Ludwigshafen „Lautstärken jenseits normaler Abgasanlagen“
Sommerzeit, Poserzeit: In den wärmeren Monaten neigen vor allem junge Männer dazu, ihre PS-Kutschen auf den Straßen zu präsentieren. Entsprechend laut wird’s dann, wenn die hochgejazzten Motoren aufheulen – manchmal bis spät in die Nacht. Florian Emberger, der in der Innenstadt lebt, fordert die Stadtverantwortlichen auf, konsequent gegen Rowdys vorzugehen.
Emberger hat deshalb einen offenen Brief an die Stadtverwaltung geschrieben, der sowohl an Oberbürgermeisterin Jutta Steinruck als auch an Ordnungsdezernent Dieter Feid (beide SPD) gerichtet ist. „Mit der Frühlingssonne scheinen einige Mitmenschen wieder vermehrt ihre auffälligen Fahrzeuge präsentieren zu müssen. Mit sowohl akustischen Belästigungen – Lautstärken jenseits normaler Abgasanlagen – als auch rücksichtslosem Park- und Fahrverhalten werden die schwächeren Verkehrsteilnehmer wie Fußgänger und Radfahrer verängstigt oder gar gefährdet“, heißt es darin. Speziell in der Innenstadt seien regelmäßig solche Situationen zu beobachten, die ohne Konsequenzen für die Verursacher blieben. „Hier muss unbedingt etwas präventiv getan werden, um es nicht soweit kommen zu lassen wie in Köln oder Berlin – und jemand verletzt oder getötet wird“, so Emberger. „Ich sehe hier die Polizei als Ordnungsbehörde für den fließenden Verkehr als auch das Ordnungsamt für den ruhenden Verkehr in der Verantwortung zu handeln. Bei allen künftigen Verkehrsplanungen sollte bedacht werden, das nicht nur motorisierte Fahrzeuge in der Innenstadt unterwegs sind, sondern vor allem Fußgänger, Radfahrer und auch Menschen mit Bewegungseinschränkungen, deren Schutz vorrangig sein sollte“, bilanziert Emberger. „Der ruhende Verkehr im gesamten Stadtgebiet wird durch die Verkehrsüberwachung regelmäßig kontrolliert, Verstöße werden konsequent geahndet“ – so reagiert Florian Bittler als Sprecher der Stadtverwaltung auf Embergers Brief. Wegen der personell knappen Ressourcen sowie zahlreichen Kontrollschwerpunkten sei eine ständige Überwachung an einem Ort allerdings nicht möglich. Erwischte Falschparker oder Autoposer würden bei nachweislichen Vergehen stets mit einem Bußgeld bestraft oder abgeschleppt, wenn sie Geh- oder Radwege zustellten – und dies auch zügig gemeldet werde, fährt der Rathaussprecher fort. Bei Planungen müssten indes die Belange aller Verkehrsteilnehmer berücksichtigt und Interessen abgewogen werden. „Hierbei spielen sowohl fachliche als auch politische und finanzielle Aspekte eine Rolle“, so Bittler. Die Belange von Radlern und Fußgängern finden laut Bittler bei aktuellen Planungen eine stärkere Berücksichtigung. Als aktuelles Beispiel nennt er die Rad- und Fußgängerführung von der Konrad-Adenauer-Brücke bis zur Kaiser-Wilhelm-Straße oder den geplanten Radstreifen in der Heinigstraße. Bei Ampeltaktungen würden Fußgänger (möglichst kurze Wartezeiten) oder Personen mit Handicap (akustische Elemente) besonders berücksichtigt. Und beim Entwicklungsprojekt ,City-West’ infolge des Hochstraßenabrisses spielten verkehrssichere Konzepte speziell für Fußgänger und Radfahrer eine wesentliche Rolle, so Bittler.