Fußball RHEINPFALZ Plus Artikel Landesliga: Warum Aufsteiger FG 08 Mutterstadt gut dasteht

Geht im Sommer zur Arminia: Kevin Selzer (links), hier im Spiel gegen den Ludwighafener SC.
Geht im Sommer zur Arminia: Kevin Selzer (links), hier im Spiel gegen den Ludwighafener SC.

Die FG 08 Mutterstadt hat sich als Neuling in der Landesliga Ost prima zurechtgefunden. Großes spielerisches Potenzial, Kombinationssicherheit und ein breiter Kader kennzeichnen die FG. Allerdings könnte eine Personalie einen Rückschlag bedeuten.

Bei einem Verein, der bereits seit 116 Jahren existiert, ist es schwierig, von der besten Saison in der Geschichte zu sprechen. Unterschiedliche Bezeichnungen und immer wieder neue Einteilungen der Spielklassen im Laufe der Jahrzehnte machen einen Vergleich schwer. Eines aber kann man sagen: Seit vor knapp 50 Jahren die Bezirksliga aus der Taufe gehoben wurde, hat die FG nur dreimal oberhalb dieser Klasse gespielt. In den Jahren 2007/08 (Platz 14 mit 31 Punkten) und 2008/09 (Schlusslicht mit 22 Zählern) hat Mutterstadt in der Landesliga gegen den Abstieg gekämpft, 2009 vergeblich. Seit dieser Zeit waren die Schwarz-Weißen wieder in der Bezirksliga angesiedelt.

In dieser Serie bestreitet die FG also ihre dritte Runde als Landesligist. Ohne sich zu weit aus dem Fenster zu lehnen, dürfte es die beste werden. Nach 18 Partien stehen 23 Zähler auf dem Konto, und die Mannschaft belegt Rang zehn. Da ist zumindest die beste Spielzeit seit 50 Jahren kaum mehr zu vermeiden. Entsprechend fällt auch das Fazit der Trainer aus. „Wir sind sehr zufrieden, standen nie auf einem Abstiegsplatz und haben uns problemlos in der neuen Klasse zurechtgefunden“, sagen Kevin Selzer und Marco Malizia, die noch bis zum Saisonende in dieser Konstellation agieren. Danach spielt Selzer beim FC Arminia noch einmal in der Oberliga, während Malizia ab Sommer alleine weitermacht.

Auftaktsieg beflügelt

Neun Punkte beträgt das Polster auf den möglicherweise ersten Abstiegsplatz 13. „Wir sind der beste Neuling und könnten sogar noch weiter oben stehen, wenn wir in engen Partien besser gepunktet hätten“, sagt Selzer, der wegen eines Handbruchs in zwölf Begegnungen zum Zuschauen verdammt war. Kollege Malizia nennt einen Grund für die gute Performance der Schwarz-Weißen: „Das späte Siegtor am ersten Spieltag zum 1:0 gegen Grünstadt hat uns beflügelt.“ Viele Auftritte waren richtig stark, weil das Team diszipliniert und mit Euphorie agierte. Nur beim Rückspiel in Grünstadt (0:4), in Kandel (2:5), in Billigheim-Ingenheim (2:4) und bei Wormatia Worms II (0:2) lief es nicht so gut.

„Mit der neu eingeführten Dreierkette sind wir flexibler geworden. Wir haben einen großen Kader und können Momente, in denen es mal nicht so gut läuft, gut wegstecken“, spricht Malizia die Stärken der Mutterstadter an. Kollege Selzer wird der FG nicht nur als Coach, sondern auch auf dem Platz fehlen, weil er als Leistungsträger und Führungsspieler immer vorangeht und den Takt bestimmt. Diese Lücke gilt es zu schließen, was ein schwieriges Unterfangen wird. „Wichtig ist, dass wir in der Rückserie die Umschaltaktionen besser ausspielen und konsequenter nachrücken“, spricht der Übungsleiter über die Aufgaben in seinem letzten halben Jahr.

Duo immer dabei

Mutterstadt setzte in der Hinserie 26 Akteure ein, von denen nur Fabio Reithermann und Tim Seelinger in allen 18 Partien dabei waren. Die beiden standen auch immer in der Startformation. „Fabio vereint blendende Technik, großes Spielverständnis und einen starken Abschluss. Außerdem ist er laufstark und arbeitet viel für die Mannschaft“, sagt Selzer. Und der klassische Innenverteidiger Seelinger besteche mit Konstanz, Ruhe am Ball und treffe intuitiv oft die richtige Entscheidung. Beide sind nahezu unersetzliche Korsettstangen im Mannschaftsgefüge der FG.

16 Mal zum Einsatz kamen der wieder öfter im Sturmzentrum agierende David Gerner, mit fünf Treffern zweitbester Schütze hinter Reithermann (zwölf), und der extrem vielseitige Maximilian Weindel, eine der positiven Erscheinungen. „David hat einen enormen Stellenwert im Team, ist inzwischen sehr mannschaftsdienlich und verfügt über große Erfahrung“, charakterisiert Malizia den 32-jährigen Stürmer. Weindel habe den nächsten Schritt gemacht und könne noch stärker werden, wenn das im Zentrum und als Schienenspieler einsetzbare Eigengewächs an Zweikampfhärte zulege und noch etwas konstanter spiele.

15 Einsätze verzeichnet Torwart Tim Neumeister. Der ist eine absolute Bank, einer der besten Torhüter der Liga und versteht sich mit seinem Konkurrenten Joshua Geist bestens. Auch Defensivallrounder Felix Jung, der Oberliga-Erfahrung mitbringt und den eine enorme Physis auszeichnet, sowie Batuhan Topal spielten 15-mal. Der defensive Mittelfeldspieler ist die vielleicht größte Überraschung dieser Saison, weil er laut Trainerteam immer Leistung abgeliefert hat, was sich in zwölf Startelfnominierungen niederschlägt.

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