Ludwigshafen Leergut-Bons für eine Tunnellandschaft

Am Briefkasten für die Bons: (von links) Sonja Flory-Butz, Aaron Dreißigacker, Elke Urlau, Michael Werling und Franz Fink.
Am Briefkasten für die Bons: (von links) Sonja Flory-Butz, Aaron Dreißigacker, Elke Urlau, Michael Werling und Franz Fink.

«Waldsee.» Es gibt viele Möglichkeiten, einen Kindergarten mit einer Spende zu unterstützen. Eine besonders kreative Idee haben sich die protestantische integrative Kindertagesstätte „Regenbogen“ und der Wasgau-Markt in Waldsee einfallen lassen. Im Vorraum des Einkaufsmarkts hängt seit vergangener Woche neben dem Leergut-Automaten ein durchsichtiger Briefkasten und ein Plakat des Kindergartens.

Die Idee: Wer möchte, kann nach Abgabe des Leerguts die Bons, anstatt sie an der Kasse einzulösen, in den Briefkasten werfen und so der Kita spenden. Die ersten Zettel haben sich bereits angesammelt. Auf dem Plakat neben dem Briefkasten, den ein Erzieher-Team selbst gebaut hat, hängt ein Bild von dem, was sich die Kinder wünschen: eine Tunnellandschaft zum Durchkrabbeln. „Die einzelnen Teile sind nicht teuer, doch wenn genügend Spenden zusammenkommen, lassen sie sich beliebig erweitern“, erzählt Sonja Flory-Butz, die Leiterin der Kita. Gerade weil der Kindergarten zu einer kleinen Kirchengemeinde gehöre, sei man bei Extra-Anschaffungen auf Spenden angewiesen. Außerdem biete die Aktion eine gute Plattform, um die Kita auch nach außen zu präsentieren, erklärt Erzieher Aaron Dreißigacker, der mit Kollegen auch Flyer und Plakate für die Aktion entworfen hat. Zwischen der Kita und dem Einkaufsmarkt besteht von Anfang an eine Verbundenheit. „Wir waren mit den Kindern schon auf der Baustelle und haben verfolgt, wie der Markt gebaut wurde“, sagt Erzieherin Elke Urlau. Bei der Eröffnung haben die Kindergartenkinder dann gesungen. Seither kommen die Kinder mit ihren Erziehern zum Einkaufen für bestimmte Aktionen, und die Köchin der Einrichtung kauft dort regelmäßig fürs Mittagessen ein. Bei den Mitarbeitern des Wasgau-Markts sind die Kinder und Erzieher daher längst bekannt und so manche Elterngespräche haben auch schon an den Kaffee-Tischen dort stattgefunden. Die Briefkasten-Aktion ist eine Art Abschiedsgeschenk von Marktleiter Michael Werling, der Waldsee Ende voriger Woche verlassen hat. „Die Kindergartenkinder haben für uns gesungen und Bilder gemalt, die Erzieher haben wir als sehr engagiert auch über den Job hinaus erlebt. Wir möchten uns so bedanken“, so Werling. Er selber habe gar keinen Schlüssel für den Briefkasten, das organisiere die Kita selbst. Werlings Nachfolger Frank Fink findet die Idee klasse. „Von mir aus kann der Briefkasten gerne noch jahrelang hängen bleiben.“

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