Fußball
Landesliga: Spielertrainer Kevin Selzer verlässt FG 08 Mutterstadt
„Mir macht die Arbeit als Spielertrainer Spaß, aber ich habe den Wunsch, noch einmal auf höherer Ebene zu spielen“, sagt der 30-jährige Selzer. Er verspüre ein Kribbeln, wolle noch einmal die Herausforderung Oberliga annehmen. Als Spielertrainer sei man mit vielen anderen Dingen wie Trainingsgestaltung, Teamnominierung oder dem Erarbeiten eines taktischen Plans für das jeweilige Spiel beschäftigt und könne sich nicht nur auf seine Leistung konzentrieren. Aber genau das wolle er noch einmal erleben, noch einmal einen anderen Fokus auf den Fußball haben.
„Mir ist der Entschluss nicht leichtgefallen, weil ich mich bei der FG sehr wohlfühle und der Verein mir als jungem Trainer die Chance eingeräumt hat, ambitioniert zu arbeiten“, betont Selzer. Da sei schon eine emotionale Bindung gewachsen. Er habe mit den Verantwortlichen und den Spielern offen kommuniziert und überall Akzeptanz für seine Entscheidung verspürt. Selzer hat, gemeinsam mit seinem Trainerkollegen Marco Malizia (36), aus einem Mittelklasse-Bezirksligateam eine Spitzenmannschaft geformt, diese zum Aufstieg in die Landesliga geführt, wo die FG aktuell eine starke erste Serie spielt und einen gesicherten Mittelplatz belegt.
Malizia vor Verlängerung
Trotz des Ausscheidens von Selzer im Sommer steht die FG 08 nicht ohne Trainer da. „Die finalen Gespräche laufen, und einiges deutet darauf hin, dass ich alleine weitermachen werde“, sagt Malizia. Selzer habe ihn früh in seine Pläne eingeweiht, erklärt der Trainerkollege, der wie alle zunächst überrascht war. „Wir verlieren nicht nur einen super Trainer und Spieler, sondern auch einen tollen Menschen“, verdeutlicht Malizia. Wie gefestigt das Team sei, zeige sich daran, dass die Mannschaft den Ausfall des Spielers Selzer, der seit seinem Handbruch elf Partien verpasst hat, prima weggesteckt habe. Das gelte auch für das Fehlen des für die Balance wichtigen defensiven Mittelfeldspielers Timo Gehrlein.
Bei der Arminia wird Selzer mit offenen Armen empfangen. „Das ist eine sehr gute Verpflichtung. Kevin hat viel Erfahrung, kennt die Liga und ist einer, der dirigieren, Kommandos geben und die Jungen führen kann“, sagt FCA-Trainer Chris Chorrosch. Er stehe voll im Saft und könne auf mehreren Positionen eingesetzt werden. „Da haben wir einen flexiblen Qualitätsspieler verpflichtet“, freut sich der Coach. Selzer sagt, er kenne FCA-Sportchef Markus Impertro seit Langem. „Wir waren immer wieder mal im Austausch. Ich hatte auch andere Angebote, aber die Arminia passt am besten“, verdeutlicht der 30-Jährige, der mit einigen Akteuren des FCA früher schon zusammengespielt hat.
Positive Zwischenbilanz
Einig sind sich die beiden Mutterstadter Übungsleiter, dass die Nullachter am Sonntag gegen Spitzenteam Büchelberg dank einer Steigerung im zweiten Abschnitt mit dem 1:1 nicht unverdient einen Zähler geholt haben. „Anfangs hatten wir gegen gut kombinierende Büchelberger Probleme, die Räume zuzustellen. Später war mehr Struktur in unserem Spiel. Wir konnten die Angriffe besser unterbinden“, analysiert Selzer. Malizia sieht es ähnlich: „In der ersten Hälfte hatten wir keinen Zugriff, kamen oft einen Schritt zu spät. Nach einer Umstellung hat es besser geklappt.“
Die Zwischenbilanz nach Abschluss der Vorrunde fällt durchweg positiv aus. „Wir stehen als Neuling mit positiver Bilanz und 22 Punkten auf Platz acht. Damit sind wir mehr als zufrieden. Es gibt keinen Druck, und wir bewegen uns in ruhigem Fahrwasser“, betont Selzer. Gründe dafür nennt Malizia: „Die Jungs funktionieren als Team. In der Mannschaft steckt viel Substanz, die fußballerische Qualität ist hoch, auch wenn wir in manchen Spielen Lehrgeld bezahlt haben.“ Das Programm bis zur Winterpause ist mit Begegnungen in Grünstadt am Samstag, zu Hause gegen Billigheim-Ingenheim und bei Wormatia Worms II anspruchsvoll.