben 74 Schüler, davon 38 Jungs und 36 Mädchen. Das sind 15 mehr als im vergangenen Jahr. „Für einen Ort, in dem es nur eine Grundschule gibt ist das eine tolle Leistung“, sagt Poßmayer. Besonders zahlreich vertreten sind die Leseanfänger im Alter von sechs bis acht Jahren. „Der Lesesommer ist zwar für uns von der Bücherei viel Arbeit, aber es macht uns wirklich ganz viel Spaß, denn es lohnt sich, wenn man den Kindern Freude an Büchern vermitteln kann“, sagt Poßmayer. In Waldsee haben 51 Kinder, 33 Mädchen und 18 Jungs die mindestens erforderlichen drei Bücher gelesen. Angemeldet hatten sich 65 Kinder. „Die Teilnahme, ist leider etwas rückläufig, allerdings haben etliche Kinder über zehn Bücher gelesen, was wiederum enorm ist“, sagt Büchereileiterin Isabell Mayer. Stolze 46.610 Seiten in 759 Büchern haben die Kinder gelesen. Die meisten Teilnehmer waren zwischen acht und elf Jahren alt. In der KÖB Otterstadt wurde der Abschluss schon eine Woche früher gefeiert. Dort haben sich 77 Kinder zwischen sechs und 16 Jahren angemeldet, 47 Mädchen und 30 Jungs. 56 haben mindestens drei Bücher gelesen. Insgesamt waren es 78.616 Seiten in 580 Büchern. „Der Lesesommer hat schon aus manchen Lesemuffeln richtige Leseratten gemacht“, sagt Büchereileiterin Ute Straßer. So ist der Lesesommer natürlich auch Werbung für die Bücherei. Das findet auch Traudel Klein, Leiterin der KÖB Rödersheim. 72 Kinder – 35 Mädchen und 37 Jungs – haben dort in diesem Jahr 569 Bücher gelesen. „Die Gruppe der Grundschüler ist am besten vertreten“, sagt Klein. Während des Lesesommers sei weitaus mehr los in der Bücherei. „Es kommen immer wieder Kinder, die lange Zeit nicht mehr da waren“, sagt Klein. Das ist auch in Dannstadt so. Sie freut sich über die gute Resonanz auf den Lesesommer. 102 Anmeldungen, davon 52 Jungen und 50 Mädchen, verzeichnet Edeltraud Daumann, Leiterin der Gemeindebücherei Dannstadt. „Anfangs hatten wir immer einen Mädelsüberschuss. Dieses Jahr haben die Jungs sie überholt.“ Gelesen wurden insgesamt 844 Bücher. Vor allem bei den Grundschülern sei die Teilnahme am Lesesommer beliebt. In Neuhofen wurden während des Lesesommers 532 Bücher, genauer 61.892 Seiten, gelesen. Damit wurde etwa die gleiche Anzahl wie im Vorjahr erreicht. Zwar hatten sich 85 Kinder und Jugendliche zu der Aktion angemeldet, tatsächlich aber haben 53 Teilnehmer, nämlich 31 Mädchen und 22 Jungen zwischen sechs und 16 Jahren, das vorgegebene Ziel erreicht. Jegliche Aktionen zur Leseförderung haben für Büchereileiter Ernst Bein einen hohen Wert: „Es ist wichtig, dass sich Kinder und Jugendliche nicht nur mit Computern, Tablets und Smartphones beschäftigen.“ Gleichwohl stellte der Büchereileiter fest: Wenn Schüler gern lesen, dann greifen sie lieber zu einem gedruckten Buch statt zu den gleichfalls angebotenen E-Books. (sud/krx/cju/bmx) Termin —Die KÖB Rödersheim veranstaltet am Freitag, 25. September, von 15 bis 18 Uhr ihr Abschlussfest. Das Grill- und Spielefest findet in der Schneiderstraße statt. —Die Bücherei Dannstadt lädt die Lesesommer-Teilnehmer für Freitag, 25. September, 15 Uhr, zum Abschlussfest in die Bücherei ein. Michael Hain liest aus „Ella in der Schule“. (cju)

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