Fußball Landesligaderby: SV Phönix Schifferstadt gegen FSV Schifferstadt
Vor der Saison hätte wohl keiner damit gerechnet, dass sich am neunten Spieltag beim Landesligaderby zwischen Phönix und FSV Schifferstadt (Sonntag, 15 Uhr) zwei Teams gegenüberstehen, die Abstiegsplätze belegen, zuletzt aber aufhorchen ließen.
Bei Phönix herrscht allenthalben große Erleichterung. Mit dem 2:0-Erfolg in Speyer haben die Schifferstadter den ersten Saisonsieg gefeiert und die Rote Laterne an Pfeddersheim abgegeben. „Ich habe mich sehr für die Jungs gefreut, die ihre beste Saisonleistung gezeigt haben“, sagt Trainer René Schwall. Phönix habe die guten Phasen, die es in allen Partien gegeben habe, auf rund 80 Minuten ausgedehnt und sich angesichts der Möglichkeiten für Luca Krämer, Benito Schmid und Georges N’Soukpoe ein Chancenplus erarbeitet. In der Halbzeit habe man sich vorgenommen, die 1:0-Führung nicht verwalten zu wollen, sondern ein zweites Tor anzustreben.
Nachwuchs einbauen
Für das 1:0 hatte Dominik Strohmeier mit seinem ersten Saisontreffer gesorgt. Sein spezieller Torjubel mit dem Zeigefinger auf dem Mund sollte laut Schwall bedeuten, ruhig und geduldig zu bleiben. Das blieb Phönix auch in der zweiten Hälfte und legte durch Krämer das 2:0 nach. „Trotz der zuvor schlechten Ergebnisse war die Stimmung im Team immer gut“, erklärt Schwall. Das liege auch an den Spielformen in den Einheiten, die nach seinen Angaben oft Wettbewerbscharakter genießen. „Zuletzt hat die Offensive gegen die Defensive gespielt. Das Verliererteam spendierte Pizza für alle“, berichtet der Übungsleiter.
Zum Umbruch, der nach der vorigen Saison eingeleitet wurde, zählt auch das konsequente Setzen auf die Jugend. Der Coach nennt einige Beispiele: Außenverteidiger Niklas Gimbel und Flügelspieler Luis Giertzsch sind bislang zu Teileinsätzen gekommen. Ihre Spielzeit soll im Laufe der Saison zunehmen. Dazu debütierte am Sonntag A-Junior Nils Reich, ein talentierter Stürmer, der gefördert werden soll. Das gilt auch für den angeschlagenen Rechtsverteidiger Julian Kuhn, ein Bruder des bereits etablierten Felix Kuhn. Um was es am Sonntag geht, weiß Schwall: „Bereits im ersten Gespräch wurde mir die große Bedeutung des Derbys nähergebracht.“
Neuzugänge kommen an
Dafür, dass die Favoritenrolle nicht eindeutig zugeordnet werden kann, hat auch der FSV gesorgt. Viermal in Serie gingen die „13er“ als Verlierer vom Platz, darunter waren 0:4-Packungen in Offenbach und gegen den SVW Mainz. „Uns sind wichtige Spieler wie Pascal Cholewa und Sören Hengstberger, die in einer Topverfassung waren, weggebrochen. Andere waren nicht richtig fit, und so kommt man in einen Negativstrudel“, nennt Coach Jan Drese Gründe für das Abrutschen auf Rang 13. Außerdem hat der FSV schon gegen fünf Teams aus den Top Sechs gespielt, vier Partien davon fanden auswärts statt.
Bei unglücklichen Spielverläufen und fehlender Stabilität könne es in einer starken Liga auch mal zu mehreren Niederlagen in Folge kommen. „Bei uns verliert keiner die Nerven, wir hinterfragen uns ständig. Die Ergebnisse sind erklärbar“, versichert Drese. Eine Wende könnte das bemerkenswerte 1:1 bei Spitzenreiter Büchelberg gewesen sein. Als Schifferstadt nach zwei Minuten in Rückstand geriet, schien die Partie den erwarteten Verlauf zu nehmen. „Geht das schon wieder los“, schildert der Trainer mit einem Satz seine Empfindung. Doch sein Team wehrte sich gemeinsam, überstand schwierige Drucksituationen der Südpfälzer und schaffte den Ausgleich.
Der Schütze dieses Treffers war Diyar Yildiz, der vor der Saison ein unbeschriebenes Blatt und schwer einzuschätzen war. „Diyar wurde bei Wormatia Worms ausgebildet. Unser Torwart Samet Sevimli hat den Kontakt hergestellt“, blickt Drese zurück. Yildiz sei extrem fleißig, aber wie viele junge Spieler gegen Schwächephasen nicht gefeit. Seine bisherige Bilanz kann sich sehen lassen: Er bestritt sieben von acht Begegnungen, stand zuletzt sechsmal hintereinander in der Startelf und erzielte zwei Tore. Ein Topspiel habe auch Denis Selinger abgeliefert. Der Defensivallrounder kam vor 15 Monaten aus Böhl-Iggelheim, ist kein Überflieger, aber extrem zuverlässig.