Karate
Landesmeisterschaften beim Karate Dojo Mutterstadt
Es ist laut in der Rundsporthalle in Mutterstadt. In der einem Drittel des durch eine Faltwand getrennten Großraums laufen gerade rund zwei Dutzend Kinder, die meisten in weißer Karatekleidung, kreuz und quer herum. Sie rennen entweder kleinen Bällen hinterher, die ihre Mitspieler gerade geworfen haben, oder sie fangen sich einfach gegenseitig selbst. Dann steht plötzlich ein Übungsleiter zwischen ihnen und fordert sie auf, eine Reihe zu bilden. Es wird still. Nebenan in der mittleren Drittel der Rundsporthalle ist es die ganze Zeit über ruhig. Bernd Hackel vom Karate Dojo Mutterstadt ist mit einigen Jugendlichen gerade dabei, die Karate-Kampfmatten zusammenzustecken.
Ein Quartett wird am Samstag bei den Landesmeisterschaften der Kinder und Jugendlichen antreten, Ausrichter ist der Verein aus Mutterstadt. „Es ist das erste Mal, dass wir diese Meisterschaften organisieren“, erzählt Hackel mit ein wenig Stolz. 235 Karateka der Jahrgänge 2011 bis 2020 aus ganz Rheinland-Pfalz werden erwartet. Sie werden in den Disziplinen Kata und Kumite um die Titel streiten, und um die Qualifikation für die deutschen Meisterschaften in Ludwigsburg.
Vier Lokalmatadoren
Sophie und Julian Becht sowie Milia und Fynn Hackel werden für den Karate Dojo Mutterstadt an den Start gehen. Dreimal in der Woche trainieren sie dafür jeweils eine Stunde, einmal zusätzlich 90 Minuten sind es am Wochenende. „Das ist schon eine Herausforderung“, stellt Trainer Peter Gernsberger fest. Er trainiert die Kumite-Gruppe. 148 Mitglieder hat der Mutterstadter Verein inzwischen, 130 davon sind Kinder. „Die Nachfrage ist hoch“, erklärt Hackel. Und freut sich, dass die Gemeinde dem Dojo die Möglichkeit eröffnet, die vielen Kinder auch zu trainieren. Das sei nicht immer so gewesen: „Am Anfang war die Rundsporthalle belegt, erst nach einer Bereinigung haben sich viele Zeitfenster geöffnet“, erinnert er sich.
Der Verein bildet in den Disziplinen Kata und Kumite aus. Während beim Kata eine Angriffstaktik meist von einem Ausführenden perfekt wiedergegeben werden muss, messen sich im Kumite zwei Gegner im Kampf. „Wir praktizieren die leichte Variante“, erklärt Gernsberger. Die Kinder und Jugendlichen lernten von Beginn an, den Schlag oder Tritt entsprechend abzubremsen. Zudem tragen die Kämpfenden entsprechende Schutzkleidung an Händen und Füßen. „Wir haben erst seit sechs Jahren Kumite in unserem Portfolio“, erklärt Hackel. Zuvor habe ausschließlich die Kata in Mutterstadt im Mittelpunkt gestanden. Unter anderem habe sich Hackels Sohn sich damals dafür interessiert. „Ich habe mich dann mal auf die Suche begeben, schließlich braucht es Trainer“, so Hackel.
Der Karate Dojo Mutterstadt hat im vergangenen Jahr sein 25-jähriges Bestehen gefeiert. Dennoch sei der Verein laut Hackel beim Landesverband viele Jahre unter dem Radar gewesen. Das hat sich inzwischen geändert. Bereits am Freitag wird der Verein gemeinsam mit dem Rheinland-Pfälzischen Karateverband (RKV) die Halle auf den Wettkampftag vorbereiten. „Heute wird ja alles per Computer festgehalten“, weiß Hackel. Entsprechend müsse alles aufgebaut und überprüft werden, dass es im Einsatz auch funktioniert. Neuland für den Mutterstadter Verein, der sich jedoch über die Wertschätzung des Verbands freut. Am Samstag beginnt das Turnier. Dann dürfte es in der Mutterstadter Rundsporthalle wieder ganz schön laut werden.