Ludwigshafen Laufen im Idyll
«LUDWIGSHAFEN.»Wohl an kaum einer Stelle in der Stadt kommen sich Industrie und Natur so nahe wie im Naherholungsgebiet „Willersinn“. Rund um die vier Weiher motivieren viele flache Wege zum Laufen. Im Sommers wie im Winter hat das Laufen hier seine Reize. Egal, ob lockeres Jogging oder schneller Lauf – das Naherholungsgebiet „Willersinn“ bietet für jeden Geschmack etwas. „Die Natur, die Ruhe hier ist es, was ich so mag“, schwärmt der Friesenheimer Egbert Fecht, Inhaber eines Radgeschäfts, ehemals erfolgreicher Radrennfahrer und inzwischen begeisterter Läufer. Zwei-, momentan sogar dreimal pro Woche ist er im Naherholungsgebiet „Willersinn“ unterwegs, steht doch Anfang Mai seine Premiere beim Gutenberg-Marathon in Mainz an. „Ein paar Läufer, Radfahrer, mal der eine oder andere Hund – ansonsten ist es unterwegs still“, nennt Fecht die Vorzüge der Laufstrecken zwischen Friesenheim, Oggersheim/Melm und Oppau. Auch Stefan Bopp, der Vorsitzende des SVF Ludwigshafen, kennt die Wege rund um den Willersinnweiher perfekt. „Die Strecke ist mit seinem vielen Grün und dem weiten Blick über die Felder und auf das Wasser, als Kontrast im Hintergrund die BASF, immer wieder Erholung“, sagt der Organisator des Friesenheimer Eulenlaufes, der traditionell am 3. Oktober die Läuferscharen anzieht. Die Wege rund um die Weiher und über die Felder sind durchweg gut zu belaufen. Wir entscheiden uns für die rund 6,8 Kilometer lange, einsteigerfreundliche Runde, die am Gelände des SVF Ludwigshafen in der Teichgasse startet. Vom dortigen Parkplatz aus geht es zunächst links ab in den Begütenweg. Nach rund 400 Metern erreichen wir die altehrwürdige Radrennbahn, auf der alle große Namen der Bahnradszene schon ihre Runden drehten. Nachdem die Weiherstraße passiert wurde, führt die Strecke durch das idyllische Hochzeitswäldchen bis zum Strandweg, der nun überquert werden muss. Zwischen Kratzsch’em Weiher und dem Freibad führt die Strecke weiter in Richtung Begütenweiher. In den Sommermonaten ist es dort allerdings mit der von Egbert Fecht geliebten Ruhe vorbei, wenn die Schwimmbegeisterten und Sonnenhungrigen ihre Laken und Liegen auf den Wiesen rund um den Begütenweiher, der nach dem Zweiten Weltkrieg durch Kiesabbau entstand und der zweitgrößte der vier Weiher im Naherholungsgebiet „Willersinn“ ist, ausbreiten. Im Frühling und im Herbst dagegen bietet sich dem Läufer ein ganz anderes Bild: Vereinzelt trifft man auf Angler, die die Einsamkeit genießen und mucksmäuschenstill auf den großen Fang warten. Nach einigen hundert Metern führt eine scharfe Rechtsbiegung in die Mittelpartstraße. Anschließend heißt es erst einmal „abschalten“, denn jetzt geht es ziemlich lange geradeaus. Vor allem gegen Abend, wenn die Sonne langsam untergeht, bietet sich ein imposantes Bild. Die Schlote der BASF werden in ein sanftes Rot getaucht, die Weiher glitzern, als würden sie aus Abermillionen Diamanten bestehen. Industrie und Natur scheinen zu verschmelzen. Doch während man das Naturschauspiel genießt, sollte man die letzte Abbiegemöglichkeit vor Oppau nicht verpassen. Rechts ab führt die Strecke in Richtung Steinkreuz, vor dort weiter in den Bremmenweg, vorbei am Vereinsgelände des WSV Vorwärts Ludwigshafen. Der Rest der Strecke ist bekannt. Durch das Hochzeitswäldchen, den Bastenhorst- und Begütenweg geht es wieder zurück zum Ausgangspunkt.