Fußball Landesliga: Wie die FG 08 Mutterstadt dem personellen Aderlass begegnet

Neuer Kapitän in Mutterstadt: Tim Seelinger (links) folgt auf Luca Stoye.
Neuer Kapitän in Mutterstadt: Tim Seelinger (links) folgt auf Luca Stoye.

Die FG 08 Mutterstadt verliert neben einem Trainer auch viele erfahrene Akteure. Wie der Landesligist diesen Aderlass in der kommenden Saison auffangen will.

In den vergangenen Jahren ist es beim Landesligisten FG 08 Mutterstadt immer ein Stückchen mehr nach oben gegangen. Platz neun in der anstehende Runde zu bestätigen, dürfte schwierig werden, geschweige denn, den nächsten Schritt nach vorne zu gehen. „Wir müssen einen gewaltigen Umbruch hinbekommen. Zehn Spieler sind gegangen, elf neue hinzugestoßen“, weiß Trainer Marco Malizia. Vom aktuellen 24-köpfigen Kader waren nur zehn Akteure schon im Sommer 2024 bei den Mutterstadtern. Im Winter waren mit den Brüdern Besart und Drilon Hyseni sowie Bleard Zeqiraj drei neue Akteure zur FG gekommen. „Sie sind jetzt ein halbes Jahr bei uns und werden in der kommenden Runde eine wichtige Rolle einnehmen“, ist Malizia sicher.

Den Schwarz-Weißen kam es vor allem darauf an, das Durchschnittsalter zu senken und das Team zu verjüngen. „Das ist uns gelungen, keiner der Neuen ist vor 2001 geboren“, bilanziert der Coach. Allerdings ist es auch erwähnenswert, dass Mutterstadt nicht nur Masse, sondern auch Klasse in Person etlicher Stammkräfte und Leistungsträger verloren hat. Kevin Selzer, Tim Neumeister, Luca Stoye, Christian Pereira und David Gerner zum Beispiel prägten über Jahre das Spiel der Nullachter. „Jetzt müssen die Erfahrenen im Kader mehr Verantwortung übernehmen“, betont Malizia und spricht von „einem Umbruch für die nächsten Jahre“.

Junge Wilde

Vom Ludwigshafener SC hat die FG drei Akteure geholt: Torwart Felix Schmidt (18, zwölf Landesligaspiele), den 22 Jahre alten Linksverteidiger Mehmet Yaman (17 Partien) und Mittelfeldspieler Maxim Pjano. „Felix ist sehr kommunikativ, kann organisieren und hat eine gute Spieleröffnung“, berichtet der Trainer. Technik, Antritt und einen starken linken Fuß zeichneten Yaman aus. Der 19-jährige Pjano hatte als A-Junior 17 Landesligaeinsätze zu verzeichnen. „Er bringt vieles mit: gute Ballbehandlung, Ideen und Größe, braucht aber noch mehr Wettkampfhärte und muss handlungsschneller werden“, beschreibt Malizia das Talent.

Der flexibel einsetzbare Jamie Tahedl war beim FC Arminia Ludwigshafen, für den er 63 Oberligaspiele bestritt, in eine Sackgasse geraten, aus der er nicht mehr herausfand. Ihn müsse man fit bekommen, dafür sorgen, dass er sich wohlfühle und Spaß habe, glaubt Malizia. Ebenfalls beim FCA stand in der Serie 2023/24 Gianluca Giannetta unter Vertrag, der zuletzt bei Phönix Schifferstadt nicht so richtig zur Geltung kam. „Er hatte wenig Spielpraxis, weshalb er nicht vor Selbstvertrauen strotzt“, hat der 37-jährige Übungsleiter erkannt. Er sieht Giannetta als Stoßstürmer, der die Lücke füllen könnte, die Gerner hinterlässt. Auch als hängende Spitze ist der 21-jährige Italiener denkbar.

Seelinger neuer Kapitän

Zum Königstransfer könnte Mark Podgorsek werden. Der 23 Jahre alte defensive Mittelfeldspieler spielte seit Jahren beim FV Freinsheim und zählte zu den besten Bezirksligaspielern auf seiner Position. „Mark ist extrem lauf- und zweikampfstark. Er ist clever, kann gut antizipieren und bedeutet jetzt schon einen Mehrwert für das Team“, lobt der Trainer. Kein Wunder, dass der ehemalige Freinsheimer schon dem Mannschaftsrat der FG angehört. Ebenfalls auf der Sechserposition ist Mika Leicht zu Hause, der vom TuS Mechtersheim II den Weg in den Sportpark fand. Leicht habe einen „brutalen Antritt“, müsse sich aber noch schneller vom Ball trennen.

Der ehrgeizige, aber an einer Knöchelverletzung laborierende Flügelstürmer Lennon Stanley vom VfB Haßloch rechnet sich ebenso Chancen aus wie Innenverteidiger Özgür Kezer, dem aber nach der Abmeldung seines Klubs TuS Dirmstein im Winter die Spielpraxis fehlt. Holt er seine Rückstände vollständig auf, kann er Zweikampfstärke und Aggressivität in die Waagschale werfen. Stürmer Leon Hochhaus und Verteidiger Georgios Koskeridis, die beide aus dem Reserveteam aufrücken, vervollständigen die Liste der Neuverpflichtungen.

Malizia, der bislang mit Selzer ein Trainerduo bildet, hat ab dieser Spielzeit allein das Sagen. Ohne Unterstützung ist er deswegen nicht, denn Dominik Weber (31) rückt von der zweiten Garnitur auf. Diese hatte Weber in die A-Klasse geführt und sie dort auch gehalten. Die beiden kennen und schätzen sich seit vielen Jahren und haben schon beim ASV Edigheim zusammengearbeitet. „Wir waren nicht immer einer Meinung, aber damals war er noch mein Spieler“, sagt Malizia und lacht. Die erste gemeinsame Saison soll möglichst sorgenfrei werden. Nach Stoyes Abgang ist Tim Seelinger der neue Kapitän, seine Stellvertreter sind Dennis Klein und Tom Schlegel.

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