Schwimmen RHEINPFALZ Plus Artikel Landesmeisterschaften als Abwechslung zum Polizeialltag

Die Beamten müssen auch bekleidet ins Wasserbecken springen.
Die Beamten müssen auch bekleidet ins Wasserbecken springen.

Rund 70 Beamte stellen sich bei den Polizeilandesmeisterschaften im Schwimmen und Retten im Hallenbad Süd in Ludwigshafen der ein oder anderen ungewohnten Disziplin.

Schwimmen Polizisten anders? Im Einsatz auf alle Fälle, wenn es um das Retten von Personen geht. Es muss schnell gehen, nur noch Waffen und Schuhe werden ausgezogen.

Der von der Polizeigewerkschaft gestiftete Wanderpokal ist durchaus beeindruckend. Und der Trophäe scheint es in Ludwigshafen gefallen zu haben, denn bis zu den nächsten Titelkämpfen macht es sich der Pokal erst einmal im Polizeipräsidium Rheinpfalz gemütlich. Mit 495 Zählern in der Dienststellenwertung lagen die Ludwigshafener Ordnungshüter einigermaßen deutlich vor dem bisherigen Titelträger, der Hochschule der Polizei. Damit waren die Sportlerinnen und Sportler aus Ludwigshafen im Wettstreit zwischen rund 70 Polizistinnen und Polizisten aus dem ganzen Land. Beobachtet wurden sie von der ehemaligen Welt- und Europameisterin im Freiwasserschwimmen, Angela Maurer. „Ich bin nur unterstützend hier“, erklärte die zweifache Olympionikin. Den ein oder anderen Technikratschlag gab sie den Kollegen immerhin mit ins Becken.

Wichtige Komponente der Ausbildung

„Polizeisport ist eine wichtige Komponente der Ausbildung“, verriet sie. Immerhin müssen Beamte im Dienst fit sein. Und sicher gehört auch der ein oder andere, sprichwörtliche „Sprung ins kalte Wasser“ hin und wieder zu einem Einsatz, etwa wenn hilflose Personen aus dem Wasser gezogen werden müssen oder ein Flüchtender sich schwimmend dem Zugriff der Beamten entziehen will. Darauf und auf vieles andere mehr müssen die Polizisten vorbereitet sein. Da ist ein reiner Schwimmwettkampf einfach eine nette Abwechslung und auch Gelegenheit zum Austausch mit den Kollegen anderer Präsidien und Dienststellen.

Dabei waren es gar nicht einmal so sehr die Langstrecken, die im Hallenbad Süd eine große Rolle spielten, obwohl es auch über 400 Meter auf den Startblock ging. Die meisten Wettbewerbe spielten sich über 50 Meter ab. Das galt auch für den Rettungsmehrkampf, zu dem das Kleiderschwimmen zählte – der realistischsten Einsatzsituation, denn nur selten bleibt hier die Zeit sich umzuziehen. Auch kurze Tauchstrecken gehörten dazu oder das Retten einer Puppe, am seichteren Beckenende versenkt und nach dem Bergen im Rettungsgriff wieder an den Startblock zurückgeschleppt.

DM im Juni in Potsdam

Anders als bei anderen Schwimmwettkämpfen sind die Landesmeisterschaften der Polizei für alle Altersklassen offen. Und Technik spielte eine untergeordnete Rolle. „Hauptsache schnell“ gilt hingegen im Wettkampf und im Einsatz. „Die Disziplinen verbinden schwimmerische Leistung mit rettungsspezifischen Anforderungen“, hieß es dazu in der Ausschreibung vor den 21 verschiedenen Wettbewerben. Und das gastgebende Präsidium war nicht nur mit seinen erfolgreichen Schwimmern mit dabei, sondern organisierte mit rund 30 Beamten am Beckenrand, dass auch die Zeiten korrekt erfasst wurden und die richtigen Teilnehmer auf der richtigen Bahn unterwegs waren. Verkehrsregelung ist schließlich ebenfalls eine ureigene Polizeiaufgabe.

Die erfolgreichsten Sportler aus der Pfalz werden die Landesfarben auf Bundesebene vertreten. Vom 5. bis 8. Juni findet in Potsdam die 38. Deutschen Polizeimeisterschaft im Schwimmen und Retten statt.

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