Fußball
Landesliga: Zwei Platzverweise und ein Treffer im Schifferstadter Derby
Jan Drese, Trainer des FSV Schifferstadt, stand nach dem Abpfiff noch ein wenig unter Strom. Die letzten 30 Minuten des Derbys beim großen Landesligakonkurrenten SV Phönix Schifferstadt hatten er und sein Cotrainer Christoph Mehrl immer wieder ihr Team lautstark von der Seitenlinie dirigiert. „Nicht so tief“, rief Drese seiner Viererkette zu, die er in den letzten Minuten der Begegnung zur Dreierkette umbaute. Es half, um den „dreckigen Sieg“, wie der FSV-Trainer später den 1:0 (1:0)-Erfolg seines Teams beim Lokalrivalen betitelte, nach Hause zu bringen. Aber der Preis, den die Gäste zahlten, war hoch: In der teils giftigen Partie sah FSV-Akteur Kevin Nowak nach einem Foul und einer Rudelbildung die Rote Karte; in der zweiten Minute der Nachspielzeit holte sich FSV-Kapitän Sven Hoffmann nach einer rüden Attacke an der gegnerischen Eckfahne völlig unnötig die Gelb-rote Karte ab. Damit beendete der FSV Schifferstadt das Derby in doppelter Unterzahl. Und weil die Gastgeber ihre wenigen Torchancen nicht nutzten, ist das Adjektiv „dreckig“ gar nicht so unpassend.
Die Chancenverwertung war später ein Thema für Phönix-Trainer René Schwall. Während in der ersten Halbzeit seine Mannschaft sich mit dem Kreieren klarer Tormöglichkeiten schwergetan hatte, wurde es in den zweiten 45 Minuten besser. Allerdings versagten seinen Spielern immer wieder die Nerven. Luca Krämer vergab gleich mehrere Einschusschancen (53., 55., 65., 68.), als der Ball nach seinem Abschluss in der 63. Minute im Tornetz zappelte, hatte er zuvor aus einer Abseitsposition getroffen. Sein Mannschaftskamerad Kokou N’Soukpoe zielte dagegen zu ungenau und verfehlte das Tor des an diesem Tag gut aufgelegten FSV-Schlussmanns Samet Sevimli (65.). Mehrfach kamen in teils chaotischen Strafraumszenen mehrere Phönix-Spieler zum Torschuss, aber die FSV-Abwehr warf sich in die Abschlüsse oder blockte sie immer wieder. An diesem Tag gab es einfach kein Durchkommen für die Schwall-Schützlinge.
Einmal nicht aufgepasst
Der FSV Schifferstadt hatte in der ersten Hälfte einmal einen Angriff erfolgreich durchgezogen: Nach einer Ecke von Kevin Nowak klärten die Gastgeber nicht konsequent, Novak hatte erneut Platz auf dem Flügel für eine Flanke, die in der Mitte Mannschaftskollegen Georg Ester fand, der unbedrängt in die Höhe steigen und einköpfen konnte (5.). Da hatte die Innenverteidigung der Phönixe einen Moment den Stürmer des FSV Schifferstadt aus den Augen verloren. Es sollte an diesem Sonntag der einzige Treffer in dem emotional teils aufgeladenen Derby sein.
„Wir wussten, dass Phönix in der zweiten Hälfte noch einmal Druck aufbauen würde. Allerdings haben wir uns teils zu weit nach hinten drängen lassen. Das hat Phönix einfach gut gemacht“, zollte Drese dem Gegner Respekt, da er in der zweiten Hälfte die Kontrolle des Spiels übernahm. Warum seine Mannschaft sich so zurückdrängen ließ, konnte er jedoch nicht beantworten.
Phönix nutzt Überzahl nicht
„Wir wussten, dass der Gegner tief stehen würde. Aber wir haben uns einfach in der ersten Hälfte keine Torchancen erspielt. Das wurde dann in Hälfte zwei besser“, lobte Schwall seine Auswahl. Im Gegensatz zur ersten Hälfte ließ sich Phönix-Offensivmann Dominik Strohmeier bis teils in die eigene Hälfte zurückfallen, um das Spiel seiner Mannschaft aufzubauen. Die Gastgeber versuchten immer wieder, über die Flügel zu kommen, vor allem, als sie in den letzten Minuten der Begegnung in Überzahl waren. Aber sie fanden in der Mitte entweder keinen Abnehmer, beziehungsweise fehlte die Präzision für einen guten Torabschluss.
Der FSV Schifferstadt hingegen warf sich bis zum Schluss in jeden Ball und war sich nicht zu schade, das Leder auch einmal nur einfach wegzuschlagen. Und so reichte es am Ende zu einem knappen Derbysieg, den Spieler und Betreuer des FSV Schifferstadt mit einem kleinen Tanz auf dem Kunstrasen feierten. „Wir hatten wirklich keine einfache Zeit, das tut jetzt gut“, stellte Drese am Ende fest.