Gewichtheben
Lang verpasst zum zweiten Mal Olympia
Der große sportliche Traum ist nach 2016 zum zweiten Mal geplatzt. Damals hieß das Ziel Rio de Janeiro. Nach der starken Vorstellung bei den Europameisterschaften im April in Moskau wollte der 28-Jährige beim letzten Olympiatest noch einmal eine Schippe drauflegen. Die große Chance war gegeben. Die Motivation stimmte und die Trainingsvorbereitung zusammen mit Coach André Dörrzapf für den entscheidenden Wettkampf passte. Mit 150 Kilogramm im Reißen verschaffte sich der Zeitsoldat eine gute Ausgangsposition. In seiner Paradedisziplin, dem Stoßen, blieb Lang dann unverständlicherweise hinter den Erwartungen zurück. Nach dem Anfangsversuch von 178 Kilogramm ging nichts mehr. Vorgesehen waren mindestens 184 Kilogramm oder sogar noch mehr. Das Ticket in der 73-Kiloklasse löste am Ende der Moldawier Robu Marin.
„Ich habe keine richtige Erklärung. Im entscheidenden Moment fehlte mir die Kraft. Vielleicht lag es auch im mentalen Bereich“, beschrieb Lang seine Enttäuschung. Seine Coach Andrè Dörrzapf hatte ihm im Vorfeld durchaus eine absolute Weltklasseleistung zugetraut. „Wenn allerdings nur ein Prozent an dem Tag X nicht stimmt, dann kannst du daran scheitern. So ist es ihm leider ergangen. Ich werde bei nächster Gelegenheit mit ihm ein Bier trinken, die Situation analysieren und schauen, wie und mit welchen Zielen wir weiter machen“, sagte Dörrzapf.
Jetzt Hamburger gegönnt
Auch wenn Lang momentan verständlicherweise keine große Lust auf Gewichtheben und Bundesliga hat, geht er für den ACM heute an das Eisen. Auch das zeichnet den tadellosen Sportsmann, der in dieser Woche noch eine Corona-Impfung bekam, aus. „Seit gut drei Jahren habe ich Geist und Körper für das große Olympiaziel fit gehalten und viele Entbehrungen auf mich genommen. Der große Aufwand sowie der Wechsel in die niedrigere Gewichtsklasse haben sich letztendlich nicht gelohnt. Jetzt werde ich eine Auszeit nehmen und Dinge machen, die ich eine Zeit lang vernachlässigt habe“, verrät Lang.
Von der Auszeit des in Sandhausen wohnhaften Lang wird seine Freundin Caroline profitieren. Für gemeinsame Unternehmungen bleibt mehr Zeit. Eines seiner Lieblingsgerichte, einen guten Hamburger, hat sich Nationalheber wieder gegönnt.